Es zupfte frech an Bookey Peeks Schuhen und hieß in der Landessprache Sindebele "Suza" - Furz. Weil ein junges Warzenschwein ihrer Ansicht nach schlecht in einem Lebensmittelladen leben konnte, kaufte die Autorin es seinen Besitzern ab. Suza wurde der Familie Peek mit auf die Lebensmittelrechnung gesetzt. Die Peeks hatten 1990 eine durch Überweidung heruntergewirtschaftete Farm an Simbabwes Grenze zu Botswana gekauft, mit einem wunderbarem Blick auf die Matobo Hills. Wenn im Farmhaus bereits Hunde, Igel und anderes Getier residieren, macht ein junges Warzenschwein zunächst nichts als Scherereien. Der kleine Furz wird in Poombi umgetauft und soll lernen, sich im Haus wie ein reinliches Tier zu benehmen. Dazu gehört, dem von Hand aufgezogenen Warzenschwein beizubringen, dass es kein Labrador und auch nicht der Chef des Haushalts ist. Bis Poombi eines Tages Herrn Warzenschwein erhören und mit ihm zwei winzige Warzenschwein-Babys haben wird, muss von beiden Seiten ein schmerzlicher Trennungprozess bewältigt werden. Als im Haushalt Peek gleich mehrere junge Eulen aufgezogen werden, stellt das die Geduld der Zieheltern auf eine harte Probe. Von Hand aufgezogene Eulen sehen ihren Menschen nicht selten als Partner und den dazu gehörenden Ehepartner für höchst überflüssig an. Vom Zusammenleben mit afrikanischem Personal, Eigenheiten der Farm-Besucher bis zum Heimunterricht für Sohn David erzählt Bookey Peek mit staubtrockenem britisch wirkenden Humor.
Bookey Peek erzählt zwar vordergründig Anekdoten von verwaisten Tierbabies und dem Leben auf einer Gästefarm. Sie zeigt in diesen Anekdoten nüchtern und fern aller Afrika-Klischees, dass mit der Farm der Lebensunterhalt der Familie verdient werden muss und die Aufzucht von elternlosen Wildtieren wenig romantisch ist. Auch die für die Farmer in Simbabwe exsistenzgefährdende Situation, jederzeit von der Regierung enteignet werden zu können, erfahren die Leser ungeschminkt. Richard Peek hatte vor seiner Arbeit auf Stone Hills als Wildhüter, Museumskurator und Tierpräparator gearbeitet. Der Umgang der Peeks mit Tieren (den Wildtieren auf der Farm und den Handaufzuchten im Gehege) ist von Wissensdurst, Geduld und Verantwortung geprägt. Sie haben schränkeweise Fachliteratur gesammelt und sind stets bemüht, ihre Tierbabies sobald wie möglich in ein artgerechtes Leben zu entlassen. Die wissenschaftliche Sorgfalt, mit der Tiersichtungen und Tierspuren kartiert, sowie die Geschichte von Buschmann-Felszeichnungen oder Tonscherben aus der Eisenzeit von den Peeks verfolgt werden, hat mir außerordentlich gut gefallen.
Wer Freude an den Erlebnissen mit unniedlichen Tierarten wie Schlangen, Antilopen oder Warzenschweinen hat, wird von Bookey Peek mit ihrem ausgeprägten Sinn für Humor bestens unterhalten und dabei umfassend informiert.