Ein gut geschriebenes Buch, in dem das Leben des mir bis dahin unbekannten Adam Dreyling erzählt wird und in welchem es insbesondere um das Geschützgießen im 16. Jahrhundert geht. Sehr detailliert wird dieses beschrieben und auch der damalige Bergbau und Schiffsbau werden in aller Ausführlichkeit dargelegt. Ich fand dies alles sehr interessant und auch wenn es wegen der Detaillverliebtheit der beiden Autoren in der Mitte des Buches einige Längen zu beklagen gibt, waren diese aber nicht allzu lang vertreten und wirkten da zwar etwas langweilig, was aber der meist spannenden Geschichte keinen Abbruch tat. Dafür habe ich mich sehr gut in die Geschichte rein lesen können und fand mich von Anfang an in einer faszinierenden Geschichte gefangen.
Die Zeitsprünge zwischen 1574-1589, wo es um das Leben von Adam geht und 1590, wo er vor dem Berggericht steht wurden gut umgesetzt und führte auch nicht zu Verwirrungen. Die Charaktere sind sympathisch dargestellt und wirkten sehr lebendig. Die beschriebenen vielen Schauplätze haben mir auch gut gefallen, besonders England, welches in historischen Romanen einfach immer perfekt reinpasst. Überflüssig fand ich allerdings die kleine Passage in dem es um die Glaubensfrage Adams ging. Das wirkte auf mich sehr klischeehaft, als ob dies nur Erwähnung gefunden hat, da dies zu den meisten historischen Romanen dazu gehört. Genauso unpassend fand ich die Erwähnung William Shakespeares. Wäre es bei einem Schauspielauftritt geblieben, wäre es o.k. gewesen, aber dass er Adam bei einer Flucht geholfen hat, passte gar nicht zu der Geschichte und vermittelte des Eindruck, er kam in der Geschichte nur vor, da er zu dieser Zeit gelebt hat. Trotz, dass ich dies zu bemängeln habe, wirkten sich diese kleinen Patzer aber dennoch nicht negativ auf das gesamt Paket aus.
Ich habe zum ersten Mal etwas von diesen beiden Autoren gelesen und auch wenn ich im Einzelnen noch nichts von ihnen gelesen habe, konnten sie mich mit dieser Geschichte auf jeden Fall überzeugen. Auch merkte ich gar nicht, dass hier zwei Autoren am Werk waren, da ich keine schlecht umgesetzten Übergänge bemerkt habe und alles in flüssiger, leicht verständlicher Sprache geschrieben war. Der Roman wirkte auch trotz enormer Informationsfülle nicht wie ein Sachbuch, auch wenn wie im Anhang deklariert, dieses Buch wie ein wissenschaftliches Werk recherchiert wurde. Ich kann es nur wärmstens weiter empfehlen.