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Meine Sonntage mit 'Sabine Christiansen' Taschenbuch – 2004

3.4 von 5 Sternen 13 Kundenrezensionen

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Taschenbuch, 2004
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Nach dem Lesen dieses Buches möchte man vor Wut schier explodieren.
Das viele unserer Politiker krumme Hunde sind, ist für viele von uns nichts Neues. Das die Wirtschaft massiv Einfluss auf die Politik nimmt, auch nicht. Und das schließlich die Medien ihren Beitrag dazu leisten, dass sich in diesem Land möglichst wenig bewegt, wissen interessierte Fernsehzuschauer und Zeitungsleser schon lange. Nicht jeder macht sich allerdings eine Vorstellung davon, mit welcher Dreistigkeit und mit welchem Zynismus dies geschieht!
Das Buch von Walter van Rossum zeigt vor allen Dingen, dass die Sendung "Sabine Christiansen" keinesfalls eine kritische Diskussionssendung zu aktuellen politischen Themen ist, sondern vielmehr dazu dient, dem ahnungslosen Zuschauer eine Politik zu verkaufen, die einseitig auf die Interessen der Reichen und Mächtigen ausgerichtet ist.
Durch geschickte Manipulation wird dem Zuschauer suggeriert, dass es außerhalb der diskutierten Vorschlägen keine Wahlmöglichkeit gäbe. Dies geschieht einerseits durch die einseitige und manipulative Auswahl an Gästen, andererseits durch das geschickte Vorgaukeln einer kontroversen Diskussion. Der Zuschauer nimmt dabei nicht wahr, dass alle Diskussionsteilnehmer im Grunde genommen der gleichen Meinung sind. Entscheidend ist immer, dass eine bestimmte Grundrichtung, nämlich die Notwendigkeit von einschneidenden Reformen auf Kosten der Bevölkerung, im Kopf des Zuschauers verankert wird und dieser schließlich glaubt, dass es eben keine Alternativen gäbe.
Walter van Rossum führt in seiner Recherche der Hintergründe vor, wer in Wirklichkeit die Fäden in Händen hält.
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Der Autor führt sie alle vor. Die Gäste und die Gastgeberin. Er zeigt, dass alle das gleiche Reden, dass die Aussagen sich nivellieren und das Falschaussagen unkommentiert stehengelassen werden. "Sabine Christiansen", eine Sendung für die üblichen Verdächtigen, die die üblichen Meinungsklischees dreschen dürfen. Nachdem der Spiegel schon 1999 vernichtend über die desinteressierte Christiansen urteilte (im Stile von "ihr verzweifelter Gesichtsausdruck will sagen 'Regie, eine Frage bitte, aber schnell'") hat sich nun ein kompetenter WDR-Journalist über Monate mit ihrer Sendung auseinandergesetzt. Er urteilt nicht neutral, nicht politisch-korrekt und nicht populistisch. Sein Buch wird jeden begeistern, der gepflegten Zynismus und offene Worte mag.
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1. Für wen ist das Buch geschrieben?
Für Menschen die beim anschauen von Talkshows irgendwann feststellen, dass sie ein komisches Gefühl im Bauch haben als Reaktion auf das gesagte der dort Sitzenden. Die anfangen erste, ernsthafte Zweifel an der öffentlichen Meinungslandschaft zu entwickeln und sich fragen, ob das was Ihnen aufgetischt wird so auch wirklich stimmt.
-> Das Kritik und Zweifel berechtigt sind, wird in dem Buch dargestellt.

2. Es gibt nicht die Wahrheit und das Wort "Linke" ist kein Schimpfwort.
Um den nun kritischen Staatsbürger (durch Kauf dieses Buches) zu zeigen, dass es eine Welt außerhalb des "Washingtoner Konsens" gibt, ist es vollauf legitim andere Weltanschauungen aufzuzeigen.
-> Ziel ist es einfach, die eingeschlafenen Fähigkeit der Selbstreflexion wieder zu wecken. Es geht nicht um irgendwelche wahrhaften Lösungen für unsere angeblichen Probleme. Es geht um die Fähigkeit zu Hinterfragen warum bestimmte Interessenkreise Dinge bzw. Ereignisse zu Problemen erklären und uns weismachen wollen, das wäre auch noch unser Problem.

3. Was kann den bitte von einem so dünnen Buch erwartet werden?
Es wird aufgerüttelt, Themen kurz angegangen und natürlich auch seinem Studium entsprechend moralische und ethische Standpunkte behandelt.
-> Das Buch ist ein Einstieg. Nicht mehr und nicht weniger. Wer mehr Wissen will muss sich klar anderweitig umschauen. Dennoch gibt es einen guten, umfassenden Überblick.

Fazit: Wer einen Blick auf die andere Seite des Spiegels werfen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
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Verifizierter Kauf
Muss man sich ansonsten bei Büchern zum Thema "Meinungs- und Medienkartell in Deutschland" durch trockene und mitunter langatmige Darstellungen kämpfen, fällt einem die diese Lektüre schon erheblich leichter: Frech und frisch knöpft sich van Rossum den nur schwer zu unterbietenden Tiefpunkt der politischen öffentlichen Diskussion in Deutschland vor und vergleicht ihn - zugegeben mit Vorliebe polemisch und bisweilen auch zynisch - mit der Realität. Kleines Beispiel gefällig? Aber gerne: Saddam hat keine Massenvernichtungswaffen und keine Verbindung zum 9. 11., oder zu Al-quaida? Macht nichts, hauptsache wir (Pflüger, Perle, Schäuble, Merkel, Collins) haben darüber bei Christiansen herumgelogen, bevor wir das Land mit Flächenbombardements überziehen. Nächstes Thema bitte.
Selten fand ich zu diesem Thema so eine erfrischende Schreibe.
Wer allerdings gerne volkswirtschaftliche Rezepte und "Alternativen" serviert bekommen möchte, der kann das ernsthafterweise nicht von einem Buch mit einem Umfang von gerade mal 185 Seiten zum Thema "politische Debattenkultur in Deutschland" bekommen. Echte Alternativen zur gegenwärtigen politisch-ökonomischen Debatte in Deutschland erhält man aber mit Sicherheit noch viel weniger von Autoren des Schlages Miegel, Hayek, Kirchhof, Metzger u. ä. Kleiner Tip hierzu: Albrecht Müllers "Die Reformlüge" hier bei Amazon käuflich zu erwerben oder dessen Internet-Auftritt, die "NachDenkSeiten".
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