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Meine Kämpfe.
 
 
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Meine Kämpfe. [Broschiert]

George Tabori
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Broschiert, März 2002 --  

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Produktinformation

  • Broschiert: 157 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt (März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596106648
  • ISBN-13: 978-3596106646
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 878.470 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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George Tabori
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

George Tabori führt in seiner Prosa-Farce den jüdischen Wanderhändler Schlomo Herzl mit Adolf Hitler in einem Obdachlosenasyl zusammen. (Hitler lebte während seiner Wiener Hungerjahre vorübergehend in einem solchen Asyl). Schlomo Herzl schlägt sich damit durch, daß er nächtens in Wiener Kaffeehäusern Bibeln oder die damals noch verbotene Fanny Hill an den Mann bringt. Da er tagsüber schläft, weil er seinen Geschäften nur nachts nachgeht, überläßt er dem frisch aus Braunau zugewanderten Hitler als Bettgeher seine Schlafstatt. Während der Betten-Schichtwechsel führen die beiden die abstrusesten Gespräche. Es ist ausgerechnet Schlomo, der den nervenschwachen Hitler immer wieder aufrichtet. Schließlich gibt er ihm den folgenschweren Rat: »Du bist ein mieser Schauspieler. Du solltest in die Politik gehen.« In diesem wahnwitzigen Text schimmert immer wieder schwarze Poesie durch.

Der Verlag über das Buch

Tabori, der eine Dramatisierung der Titelgeschichte mit großem Erfolg selber inszeniert hat, beschreibt in seinen Erzählungen die Welt verkehrt herum, denn nur so zeigt sie ihm ihr wahres Gesicht. So wird der jüdische Buchhändler Schlomo Herzl bei der Niederschrift seiner Lebensgeschichte mit dem Titel Mein Kampf von einem verhinderten Maler namens Hitler gestört, dem er vorschlägt, Politiker zu werden. Eine folgenreiche Empfehlung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Mit der köstlich zu lesenden Erzählung Meine Kämpfe" stößt der Theatermann Georg Tabori den Mythos Hitler vom Sockel. Fernab von jeglicher Verklärungen, Dämonisierungen oder Erklärungsversuchen als Wahnsinn erzählt der Autor mit unglaublich viel Biss die Jugend des Diktators, als jener noch als rüpelhafter und frustrierter Durchschnittsmensch im rechtsradikalen Wien sein Glück versucht.
Geradezu grotesk ist hierbei sein Verhältnis der pubertären Diktators zum Juden Schlomo Herzl, der Hauptfigur der Erzählung, der sich des jungen Hitlers annimmt, diesem als Gewissen dient und sogar seinen Mantel leiht, obwohl er von Welteroberung einschließlich Neuseelands" halluziniert und keine Gelegenheit auslässt den Frust seines Scheiterns gegenüber dem Gönner" auszulassen.
Das Buch darf jedoch - trotz seines Bisses und seiner Satire - nicht als Pharse verstanden werden.
Allzuoft verleitet es zu einem Lächeln, trotz der unheilverkündenden Anspielungen, die den Leser erschauern lassen. So lassen viele Szenen, die bevorstehende Katastrophe erahnen: so zum Beispiel der Rat Schlomo Herzels, Hitler solle sich der Politik widmen, die düstere Figur Hitlers Jugendfreundes, des Forschers Himmlisch, der Schädel auf Tischtennisballgröße schrumpfen lassen kann, sowie die Szene, in welcher die Henne Mitzi dem Choleriker Hitler zum Opfer fällt und von diesem verspeisest wird. Die Erzählung ist regelrecht vollgepackt mit Anspielungen und Querverbindungen zu historischen Ereignissen. Die Wahl des Namens Herzl" erinnert an den Wiener Theodor Herzl, den Begründer des Zionismus, das ungeschriebene Lebenswerk der Hauptfigur trägt den Namen Meine Kämpfe" und vieles mehr. Überaus gelungen ist auch die das die Figur einer weiteren gescheiterten Existenz des Wiens der Jahrhundertwende, eines Judens der Schlomo Herzl regelmäßig auflauert um als Gott aus einem brennenden Busch" zu predigen und Schlomo Herzl zu bestrafen.
Der Rhythmus und Erzählstil des Werks erinnern oft an Theaterstücke und szenische Darstellungen und spiegeln somit die umfangreiche Bühnenerfahrung des Autors wider.
Zahlreiche Querverbindungen bestehen auch zu den anderen Erzählungen des Buchs, wie die Inszenierung der Kreuzigung auf dem Golgatha, das zum Medienevent wird.
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr Zen ! 2. September 2002
Von Klaus Grunenberg VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Also, was Tabori hier versucht, ist schon soetwas wie seelenkundliches Experiment, ist der Versuch, " ein Junggenie" vom Himmel hoch herzulocken, herzuholen das, was in ihm also schlummert.
Hei, wie das fliegt (und es schlummerte doch nur)- und wie es schon allein beginnt: "In einer kalten Nacht, die in den Morgen graute..."
Was wird erzählt ?
Die Mär von Adolf und seinem jüdischen Gegenüber in Wien anno 19... und Schnee also. Und hier beginnt, bzw. endet das, was uns manchmal bis in die Träume gerne verfolgt, nämlich die fürchterliche Verfolgung selbst.
Die Vorstellung aber, es könnte so gewesen sein und so auch wieder nicht und doch geradeso, die steht.
Wie, wäre es möglich gewesen, dieses Biest zu verändern ?
Ihn zu einem Menschen wie Du und Ich zu machen ?
Er war einer!.
Er war soetwas wie wir und doch wieder nicht, denn hinter dem Schnauzbart verbarg sich so etwas, das wir hündisch zu nennen belieben.
Da saß jemand, der nicht zögerte und zubiß.
Vorsicht, sagen wir so gerne heute, Vorsicht!
Doch wird es spaßig erzählt und es ist so tragisch auch.
Mehr wird nicht verraten.
Nur noch soviel, daß auch die anderen Kurzgeschichten in diesem Band eine Beziehung zu der etwas längeren Erzählung "Meine Kämpfe" haben - und das ist gut so.
Da wird eine Vostellung im Freien vorbereitet und ein Rebbe ans Kreuz genagelt, daß es nur so kracht und allein die Vorbereitung mit dem Junggenie Bernini und - natürlich mit Butterfly (sehr Zen!)- läßt die Seele auf den Flügeln der Wasweißich flattern.
So kann man jedenfalls noch im Alter schreiben, so schön und so leicht und so bittersüß, einfach hervorragend !
Es ist gut, daß der Verlag Wagenbach dieses Ereignis neu herausbrachte.
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