Eine der seltenen, guten, deutschen Produkionen. Mit witziger Story und charmanten Rollen und Schaupielern.
Story: Götz Schinkel (Florian David Fitz) ist stolzer Besitzer eines Plattenladens, mitten in Berlin-Kreuzberg. Was zur Folge hat, dass er und sein Kumpel Heinz (Charly Hübner) die einzigen deutschen Ladenbesitzer in einer rein türkischen Gegend sind. Davon abgesehen, dass Heinz Liebe für eine Erfindung der Musikindustrie hält und die anderen Ladenbesitzer als "muslimische Bedrohung" sieht ist Götz ein echter Träumer. Er hat zwar kein Geld, aber er liebt seinen Laden und kommt auch mit der anderen Kultur gut zurecht. Die Welt stellt sich auf den Kopf, als Götz die hübsche Aylin (Mandala Tayde) kennen lernt. Er verknallt sich auf den ersten Blick, doch sie versucht Distanz zu schaffen. Als der Deutsche der Türkin hilft vor ihrem Irgendwie-Verlobten Tarkan (Gandi Mukli) abzuhauen, kommen sie sich näher. Doch die ganze Geschichte gestaltet sich doch nicht so einfach wie erhofft. Zwar lässt sich Aylin auf eine Beziehung ein, doch keiner soll oder darf etwas davon mit bekommen. Besonders nicht Aylins Vater Süleyman (Hilmi Sözer), der sich einen türkischen Mann für seine einzige Tochter wünscht. Durch Geschäftsbeziehungen mit Aylins Onkel schleicht sich der Deutsche in bisschen in die Familie und auch in die Herzen der Mitglieder ein. Auch Götz Mutter Helena Schinkel (Katrin Saß) ist nicht so sonderlich begeistert von der türkischen Freundin seiner Tochter - die Vorurteile über Ehrenmorde und Zwangsehen sitzen einfach zu tief. Durch einen blöden Zufall mit einem Babyphone kommt schließlich doch die Beziehung der beiden heraus, was natürlich einen Skandal zur Folge hat. Nach einem riesen Krach, in dem Süleymann dem Plattenladenbesitzer erklärt, dass nur ein Moslem seine Tochter heiraten darf, fängt der Stein an zu rollen. Kurzerhand beschließt Götz nicht nur Aylin zu heiraten sondern auch Moslem zu werden und sich sogar beschneiden zu lassen. Doch es scheint doch so, dass die Kulturen zu unterschiedlich sind, denn nach einem Streit in der klar rüber kommt dass sich der Deutsche absolut überfordert mit der Situation fühlt, trennen sich Aylin und Götz. Doch nun lässt Horst nicht locker und will einmal die Bestätigung dafür haben, dass Liebe keine Erfindung der Musikindustrie ist. Ein Plan muss her ...
Fazit: Ein wirklich witzig gemachter Film der mit teilweise überspitzen Charaktern (z.B. dem fundamentalistischen Moslem in Form von Aylins Bruder oder die pseudo-liberale Mutter von Götz). Helena wird großartig von Katrin Saß verkörpert, die eine gewisse Arroganz gegenüber der fremden Kultur und diverser Vorurteile perfekt heraus arbeitet. Götz wird sehr liebenswert von Florian David Fitz dargestellt, der einem wirklich dazu verleitet zu hoffen dass er am Ende das Mädchen doch noch kriegt. Vor allem, weil er einige drastische Änderungen (zum größten Teil extrem komisch) in seinem Leben vornimmt (z.B. Fasten während sein Kumpel Pizza und Burger futtert oder sich beschneiden lassen das ambulant in der Moschee vorgenommen wird). Ein lustiger, kurzweiliger Film mit charmanten Figuren.