Petter Hegre hat seine Frau seit dem Tag ihres Kennenlernens (auch davon ein Bild im Buch!) fotografiert, zumeist, mit sehr wenigen Ausnahmen nackt, auf der Toilette, erotisch, beim rasieren, masturbieren und beim Sex, auch mit dritten. Nie wirkt die Situation gestellt. Damit stellt das Werk einen wesentlich fundamentaleren Tabubruch als Stuart's oder Kern's Fotografie dar. Denn beide lichten Modelle in Posen ab, aber die Bilder Hegre's sind echt, ohne auch nur im geringsten in die Seichtheit der Containerreality abzugleiten. Damit ist es weniger ein kaeuflicher Bilband als ein Geschenk an den Betrachter. Der lomographische Stil mag auf Verehrer feinstgezeichnter Schaambehaarung wenig verfuehrerisch wirken, aber gerade das verstaerkt noch die unzweifelhafte Authentizitaet.
Die Bilder sind unglaublich emotionsstark, aus manchen dringt praktisch noch das Lachen beider ueber die Situation heraus, andere zeigen die sexuelle Lust, Konzentration und Hingabe in ihrem Gesicht in einem Grad zu dem keine gestellte Darstellung faehig ist. Ein ueberaus starkes Dokument liebender Faszination des Fotografen und echter sexueller Freiheit beider. Man koennte fast neidisch werden.