Ausgerechnet Tauben! Diese sanften Ruckedikuu-Tierchen, die man am liebsten ihrer Brüstchen wegen verspeist. Aber von wegen Brüstchen - durch „Gigantopalmologie" lassen sich die Viecher mit den unsteten Augen auf Menschengröße aufblasen. Mit einem spöttischem „Kruhaha" operieren sie Menschen Flügel hin, ob die das wollen oder nicht. Und das Knallen der Krallenstiefel in den Fluren und Gassen sorgt für Schrecken überall. Kopf dieser Brut ist Cäsar Tubitza, ein Red-Bull saufender Täuberich und Möchtegern-Diktator, der sich mit übelsten Machenschaften an die Spitze der „Lebenspalomistischen Bewegung" mordet. Klingt erschreckend? Komisch? Ist es auch. Auf der Höhe der Haiderisierung Europas hat der ungarische Lyriker Lajos Parti Nagy im Jahr 2000 diese kollernde Satire geschrieben, an der man sich gar nicht satt lesen kann. Erzählt wird sie von einem, der von einem Opfer nämlicher Bewegung unter dem Krallenkreuz zum Mitläufer und schließlich zum eifernden Befürworter wird. Dabei hat alles mit einem seltsamen Mikrowellengerät, angefangen, die ihm verdächtigen Nachbarn in die Wohnung gestellt haben. Merkwürdige Schalter waren drauf: „Flügelglanz 1-3" und „erste Brut".
„Meines Helden Platz" ist eine so erschreckende wie irrsinnig komische Satire über Größenwahn und die Macht der Verführung. Terézia Mora hat die Lallerei der dumpfen Herren-Taubenrasse kongenial samt den wohl unverschämtesten Sprachspielereien und Wortneuerungen seit „Clockwork Orange" ins Deutsche hineingetragen. Was würde Elke Heidenreich sagen? Lesen! Lesen! Lesen!