Wie der Autor im Vorwort schreibt, möchte er die Kerngedanken der aristotelischen Philosophie euf eine möglichst gemeinverständliche Weise interessierten Lesern aller Couleur nahebringen.
Dieses Ziel hat er vollständig verfehlt. Seine Erläuterungen von Aristoteles' Leben und Philosophie sind staubtrocken, seine Sprache ist zum Abgewöhnen. Ein Beispiel: "Weil der Begriff des Seins kein Gattungsbegriff ist und weil das in den verschiedenen Sinnen von 'sein' Seiende nicht generisch zusammengehören kann, weist das Seiende eine Verschiedenheit auf, die nicht in eine sachliche Einheit eingebettet ist". So geht es seitenlang.
Ein Buch, das mir Aristoteles verständlich zu machen verspricht, aber schwerer zu verstehen ist als Aristoteles' Schriften selbst, erscheint mir ziemlich überflüssig.
Es gelingt dem Autor an keiner Stelle, für die Person oder die Philosophie Aristoteles' einzunehmen, seine Bedeutung im Kontext der Weiterentwicklung der Philosophie bis zur heutigen Zeit zu verorten und den überragenden Einfluss zu begründen, den Aristoteles' Philosophie auf die katholische Theologie des Mittelalters hatte.
Das Buch kommt mir vor wie eine allenfalls lust- und lieblos überarbeitete Kompilation von Manuskripten oder Seminararbeiten aus einer Lehrveranstaltung an der Uni des Autors.
Fazit: Abschreckend und ein Beispiel, wie ein Fach- oder Sachbuch nicht sein sollte. Wie das Lektorat eines angesehenen Verlages so etwas durchgehen lässt, ist mir rätselhaft.