Pressestimmen
"'Marcel wollte ein Reisender ohne Gepäck sein', schreibt Lydie Fischer Sarazin-Levassor in ihren äußerst unterhaltsamen, aufschlussreichen und erst gegen Ende bitter zu lesenden Erinnerungen. Dass er auch sie als Ballast empfand, wurde ihr zu spät bewusst. Dennoch schreibt sie 50 Jahre später ohne jegliches Ressentiment oder Rachegefühl. Lesenswert ist auch das ausgezeichnete Nachwort Herbert Molderings, das diese Ehe in Duchamps Biografie einordnet." --Eva Hepper, Deutschlandradio Kultur, 02. November 2010
"Ein ganz unverstelltes, gerade deshalb hellsichtiges Erinnerungsbuch. (...) Lydie Fischer Sarazin-Levassor gibt teils sehr scharfsinnige Beschreibungen der Corona um Duchamp (...)" --Rose-Maria Gropp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. November 2010
"Charmante Einblicke in ein kurzes Ehe-Experiment." --ART, Dezember 2010
Kurzbeschreibung
50 Jahre später hat Frau Fischer (1903-1988) ihre Erinnerungen an diese kurze, für sie äußerst turbulente und auch schmerzhafte Zeit festgehalten, die gemeinsamen, dadaistisch witzigen Abende mit Picabia und Ray als auch die vielen Begegnungen mit Kiki de Montparnasse, Constantin Brancusi, Jean Cocteau, Robert Desnos, Jacques Doucet und anderen Persönlichkeiten sowie natürlich ihre ersten Liebeserfahrungen mit dem beau galant beschrieben alles ohne Ressentiments oder Rachegefühle. Dieses erstaunliche Dokument blieb merkwürdigerweise jahrzehntelang unpubliziert. Wir legen es nun in deutscher Übersetzung vor, zusammen mit einem höchst informativen Nachwort des großen Duchamp-Spezialisten Herbert Molderings. Diese kurze Ehe-Episode wird nämlich seit Jahrzehnten in fast allen Duchamp-Biografien entweder ganz unterschlagen oder aber nur äußerst kursorisch am Rande behandelt. Dabei wirft sie relevante Fragen auf. Weshalb ließ sich der wendige, hochcharmante und intelligente Künstler, der sich mit seiner (heute weltberühmten) Liebesallegorie Die Braut, von ihren Junggesellen nackt entblößt, sogar in der Kunstwelt eben einen Namen gemacht hatte, auf dieses Experiment überhaupt ein? Was trieb ihn? War es nur frivol experimentelles Spiel? Was waren seine Absichten, Erfahrungen, sein Selbstverständnis dabei, was seine Schlussfolgerungen hernach? Erinnerungen und Nachwort werfen ein gänzlich neues Licht auf den Jahrhundert-Künstler.