zwischen zwei ungewöhnlichen Frauen.
Meakers Buch ist ein Tagebuch. Ist ein Erinnerungsbuch. Ist eine Biografie. Ist ein Liebesroman. Ist ein Portrait der New Yorker Künstler- und Lesbenszene.
Geschildert wird darin das eigenwillige, wilde Künstlerleben in den 1950-er Jahren in der New Yorker Intellektuellenszene. 1959 lernte die damals 32-jährige Autorin die zu dieser Zeit 38-jährige Patricia Highsmith kennen und verliebte sich sofort in sie. Highsmith war bereits ein "Star" der Literaturszene. Ihr Roman "Zwei Fremde im Zug" wurde bereits 1950 von Hitchcook verfilmt. Es war eine schwierige Liebe; nicht weil sie zwischen zwei Frauen entstand, sondern weil P.H. eben P.H. war.
Jeder, der sich mit dem Werk der großen verstorbenen Schriftstellerin und damit fast zwangsläufig mit ihrer Person beschäftigt hat, ahnt, dass eine so enge Beziehung zu ihr schon im Keim zum scheitern verurteilt ist: Was Highsmith so anziehend machte, machte sie auch unerreichbar.
Das Buch von Marijane Meakers ist schön zu lesen und spannend wie ein Roman; es ist auch ein gutes Buch für Leute, die an den Personen der beiden Schriftstellerinnen nicht interessiert sind. Das gilt meiner Meinung nach aber für fast alle Bücher aus dem Haus Diogenes.
Meakers ist vermutlich unter dem Namen M. E. Kerr bekannter. Sie benutzt mehrere Pseudonyme und hat als Vin Packer einen Klassiker der Lesben-Literatur verfasst. Sie ist eine erfolgreiche Autorin und lebt heute, hochbetagt, aber immer noch geistig rege, im Staat New York. Ich danke ihr dafür, dass sie mir einen Blick auf die jüngere Highsmith gewährte, mit der sie damals in New York lebte. Diese Stadt existiert so heute auch nicht mehr.