Viele Menschen werden erst dann lebendig, wenn ihnen die eigene Endlichkeit durch einen Unfall oder eine medizinische Diagnose drastisch vor Augen geführt wird. Fragen über den Sinn des eigenen Lebens und Ängste, die wir sonst leichtfertig vor uns her schieben, ohne uns wirklich damit zu beschäftigen, werden dadurch ans Tageslicht gebracht.
Mit dem Buch ermöglicht Andreas Salcher dem Leser, sich auf die eigene letzte Stunde einzulassen, auch ohne und vor allem vor einem entsprechenden Nahtod-Erlebnis. Die Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit führt unweigerlich zur ganz persönlichen Auseinandersetzung mit dem Sinn im Leben. Andreas Salcher bietet mit Hilfe von Geschichten konkreter Personen und der Fokussierung auf die wesentlichen Themen des Lebens ganz pragmatische Hilfen für den Leser an, das eigene restliche Leben nachhaltig erfüllend zu gestalten. Was bleibt uns in der letzten Stunde dieses Lebens? Die persönlichen Beziehungen zu Menschen, die bereit sind zuzuhören, wenn Ängste und Sorgen über Hand nehmen, die Achtsamkeit, mit der wir durch jeden Tag gehen und die Dankbarkeit für die Geschenke, die liebevollen Worte und Gesten gehören dazu.
Der Autor zeigt Lösungsideen für ein sinnerfülltes Leben auf, ohne die üblichen Idealbilder (reich, mächtig und schön um jeden Preis oder frei werden von allen Bedürfnissen), die oft unerreichbar wirken, zu strapazieren, indem er betont, dass auch kleine Veränderungen die eigene Lebensqualität erhöhen und dass es dafür nie zu spät und auch nicht zu früh sein kann.
Andreas Salcher gelang es, mich mit diesem Buch aufzurütteln und persönlich zu berühren. Die von ihm gewählten Geschichten und Modelle stellen, wie ein Brennglas, einige wenige, sehr konkrete Aspekte des eigenen Lebens in den Mittelpunkt.
Ich fühle mich durch das Buch sensibilisiert, meine Aufmerksamkeit und Zeit bewusst einzusetzen, so dass ich mit heutigem Erkenntnisstand in meiner letzten Stunde zufrieden sein kann, weil ich meine Welt mit gestaltet und meine Talente bestmöglich eingesetzt habe.
Dr. Günter Rattay