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Meine freie deutsche Jugend
 
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Meine freie deutsche Jugend [Gebundene Ausgabe]

Claudia Rusch
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 156 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 5 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100660587
  • ISBN-13: 978-3100660589
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 181.593 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Claudia Rusch
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

So also war das, wenn man in der DDR aufwachsen musste und ohne rechte Überzeugung Mitglied in den staatstragenden Jugendorganisationen wurde, weil man einen höheren Schulabschluss machen wollte. Claudia Rusch berichtet sehr anschaulich von den Hindernissen, die man in der DDR zu überwinden hatte, als habe man beim Erwachsenwerden mit sich selbst nicht ohnehin schon genug zu tun. Und von der Langeweile, die die begabte Schülerin in den sozialistischen Bildungsanstalten ertragen musste (freilich: das gab es natürlich auch im Westen!).

Manchen hätte das verbittert. Nicht so Claudia Rusch, die natürlich auch eine ganze Menge Glück gehabt hat. Ein Glück, das man sich selbst gewünscht hätte, war beispielsweise die Direktorin, die die Schullaufbahn der gelangweilten Querulantin rettete, indem sie ihr erlaubte, sich während des Unterrichts in ihre Privatlektüre zu vertiefen. Zuvor waren, wie die Autorin glaubhaft macht, "Heerscharen von Lehrern" an ihr gescheitert. "Meistens versuchten sie es durch Isolation: Sie setzten mich allein auf die hinterste Bank, sie setzten mich allein auf die vorderste Bank. Es half nicht. Ich quatschte, ich raschelte, ich störte. Natürlich -- ich langweilte mich. Es war ein Problem. Wir alle waren unzufrieden und ich hatte Schuld."

Doch nicht nur aus der Schule plaudert Rusch. Ebenso unterhaltsam erzählt sie von dem Alltag in der DDR, von der Jugendweihe, vom schwierigen Verhältnis zur Banane und zu Schokoladenriegeln aus dem Westen, von der Stasi und deren Spitzeleien, von dem befreienden Gefühl gerade in dem Moment amtlich erwachsen zu werden, als der DDR-Spuk endlich ein Ende hat.

"Es kommt nicht in jedem Programm vor, dass im Verlagshaus einhellige Begeisterung für ein neues Buch besteht", heißt es in einem Brief des Lektors an die Presse. Doch genau dies sei bei dem Buch von Claudia Rusch der Fall gewesen. Und tatsächlich -- auch wenn es nach einer abgegriffenen Floskel klingt: Meine freie deutsche Jugend ist ein wichtiges (und ein vergnügliches!) Buch über die Realität des Sozialismus in der DDR. --Andreas Vierecke

Audiobook-Rezensionen

Claudia Ruschs Debüt war monatelang auf der Spiegel Bestsellerliste. Eine Auswahl ihrer DDR-Erinnerungsgeschichten liest sie hier selbst. Diese Geschichten, die kein bisschen larmoyant über den Alltag in der DDR berichten, klingen authentisch und unverfälscht. Man bekommt das Gefühl, ja so könnte es wirklich gewesen sein. Ja, so könnte es sich zugetragen haben, dass ein Kind trotz Unterdrückung eine nahezu „normale“ Kindheit erlebt hat. Mit ihrer burschikosen, noch immer etwas frech klingenden Stimme schildert die Autorin, wie es sich anfühlte, als Tochter einer Bürgerrechtlerin in der räumlich und wohl auch geistig eingegrenzten DDR aufzuwachsen. Nicht weg zu können verdichtete sich für die Protagonistin zum eigentlichen Drama ihrer Jugend. Noch nach dem Mauerfall macht sich diese Projektion in der unstillbaren Sehnsucht nach Paris und dem Land der Revolution bemerkbar. Ein weiteres Problem, unter dem sie seit ihrer Kindheit litt, war der Eindruck, anders zu sein.

Claudia Rusch erinnert sich an ihre früheste Kindheit, in der sie sich durch die Stasi-Autos bewacht fühlte. Da ihre Mutter zum Freundeskreis von Robert und Katja Havemann zählte, waren die Stasi und ihr Schutz für sie von Kindheit an Selbstverständlichkeiten. Dass Kakerlaken nicht nur die Stasi bezeichnen, sondern auch reales Ungeziefer, lernte sie allerdings erst nach dem Mauerfall. Anlässlich der Feier zu ihrer Jugendweihe saßen zwei Väter an ihrer Seite: ihr leiblicher in weißer Paradeuniform und der Mann, bei dem sie mit ihrer Mutter lebte, der lange Haare trug und ein „Verweigerer“ war. Nach dem Mauerfall, der sie davor bewahrte, ihre Eltern vielleicht für immer zu verlassen – hier richtet sie einen nicht zu überhörenden massiven Vorwurf an das Regime, es ist die Tatsache, dass Eltern und Kinder aus Oppositionskreisen zu einer schmerzlichen Trennung gezwungen wurden – ist sie überzeugt, dass alles zu früh passiert war. Es gibt für sie keine Zweifel, dass ihre Grundlagen die DDR als den besseren Staat auszeichneten. Eindrucksvoll macht die Autorin deutlich, dass nicht nur das Überwachungssystem, sondern auch die Mangelwirtschaft und die in ihrem Fall resultierende Leidenschaft für Raider die Menschen maßgeblich prägte.

Neben komischen Alltagsepisoden und fast schon absurd zu nennenden Szenen wie etwa dem Badeausflug in Südfrankreich, der die FKK-Kultur der DDR zeigt, erzählt Claudia Rusch allerdings auch von Ereignissen, die weniger in die Kategorie „es war nur anders, aber alles nicht so schlimm“ eingereiht werden können: z.B. von der besten Freundin der Mutter, die sich als IM entpuppt, und vom Großvater, der in einem Stasi-Gefängnis gestorben ist.

Claudia Rusch, 1971 in Stralsund geboren, wuchs in Rügen an der Ostsee auf. Später zog sie mit ihrer Mutter nach Brandenburg, 1982 dann nach Ostberlin. Da sie mitten in der DDR-Bürgerrechtsbewegung groß wurde, war die Stasi für sie nichts Besonderes. 1990 machte sie Abitur und studierte danach Germanistik und Romanistik. Sie arbeitete sechs Jahre lang als Redakteurin beim MDR in Magdeburg. Seit 2001 lebt sie als freie Autorin in Berlin.

Alles in allem eine äußerst interessante Sammlung von Geschichten über das Alltagsleben in der DDR. Wer sich darüber informieren möchte, wird in dieser Quelle sicherlich fündig. Die Autorin, die die DDR-Geschichte keineswegs erklären will, trägt ihre komisch und gleichzeitig tragischen Erzählungen lebhaft, auch kritisch und in einem erfreulich „leichten“ Ton vor.

Autorenlesung, Spieldauer: ca. 144 Minuten, 2 CD. Auch als MC erhältlich (389940369X). -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Claudia Rusch hält, was Jana Hensel verspricht, 20. August 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Meine freie deutsche Jugend (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich ist der Titel das einzige, was vom Kauf abhalten könnte: "Meine freie deutsche Jugend" klingt verdächtig nach einem Beitrag zur Ostalgie-Welle, zum allgemeinen "Wie schön war es doch, dass sich 14 JAhre nach der Wende nun breit macht.
Doch schon die ersten Seiten belehren den Leser eines besseren. Claudia Ruschs Buch ist ein gelungenes Gegenstück zu Jana Hensels "Zonenkinder". Nicht nur, weil die 25 Geschichten wirklich wundervoll aufgeschriebene Literatur sind und nicht wie in "zonenkinder" ein enzyklopädisch-sachlicher Zugang zur DDR versucht wird. Und dann, weil claudia Rusch die Seite zeigt, die Jana Hensel in der DDR wohl nie aufgefallen ist: Die Unfreiheit, die schon Kinder spürten, den alltäglichen Irrsinn des Bildungssystems. Die Langeweile der DDR, die vor allem denen aufstieß, die sich Individualismus gönnten. Dabei schreibt Claudia Rusch kein DDR-Buch aus der Sicht der "Bürgerbewegung", der ihre Mutter angehörte. Sie steht einfach zwischen den Stühlen, zur falschen Zeit am falschen Ort. Und dennoch weiß man nach dem Lesen, dass diese DDR-Generation Erfahrungen gemacht hat, die sie für kein Geld der Welt gegen eine West-Kindheit und -Jugend tauschen würden. Gesamturteil: unbedingt lesen.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen selbstgerecht sondersgleichen, 12. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Meine freie deutsche Jugend (Taschenbuch)
ich muss sagen, das buch ist nicht schlichtweg schlecht. claudia rusch hat einen amüsanten, lockeren, satirischen erzählstil, der es möglich macht das buch in 2 stunden durchzulesen (da es ja nun nicht unbedingt tiefsinnige stellen im buch gibt, über die man selbst stundenlang grübeln müsste). was mir persönlich jedoch so bitter aufgestossen ist, und das obwohl ich selbst kaum noch in der ddr aufgewachsen bin, ist ihre selbstgerechte ader. als "ausgesprochen wissbegieriges" Kind, an dem "Heerscharen von Lehrern" gescheitert sind, weil keiner erkannt, wie intelligent sie doch ist, hatte sie unheimliches glück, dass eine lehrerin sie dann doch mochte und zum abitur mogelte. aber um welchen preis?
wie claudia rusch selbst betont, genießt sie ja nach der jugendweihe ihre "außenseiterrolle", obwohl sie ja gar nicht selbst die entscheidung ihrer mutter getroffen hat, in dissidentenkreise zu verkehren und die opposition in der ddr einzunehmen, hält es aber dennoch für toll, in die fdj einzutreten und fdj - sekretärin zu werden, selbstverständlich nur um abitur machen zu können... hallo??? da fängt es schon an, sie kritisiert in ihrem buch fortwährend menschen, die mit dem sozialistischen staat kollaborieren, auf welche art auch immer, aber wenn sie solche dinge tut, selbstverständlich nur, um nicht ins abseits zu geraten, ist das völlig okay. warum wohl werden es die anderen menschen getan haben, die sie so verurteilt? solche fragen lässt sie jedoch fein außen vor und stellt sich selbst ein wenig über alle... aber das ist schon okay, schließlich kommt sie ja aus kreisen, in die andere leute nie einblick hatten und das würde natürlich jeden zu was besonderem machen.

Wer auf solche geschichten steht, kann das buch getrost lesen, allen anderen empfehle ich jens biskys autobiographie "geboren am 13. august".

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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr gut, 27. Dezember 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Meine freie deutsche Jugend (Gebundene Ausgabe)
Als Witze über Honecker zu Arrest führten, Ernst Thälmann "für DDR-Kinder so etwas wie Robin Hood und Superman in Personalunion" war, als rot kandierte Weihnachtsäpfel einem Kind seine volle Aufmerksamkeit abverlangten, als sich Stasi-Leute, Kakerlaken ähnlich, zu ungeliebten Mitbewohnern machten, als es "keine Oliven, keinen Lachs, keinen richtigen Käse" gab, Neil Young oder Bob Dylan im geteilten Deutschland vor entzweiten Publikum auftraten, davon erzählt Claudia Ruschs bravouröses "Meine freie deutsche Jugend". Dieses Buch bietet einerseits eine literarische Wiederbegegnung mit Tschapka, Lada, Abba, Amiga, Vopo, Becherovka, Rias usw. Andererseits eine sehr subtile, zuckerfreie Schilderung gesellschaftlicher Gegensätze innerhalb der DDR; wie vertragen sich das Streben nach Freiheit bei gleichzeitig drohender Inhaftierung? Kann Solidarität darin bestehen, dass einer dem anderen gleichgemacht wird? Ist der Staatsbürger zuerst Bürger unter Bürgern oder Millionstel des Staates? Gewinnt man Horizont, wenn man Ja oder Nein sagt? "Meine freie deutsche Jugend", eine authentische, liebevolle, beneidenswert klare, lichte, pointierte, intelligente, niemals kitschige, schlüssige Auseinandersetzung mit jenen Zuständen, die Rusch bemerkenswert gute Szenen wie "Mauer mit Banane" oder "Die Musik meines Vaters" schreiben ließen. Ein Buch, geeignet für alle, die nichts, ein wenig, ein wenig mehr, viel und alles über DDR wissen.
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