Der Anfang, von den wunderschönen Landschaftsbildern abgesehen, hat mich nicht ganz überzeugt. Da dachte ich: Wenn Theologen einen Film drehen, na das kann ja was werden.... Der Kommentar von Anselm Grün, ziemlich am Anfang, erschien mir auch so ein bisschen wie die Patenschaft eines namhaften Autors, um die Verkaufszahlen des Films zu erhöhen. Aber nach den ersten fünf Minuten begann ein informativer, dabei kurzweiliger, sehr gut strukturierter Dokumentarfilm, der durch seine sehr gute und interessante Kameraführung und geschickte Schnitte voll und ganz überzeugt! Da ist die Struktur im ersten Teil, dass Glasbilder der wichtigsten "Heiligen" Irlands wie "Kapitelüberschriften" den Beginn der jeweiligen Kurzbiografie der Heiligen ankündigen, die bildlich durch Aufnahmen an den Orten ihres Wirkens unterstrichen werden. Die wichtigsten Zeugnisse wie das "Book of Kells" werden in ihrer Pracht gezeigt und Kommentare und Interviews mit einheimischen Experten runden das Bild ab. Traditionelle Segens-und Gebetstexte werden aus dem OFF von einer Frauenstimme zu den Landschaftsaufnahmen gesprochen. Damit erhält der Film ein weiteres klares und berührendes (!) Strukturelement. Sehr schön im zweiten Teil: Einblicke in (christlich-)spirituelles Leben in Irland, Schottland und Nordengland heute. Wer die ins Bild gesetzten Orte persönlich kennt, wird von Sehnsucht ergriffen, wieder dort hinzufahren und wer noch nicht dort war, kann Lust bekommen, diese geschichtsträchtigen Orte wie IONA oder LINDISFARNE zu bereisen. Gern gebe ich fünf Sterne für ein gelungenes, informatives Feature voller Poesie und Schönheit.