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Meines Vaters Land: Geschichte einer deutschen Familie [Gebundene Ausgabe]

Wibke Bruhns
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (58 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. Februar 2004
Am 26. August 1944 wird der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth wegen Hochverrats hingerichtet. Jahrzehnte später sieht seine jüngste Tochter in einer Fernsehdokumentation über den 20. Juli Bilder ihres Vaters, aufgenommen während des Prozesses im Volksgerichtshof. Ein Anblick, der Wibke Bruhns nicht mehr losläßt. Wer war dieser Mann, den sie kaum kannte, der fremde Vater, der ihr plötzlich so nah ist? Die lange Suche nach seiner, ja auch ihrer eigenen Geschichte führt sie zurück in die Vergangenheit: Die Klamroths sind eine angesehene großbürgerliche Kaufmannsfamilie und muten wie ein Halberstädter Pendant zu den Buddenbrooks an. Unzählige Fotos, Briefe und Tagebücher sind der Fundus für ein einzigartiges Familienepos.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 385 Seiten
  • Verlag: Econ; Auflage: 1., Aufl. (1. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 343011571X
  • ISBN-13: 978-3430115711
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (58 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 179.576 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Als der Vater starb, war sie sechs. Wibke Bruhns, Jahrgang 1938, sagt von ihm und ihrer großen Familie: "Ich weiß, wer die Leute sind. Aber ich kenne sie nicht." Ihr Buch dokumentiert den Versuch einer Annäherung an jene, die ihr am nächsten waren.

Dabei kann sie sich auf reichhaltiges Quellenmaterial in Form von Tagebüchern, Briefen und Haushaltskladden stützen, denn beide Eltern entstammen traditionsbewussten Bürgerhäusern: Hans Georg -- HG genannt -- dem Halberstädter Handelshaus Klamroth, Else einem "Haus voller Herzlichkeit" in Wismar. Beide sind 1898 geboren und indem Bruhns ihre Geschichte(n) erzählt, blättert sie ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte auf.

Ihres Vaters Land erweist sich als eine untergegangene Welt, materiell wie mental, und die Rekonstruktion als ein "Puzzle-Spiel", das die Autorin und uns in ein Wechselbad der Gefühle stürzt: HG freut sich 1917 "kolossal, noch so viel Krieg mitmachen zu dürfen". HG gewinnt mit einem brillanten Auftritt Elses Familie für sich. Else leidet unter den zahlreichen Affären ihres Mannes. Else empört sich über die Reichskristallnacht, weil sie um Deutschlands Image fürchtet.

Bruhns macht kein Hehl aus ihrem Befremden ("Der spinnt." -- "Was geht bloß vor in diesen Männern?"), gleichzeitig hinterfragt sie schnelle Urteile: "Vorsicht! Was würde ich denn tun?" Das wirkt manchmal etwas pädagogisch, meistens aber sehr glaubhaft, auch dank des behutsam zupackenden Tons, in dem hier altdeutsche Bürgerherrlichkeit -- die Buddenbrooks lassen grüßen -- kommentiert wird.

Im Zweiten Weltkrieg kämpft HG in Russland, ist dann Abwehr-Offizier in Berlin und wird in das Hitler-Attentat vom 20. Juli verwickelt. Der Erbsenzähler und Schürzenjäger als heroischer Tyrannenmörder? "Da ist viel Platz in so einer Psyche", staunt die Tochter Jahrzehnte danach. Ganz erschlossen hat sich ihr das Vater-Land nicht, dennoch endet sie versöhnlich: "Ich habe von dir gelernt, wovor ich mich zu hüten habe... Ich danke dir."

Und wie viel Platz ist in so einem Buch! Bruhns gelingt eine ergreifende Geschichtsstunde aus persönlicher Betroffenheit, ohne die abgeklärte Attitüde des Berufshistorikers. Mit romanhafter Wucht beschwört sie Die Welt von gestern noch einmal herauf. --Patrick Fischer

Pressestimmen

»Eine eindrucksvolle, den Leser mitreißende Vatersuche« Frankfurter Allgemeine Zeitung »Eine faszinierende Mischung aus privater Chronik, zeitgeschichtlichem Report und persönlicher Identitätssuche« Der Spiegel »Eine große Leistung« Süddeutsche Zeitung »Ein berührendes, persönliches Buch« Berliner Zeitung

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ergreifende Zeitgeschichte! 14. März 2004
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wibke Bruns Meines Vaters Land Econ Verlag München ISBN 3 430 11571 X

Das ist eines der spannendsten Bücher über die Zeit vor und nach dem Beginn des Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg, das ich bisher gelesen habe.

Wibke Bruns bekommt zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens den Anstoß, den Vorfahren ihres Vaters und ihrer Familiengeschichte nachzuspüren.
Erfahren will sie aber vor allem , wer und wie ihr Vater war, was er mit den Nazis zu schaffen hatte, und warum er nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 verurteilt und hingerichtet wurde. Sie war bei Kriegsende als jüngste von fünf Geschwistern noch ein kleines Kind, das versorgt wurde und die tiefen Spuren der Verwüstung und der menschlichen Dramen, die sich damals abgespielt haben, nicht bewußt erinnern konnte.

Nicht zu Unrecht wird die Familiengeschichte der Klamroths mit der Familiengeschichte der Buddenbrooks verglichen.

Mit ihrer Familiengeschichte, beginnend mit der Firmengründung um 1790, erfahren wir viel über die Entwicklung und das Leben einer Großbürgerfamilie in Halberstadt zu Zeiten der Gründerjahren und zur Zeit Kaiser Wilhelms.
Fein dargestellt werden die guten Tage, der Reichtum, die Verbindungen,die man pflegte, der gesellschaftliche Umgang und die Eheschließungen; man erfährt über den Familienzusammenhalt und die Gebräuche im Verhältnis der Geschlechter und Generationen untereinander.

Wahrlich immer spannender wird die Geschichte mit dem Ende des ersten Weltkriegs, Übergang zum Beginn der Naziherrschaft, später der zunehmenden Repression auf die Bürger, der politischen Verfolgung anders Denkender und schlußendlich der Judenverfolgung-und Vernichtung und dem Vernichtungskrieg im Osten. Parallel dazu verläuft der wirtschaftliche und familiäre Niedergang der Firma . Die Mutter meistert diesen Niedergang und die Kriegs-und Nachkriegszeit derart, wie viele sich aus eigenem Erleben an diese Zeiten erinnern werden.
Intensiv beschäftigt sich W.Bruns mit ihrem Vater als Kind, Heranwachsendem und Mann. Sie ist schonungslos offen in ihren Beobachungen, die den Vater nicht immer im besten Licht erscheinen lassen. Sie bleibt distanziert, wo es erforderlich ist, um seinen Charakter zu beschreiben. Daß sie die Mutter erst spät mit neutralerem und klaren Blicken sieht, ist eines der Merkmale, daß das Buch so sympathish macht: W.B. ist sehr aufrichtig. Niemand wird verherrlicht oder nur runtergemacht; es geht alleine um die Suche nach Wahrheit!

Wibke Bruns ist neben dieser persönlichen Wahrheitssuche ein hervorragendes Dokument der Zeitgeschichte gelungen. Imponiert hat mir, mit welcher Akribie sie ihre Familie und ihre Eltern beobachtet hat, recherchiert aus Briefen und Dokumenten, Tagebuchaufzeichnungen und Berichten. Sie bleibt objektiv, distanziert, als spräche sie über beliebige Personen, um dann doch wieder mit töchterlichen Einwürfen des Erstaunens oder der Entrüstung ihre Beziehung zu den Eltern herzustellen. Im Prolog und Epilog stellt sie ihre persönlichen Bindungen an die handelnden Personen dar.
Ergreifend ist am Ende die Versöhnlichkeit, mit der sie bei aller kritischen Beobachtung ihre Eltern als ihre Eltern annimmt.
Cl.Borries!

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45 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Vergangenheit 6. März 2004
Format:Gebundene Ausgabe
"Meines Vaters Land" von Wibke Bruhns ist ein faszinierendes Buch. Dank eines außergewöhnlich umfangreichen und gut erhaltenen Familiennachlasses stellt die Autorin die Geschichte ihrer großbürgerlichen Familie dar ( = die Buddenbrooks von Halberstadt) Der Grund für ihr aufwändiges Quellenstudium:
Sie will ihren Vater kennenlernen, der - obwohl NSDAP-Mitglied seit 1933 - im Umfeld des 20. Juli 1944 als Verschwörer in Plötzensee gehängt wird. Wibke Bruhns ist zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt und hat wegen des Krieges ihren Vater kaum gesehen.
Das Buch ist ein "Muß" für den historisch interessierten Leser, der die politische Entwicklung Deutschlands ganz konkret, ganz lebendig, ganz überzeugend am Beispiel authentischer Personen erlebt.
Ein bemerkenswerter Beitrag unter der Überschrift: "Eine Vergangenheit, die nicht vergeht"
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichtsforschung einmal anders! 22. März 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Das ist eines der spannendsten Bücher über die Zeit vor und nach dem Beginn des Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg, das ich bisher gelesen habe.

Wibke Bruns bekommt zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens den Anstoß, den Vorfahren ihres Vaters und ihrer Familiengeschichte nachzuspüren.
Erfahren will sie aber vor allem , wer und wie ihr Vater war, was er mit den Nazis zu schaffen hatte, und warum er nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 verurteilt und hingerichtet wurde. Sie war bei Kriegsende als jüngste von fünf Geschwistern noch ein kleines Kind, das versorgt wurde und die tiefen Spuren der Verwüstung und der menschlichen Dramen, die sich damals abgespielt haben , nicht bewußt erinnern konnte.

Nicht zu Unrecht wird die Familiengeschichte der Klamroths mit der Familiengeschichte der Buddenbrooks verglichen.

Mit ihrer Familiengeschichte, beginnend mit der Firmengründung um 1790, erfahren wir viel über die Entwicklung und das Leben einer Großbürgerfamilie in Halberstadt zu Zeiten der Gründerjahren und zur Zeit Kaiser Wilhelms.
Fein dargestellt werden die guten Tage, der Reichtum, die Verbindungen,die man pflegte, der gesellschaftliche Umgang und die Eheschließungen; man erfährt über den Familienzusammenhalt und die Gebräuche im Verhältnis der Geschlechter und Generationen untereinander.

Wahrlich immer spannender wird die Geschichte mit dem Ende des ersten Weltkriegs, Übergang zum Beginn der Naziherrschaft, später der zunehmenden Repression auf die Bürger, der politischen Verfolgung anders Denkender und schlußendlich der Judenverfolgung-und Vernichtung und dem Vernichtungskrieg im Osten. Parallel dazu verläuft der wirtschaftliche und familiäre Niedergang der Firma . Die Mutter meistert diesen Niedergang und die Kriegs-und Nachkriegszeit derart, wie viele sich aus eigenem Erleben an diese Zeiten erinnern werden.
Intensiv beschäftigt sich W.Bruns mit ihrem Vater als Kind, Heranwachsendem und Mann. Sie ist schonungslos offen in ihren Beobachungen, die den Vater nicht immer im besten Licht erscheinen lassen. Sie bleibt distanziert, wo es erforderlich ist, um seinen Charakter zu beschreiben. Daß sie die Mutter erst spät mit neutralerem und klaren Blicken sieht, ist eines der Merkmale, daß das Buch so sympathish macht: W.B. ist sehr aufrichtig. Niemand wird verherrlicht oder nur runtergemacht; es geht alleine um die Suche nach Wahrheit!

Wibke Bruns ist neben dieser persönlichen Wahrheitssuche ein hervorragendes Dokument der Zeitgeschichte gelungen. Imponiert hat mir, mit welcher Akribie sie ihre Familie und ihre Eltern beobachtet hat, recherchiert aus Briefen und Dokumenten, Tagebuchaufzeichnungen und Berichten. Sie bleibt objektiv, distanziert, als spräche sie über beliebige Personen, um dann doch wieder mit töchterlichen Einwürfen des Erstaunens oder der Entrüstung ihre Beziehung zu den Eltern herzustellen. Im Prolog und Epilog stellt sie ihre persönlichen Bindungen an die handelnden Personen dar.
Ergreifend ist am Ende die Versöhnlichkeit, mit der sie bei aller kritischen Beobachtung ihre Eltern als ihre Eltern annimmt.
Cl.Borries!

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5.0 von 5 Sternen Berührend und wichtig zugleich
Gestern Abend habe ich das Buch von Wibke Bruhns nun ausgelesen. Gerade der letzte Teil berührte einen doch sehr. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Annette Tmmler veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wibke versucht zu verstehen
Eine sehr tragische Familiengeschichte. Wiebke Bruhns versucht einerseits ihren Vater zu verstehen, kann aber andererseits nicht akzeptiere, was er seiner Familie angetan hat. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von robcha veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Die Tagebücher der Klamroths
Beim Lesen des Buches kam mir öfters ein Bild vor Augen, Frau Bruhns beim Studieren der Tagebücher ihrer Vorfahren, die sie mal schmunzelnd, mal schockiert, mal... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von oliSchreiber veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Lesenswert
Wibke Bruhns gibt einen hochinteressanten Einblick in die Geschichte ihrer Familie. Sehr einfühlsam nähert sie sich der Person ihres Vaters, an den sie sich selbst gar... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Alexander Wacker veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sachlich und einfühlsam
Das Buch fesselt, ist leicht zu lesen und vermittelt einen sehr guten Eindruck der jeweiligen Epoche, in die man sich hineinversetzen kann.
Vor 2 Monaten von Fritzi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wibke Bruhns
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, es ist sehr gut geschrieben. Da ich Jahrgang 1926 bin, war es für mich ganz besonders interessant.
Vor 2 Monaten von Ria Hinz veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wibke Bruns Meines Vaters Land
Meines vaters Land von Wibke bruns
unwahrscheinlich interessant, Orte des Geschehens sind Heimat.
Sendung verlief zuverlässig. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Gabriele Zimmereimer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Zeitgeist Interessenten
Die Geschichte von der Jahrhundertwende bis zum Ende des 3. Reiches und des Nationalsozialismus authentisch aus der Perspektive einer unmittelbar betroffenen Familie dank der... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Reinhard Oster veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Zeitgeschichte
Dieses Buch ist geschichtlich interessant, gut geschrieben, berührend, sehr persönlich. Ich habe nach Beendigung der Lektüre noch lange über das Schicksal... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Birgit Ehlers veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Meines Vaters Land
Sehr interesantes Buch, gelegentlich mit Längen, aber insgesamt eine Empfehlung! Die Fotos sind z.T. rührend und eine wunderbare Begleitung. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Anonym veröffentlicht
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