Über das Leben des Meister Eckhart, der um 1260 in Thüringen das Licht der Welt erblickte, ist recht wenig bekannt.
Gerhard Wehr kompensiert diese Lücken, indem er die rowohlt monographie durch wichtige Kapitel abrundet: Wir werden mit den "Dimensionen mystischer Erfahrung" vertraut gemacht; insbesondere mit dem Unterschied zwischen Mystik und Mystologie. Die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte wird sehr ausführlich beleuchtet.
Eckhart war unter anderem durch Naturphilosophie inspiriert. Die Natur zerstört nicht, sondern ersetzt durch anderes und Besseres. Ein kleiner Hauch eines "Prinzip Hoffnung" - in der Tat bezieht sich Ernst Bloch desöfteren auf Eckhart.
Zu den Themen des deutschen Mystikers gehören Abgeschiedenheit, Gelassenheit und Armut. Leseprobe: "Unmöglich ist, daß ein wahrer Armer ohne Gott sein kann. Und dies, weil die wahre Armut nicht nur wegwirft, was sie hat, sondern auch schlechterdings den Willen (etwas) zu haben. Sie hat einzig den Willen zum alleinigen Gott in sich, nicht zu etwas anderem überhaupt."
Ein Buch, das gekonnt zur Beschäftigung mit Eckhart animiert!