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Meine ersten 79 Jahre
 
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Meine ersten 79 Jahre [Gebundene Ausgabe]

Isaac Stern , Chaim Potok
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 447 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: Deutsche Erstausgabe. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785720068
  • ISBN-13: 978-3785720066
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,4 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 85.722 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Meine ersten 79 Jahre nennt Isaac Stern kokett seine Biografie, die anlässlich seines achtzigsten Geburtstages am 21. Juli 2000 erschienen ist. Stern wirft einen Blick zurück auf seine schier unfassbare Karriere, die eher unspektakulär begann. Er war kein Wunderkind im eigentlichen Sinne und auch die Geige schien dem kleinen Jungen, der 1921 als einjähriges Kind mit seinen Eltern aus der Ukraine in die USA auswanderte, zunächst nicht sonderlich zu interessieren. Doch dann erweckte die Geige eines Mitschülers seine Neugierde.

Als Zehnjährigen schickte man ihn auf das Konservatorium, als Halbwüchsiger gab er bereits erste Konzerte. "Geige spielen kann man nur, wie man liebt -- entweder ganz oder gar nicht", sagte er einst. Dies könnte man auch als sein Lebensmotto sehen. Minuziös trägt Stern jedes Detail seiner Laufbahn zusammen; sein Auftritt in Russland während des Kalten Krieges, sein Einsatz für Israel, sein Engagement für die Carnegie Hall und die berühmte Reise nach China 1979. Anschaulich werden auch die Begegnungen mit den Großen und Mächtigen seiner Zeit wie Furtwängler, Casals, aber auch Nehru und sämtliche amerikanische Präsidenten beschrieben.

Sterns unermüdlicher Einsatz für die Völkerverständigung brachte ihm viel Lob ein; sein untrüglicher Instinkt für Publicity verhalf ihm den zeitgemäßen Nachdruck für seine Anliegen zu finden: Bei Anbruch des Golfkrieges etwa ließ er sich mit Gasmaske und Violine ablichten.

Nur Deutschland und Österreich gegenüber blieb er unversöhnlich; ein Verhalten, das ich (als Jüdin) für nicht angemessen halte -- schon gar nicht, wenn man einen Sohn in gut dotierter Dirigenten-Position in Deutschland hat. Zeit seines Lebens hatte Stern sämtliche Einladungen nach Deutschland ausgeschlagen. Erst 1999 ließ er sich erweichen. Er kam nach Köln, um einen Meisterkurs zu leiten, und belegt diesen Aufenthalt mit einem mir gedankenlos erscheinenden Satz: "Alles in allem blieb in mir die bohrende Besorgnis zurück, dass die Deutschen wieder in ihre gewohnheitsmäßige gedankenlose Routine verfallen könnten".

Eine seltsame Gelassenheit legt sich über all die Fakten und Beschreibungen in Sterns Biografie, sein Leben scheint nur eines strahlender Erfolge gewesen zu sein -- ohne quälende Kämpfe oder Konflikte. Vielleicht hat Stern diese auch nur nie gesehen oder empfunden. Insofern ist dieses Buch nicht nur ein Zeitdokument; es entwirft, ohne dies explizit zu beschreiben, auch ein Charakterbild dieses Künstlers, dem die Welt sich scheinbar nur von ihrer lichten Seite präsentiert. --Teresa Pieschacón Raphael

Kurzbeschreibung

An einem Oktobermorgen des Jahres 1937 besteigt ein 17jähriger junger Mann einen Bus in Manhattan. Er fährt bis an die Endstation. Bleibt sitzen. Fährt wieder zurück - bis zur Endstation - und erneut zurück. So geht das hin und her: sechs Stunden lang. Der junge Mann hat am Vortag sein Debüt als Geiger in New York gegeben. Verzweifelt und tief unzufrieden mit den Kritiken steht er nun vor der Entscheidung: alles hinwerfen oder noch härter arbeiten. Nach sechs Stunden ist die Entscheidung gefallen. Es beginnt die atemberaubende Karriere eines der bedeutendsten Geiger unseres Jahrhunderts: Isaac Stern. Geboren am 21. Juli 1920 in der Ukraine, kam er als Kleinkind mit seinen Eltern in die USA, beginnt relativ spät - im Alter von acht Jahren - mit dem Geigenunterricht. Doch große Fortschritte innerhalb kürzester Zeit lassen aufhorchen. In einem großen Bogen erzählt Isaac Stern in seiner Autobiographie den harten Weg eines hochbegabten Kindes zum Weltstar. Bei allem gesunden Selbstbewußtsein, das er zeigt, gewinnt der Autor durch seine humorvolle und selbstironische Darstellung schnell die Sympathie des Lesers. Stern erzählt ein Musikerleben, das eingebettet ist in seine Epoche: von der Vorkriegszeit über den zweiten Weltkrieg und die Ära des Kalten Krieges bis zu unserer sich wandelnden Welt im Zeitalter der Globalisierung. Schwer wiegt für Stern die Erfahrung, daß vielleicht nur die frühe Emigration der Eltern ihm das Schicksal vieler Juden in den von Deutschen besetzten Gebieten, auch der Ukraine, erspart hat. Zeit seines Lebens lehnte es der weltberühmte Geiger ab, in Deutschland und Österreich aufzutreten. Erst die Heirat seiner beiden Söhne und ihr Musikerleben in Deutschland haben ihn diesem Land, dessen große musikalische Tradition er bewundert und die Teil seines Lebens ist, wieder angenähert, so daß er 1999 die vieldokumentierten Meisterkurse in Köln gab. Durch solche Querbezüge wird aus der Autobiographie immer zugleich auch Epochendarstellung und Auseinandersetzung mit den großen Strömungen unserer Zeit. Während Stern von umjubeltem Konzert zu umjubeltem Konzert eilt, ist er auch immer politischer Beobachter und engagierter Kämpfer für die klassische Kultur als humanem Fundament unserer Welt. Da sind sein Auftritt in Rußland während des Kalten Krieges, sein Engagement für Israel, die Auseinandersetzung mit seinem Judentum und die berühmte China-Reise von 1979, deren unvergeßliche und bewegende Filmdokumentation mit dem “Oscar” prämiert wurde. Zahlreiche, mittlerweile berühmte Künstler wie Itzhak Perlman, Pinchas Zukerman, Midori und Yo-Yo Ma verdanken ihm ihre Entdeckung oder eine nachhaltige Förderung, und die Liste der zeitgenössischen Komponisten, die für ihn Werke schufen, liest sich wie ein Who is Who der Musik unserer Zeit. Und ohne sein beispielhaftes Engagement wäre eine der großen Konzerthallen der Welt, die Carnegie Hall, den Abrißbaggern der Renditehaie zum Opfer gefallen. Isaac Stern gelang es, eine Autobiographie zu schreiben, die bei aller Fülle der Dokumentation des eigenen Lebens dennoch über dieses Leben ins allgemein Menschliche hinausgreift und deren letzte Seiten ausklingen mit den anrührenden Einsichten eines älter werdenden Mannes, der seine Kräfte schwinden fühlt und der erkennt, daß bei allem Ruhm des Künstlers die Musik größer ist als er selbst.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
In der Autobiografie des berühmten Solisten geht es um New York City und sein lebendiges Musikleben, um Mozart, Bach und Beethoven und um alle bekannten Interpreten des 20. Jahrhunderts; um die Förderung junger Talente wie Midori und Yo-Yo Ma und den Kampf um den Erhalt des legendären, größten Saals der Stadt, der Carnegie Hall.

Für den deutschen Leser ist es einfach erfrischend, das weltweite Musikleben einmal mit den Augen eines US-Amerikaners zu sehen.

Daneben gibt es offensichtlich noch ein zweites Thema dieses Buches: Welches Verhältnis hat der russischstämmige amerikanische Jude zu Deutschland? Dessen Publikum sieht er als das "musikalisch gebildetste und aufnahmewilligste". Er vergleicht das Musizieren mit einen Liebesakt mit dem Publikum, kann darum seit einem Auftritt in Wien, bei dem ihn Angst überwältigt, nie mehr wieder in Deutschland oder Österreich spielen. Deutschland als Land von Beethoven, Bach, Brahms - und Adolf Hitler. Deutschland als das große Rätsel seines Lebens, das deutsche Publikum seine Liebe und sein Schrecken. (Stern hat 1999 einen großen, vielbeachteten Meisterkurs in Köln gegeben, einen Schritt auf dieses Publikum zu getan.) Die Bilanz eines aufregenden Lebens.

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