Also, was Tabori hier versucht, ist schon soetwas wie seelenkundliches Experiment, ist der Versuch, " ein Junggenie" vom Himmel hoch herzulocken, herzuholen das, was in ihm also schlummert.
Hei, wie das fliegt (und es schlummerte doch nur)- und wie es schon allein beginnt: "In einer kalten Nacht, die in den Morgen graute..."
Was wird erzählt ?
Die Mär von Adolf und seinem jüdischen Gegenüber in Wien anno 19... und Schnee also. Und hier beginnt, bzw. endet das, was uns manchmal bis in die Träume gerne verfolgt, nämlich die fürchterliche Verfolgung selbst.
Die Vorstellung aber, es könnte so gewesen sein und so auch wieder nicht und doch geradeso, die steht.
Wie, wäre es möglich gewesen, dieses Biest zu verändern ?
Ihn zu einem Menschen wie Du und Ich zu machen ?
Er war einer!.
Er war soetwas wie wir und doch wieder nicht, denn hinter dem Schnauzbart verbarg sich so etwas, das wir hündisch zu nennen belieben.
Da saß jemand, der nicht zögerte und zubiß.
Vorsicht, sagen wir so gerne heute, Vorsicht!
Doch wird es spaßig erzählt und es ist so tragisch auch.
Mehr wird nicht verraten.
Nur noch soviel, daß auch die anderen Kurzgeschichten in diesem Band eine Beziehung zu der etwas längeren Erzählung "Meine Kämpfe" haben - und das ist gut so.
Da wird eine Vostellung im Freien vorbereitet und ein Rebbe ans Kreuz genagelt, daß es nur so kracht und allein die Vorbereitung mit dem Junggenie Bernini und - natürlich mit Butterfly (sehr Zen!)- läßt die Seele auf den Flügeln der Wasweißich flattern.
So kann man jedenfalls noch im Alter schreiben, so schön und so leicht und so bittersüß, einfach hervorragend !
Es ist gut, daß der Verlag Wagenbach dieses Ereignis neu herausbrachte.