Wollie Shelley unterhält ein kleines Grußkartengeschäft in Hollywood. Da ihre finanzielle Lage zu wünschen übrig lässt, lässt sie sich für das Projekt einer Wissenschaftlerin als professionelle, Daterin anwerben. Innerhalb von 30 Tagen muss sie 40 Dates zu mindestens zwei Stunden absolvieren und dabei den Kriterien und Voraussetzungen der Forscherin gerecht werden, welche sie dafür nach Abschluss des Projekts entlohnen soll. So jedenfalls war es geplant, doch kurz vor einem wissenschaftlichen Date erhält Wollie einen Anruf ihres schizophrenen Bruders, der glaubt Zeuge eines Mordes geworden zu sein. Besorgt macht sie Wollie auf den Weg zur Klinik, stolpert prompt über eine Leiche und wird von einem charismatischen vermeintlichen Doktor entführt, dessen Grübchenlächeln ihr gesamtes Dating-Projekt gefährdet.
"Meine erste Leiche" zu lesen hat mir unglaublichen Spass gemacht, Wollie ist eine sympathisch-chaotische Hauptfigur, die Sprache ist ungekünstelt und natürlich, die Sitationskomik fand ich stellenweise wirklich zum Schreien komisch. Der Kriminalfall ist stellenweise etwas dünn konstruiert - ein erfahrener Krimileser wird sich einige Hinweise bereits Längen vor Wollie zusammenreimen, doch alles in allem zufriedenstellend. Dennoch ist Wollie - man sieht es auch an den sehr widersprüchlichen Bewertungen hier - im Grunde eine Geschmacksache. Man mag sie einfach, oder man mag sie eben nicht und ich scheine zur ersten Kategorie zu gehören.
Die "Wollie Shelley"-Serie der Schauspielerin Harley Jane Kozak ("Arachnophobia", sowie Nebenrollen in bekannten Filmen wie "Titanic" oder "Harry & Sally") wird bereits mit den Stephanie Plum-Büchern von Janet Evanovich verglichen. Und beide Serien treffen auf alle Fälle im gleichen Genre aufeinander - einer Mischung aus Krimi, Liebe und Humor. Doch das Mischungsverhältnis unterscheidet die Serien und der Liebe-Anteil ist bei Kozak subtiler, mit mehr Romantik und weniger Sex.
Ich werde auf jeden Fall auch den nächsten Band "Blondinen leben gefährlich" lesen und mir den Namen Harley Jane Kozak für die Zukunft merken.