Dass ich ausgerechnet bei einem Buch aus und über den Irak nicht mehr aufhören kann zu lesen, hätte ich nicht gedacht... Aber die sehr persönliche, niemals aufdringliche Art der Autorin zu schreiben hat mich vom ersten Moment an in einen unwiderstehlichen Sog gezogen. Man fragt sich ja erst mal, wer macht das, in dieser Zeit, anderthalb Jahre im Irak leben, aber es ist eben keine durchgeknallte Abenteurerin auf einem Selbsterfahrungstrip, die da schreibt, sondern eine erfahrene Journalistin die versucht vor Ort wirklich Sinnvolles zu tun und dabei sehr menschlich rüberkommt.
Seite um Seite habe ich ihre Erlebnisse in der Frauen-WG verfolgt, beim Lesen richtig mitgefiebert und dabei ganz nebenbei so viel über den Irak erfahren wie sonst in hundert Zeitungsgeschichten nicht. Wir hören ja eigentlich nicht wirklich was aus dem Land, immer nur von den Toten, den Bomben. Das hier aber ist Alltag, so lebendig erzählt, aus der Frauenperspektive, aber auch mit klugem politischem Blick. Gut fand ich auch die Verbindung von privat Erlebtem mit dem großen Politischen.