Produktinformation
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Das Buch ist sehr schön angelegt: optisch ansprechend ist die Gestaltung von Höhenprofil und Kartenskizze, die zu jeder Tour abgedruckt werden. Die Texte der Tourenbeschreibung sind aufgelockert und strukturiert durch optische Anker in Form von Ortstafeln. Einheitliche Logos fassen die "Eckdaten" der Tour zusammen. Ergänzt werden die Texte durch sehr schöne Fotos von Land, Leuten und Sehenswürdigkeiten sowie natürlich einigen Bildern von Jan Ullrich.
Die gute Machart des Buches zeigt sich zudem an den beigelegten "Infostreifen" - für jede Tour gibt es einen Streifen (ca. doppelt so lang wie eine Kreditkarte) aus Kunststoff, der die wichtigsten Tourinfos und eine Kurzbeschreibung enthält. Ideal zum Mitnehmen in der Trikottasche ohne Angst haben zu müssen, dass sich die Informationen unterwegs durch den Schweiß in irgendeine unleserliche Masse umwandeln.
Insgesamt ist das Buch allerdings doch eher auf sehr trainierte Rennradler abgezielt - weniger trainierte Tourenfahrer (so wie ich) können sich allenfalls Anregungen für Teilstrecken holen. Denn von den 17 beschriebenen Touren ist eine unter 80 km und alle bis auf drei Touren sind (z. T. deutlich) länger als 150 km. Weiter ist nur eine Flachetappe beschrieben (165 Höhenmeter), ansonsten haben die Touren mind. 1100 Höhenmeter - die Regel sind aber 1500 bis 2500 Höhenmeter. Drei der Touren eignen sich schon für die Planung von Mehrtagestouren (231 km/ 5110 Höhenmeter, 387 km/ 4010 Höhenmeter und 309 km/4426 Höhenmeter).
Die Tourbeschreibungen sind im Großen und Ganzen ebenfalls an den "Ansprüchen" von Rennradlern orientiert: Die Strecken verlaufen fast ausschließlich auf Straßen. Da hier oft eine gute Beschilderung vorherrscht ist die eigentliche Routenbeschreibung recht knapp gehalten. Trotzdem geht der Text ein bisschen auf die Streckencharakteristik ein - ist dabei allerdings nicht immer ganz exakt in Längen oder Steigungsangaben.
Die Texte werden ergänzt durch einige inhaltliche Abstecher zur Geschichte und Landschaft. Als ergänzende Information erhält man Tips zu Unterkünften, Einkehrmöglichkeiten oder Radläden an der Strecke. Für die meisten Leser wird allerdings die empfohlene Übersetzung nutzlos sein - hier wird für hinten und vorne die Zähnezahl nur für das groß Ritzel angegeben. Die Angaben zur Dauer einer Tour werden für verschiedene Durchschnittsgeschwindigkeiten angegeben: von 20 bis 35 km/h. Letzteren Schnitt wird wohl Jan selbst gerade so schaffen auf einigen Touren - für den "Otto-Normal-Radler" werden in einigen Fällen schon die 20 km/h im Schnitt utopisch sein.
Insgesamt bleibt mir als Fazit, dass das Buch für Schwarzwaldfans trotz der kleineren Schwächen ein Genuß ist. Für Anregungen und als Appetitanreger (man muß ja Ziele haben - vielleicht schafft man dann doch mal die ein oder andere Tour "am Stück") ist es in jedem Fall sein Geld wert.
Auf Seite 124 wird dann noch von einem Abstecher zum Fernsehturm auf der Hornisgrinde gesprochen und die Länge dieser Stecke mit "gut einem Kilometer" angegeben. Laut meinem Tacho sind es immerhin 2,9 Kilometer, sonst wären die 240m Aufstieg ja auch etwas heftig...
Es sind solche Ungereimtheiten, die einen zweifeln lassen, ob Jan je diese Touren gefahren ist, oder ob er sich zumindest angeschaut hat, was seine Ghostwriter da für ihn zusammengeschrieben haben.
Schade um das schöne Buch, aber Anregungen für eigene Touren kann man sich dort schon holen, nur genaue Informationen, wie sie einen Radfahrer eigentlich interessieren, darf man nicht erwarten.
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