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Produktinformation
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Richter ist mit elf Jahren bereits gut im Geschäft: Als Sprecher in Hörspielen und mit kleinen Rollen beim Theater ist er der Ernährer der Familie. Sein kommunistischer Vater versucht sich erfolglos als Gastwirt; seine jüdische Mutter, die nur knapp den Häschern der SS entgehen konnte, managt ihn professionell. Die Siebziger sind dann sein Jahrzehnt: Nach dem Radio kommen Fernsehen und Film, er singt Schlager wie "Eine Goldmedaille für deine Supertaille". Richter moderiert Disco seit seinem siebzehnten Lebensjahr. Als er aus der Sendung -- seiner Sendung -- aussteigt, ist er noch keine dreißig. Er hat sich selbst einen Stempel verpaßt, von dem er sich seitdem zu befreien sucht. Die Tolle-Tanten-Filme, die er in dieser Zeit dreht und in denen Männer in Frauenkleidern herumlaufen, bessern zwar sein Konto auf, nicht aber sein Image.
Richter erzählt in seinem Buch keineswegs nur aus der Disco-Zeit. Neben der Familiengeschichte, Interessantes aus der Schlagerbranche und Liebesgeschichten (u.a. mit Marianne Rosenberg), berichtet er schonungslos offen von mancher grotesken beruflichen Niederlage. Dabei war es vom Verlag klug, Richter einen Ghostwriter an die Seite zu stellen. Harald Martenstein sorgt für eine klare Linie und interessantes Hintergrundwissen über die für viele schon weit entfernte Zeit. Noch wichtiger aber ist, daß dank ihm die Rückschau nicht sentimental, sondern mit der notwendigen Ironie erzählt wird. Der Perspektivenwechsel zwischen Richter und ihm hat wesentlich dazu beigetragen, daß aus Richters Autobiographie ein lesenswertes Buch geworden ist. --Alexander Simon -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Ilja Richters Erinnerungen fangen die siebziger Jahre ein, lassen Stars und Sternchen Revue passieren, erzählen von Wegbegleitern wie Eva Mattes oder Hans Rosenthal. Der leicht ironisch-amüsierte Rückblick zeigt die Anfänge als Kinderstar, die Filmklamotten, die Gehversuche in der Friedensbewegung, die taz-Kolumnen und nicht zuletzt das Leben als Jude im Nachkriegsdeutschland. Diese Erinnerungen erhellen die ungewöhnliche Lebensgeschichte eines Fernsehstars, der nach und nach die Fesseln des frühen Ruhms abstreifte und später Erfolge als Theaterautor und Schauspieler feiern konnte.
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