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TOP 500 REZENSENTam 28. November 2013
Ergreifend offen erzählt Tolstoi in diesem Buch, wie er in der Mitte seines Lebens in eine tiefe Lebenskrise geraten ist, die ihn nahe an den Rand des Selbstmordes gebracht hat. Nicht zufällig verweist der Titel auf eine Beichte, denn das Buch gerät zugleich zu einer intensiven und ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Glauben.

Tolstoi beschreibt zunächst sein Leben, dem nichts zu seinem Glück fehlt. Er hatte Geld, vorzügliches Essen, eine gute Wohnung, Weiber, Gesellschaft. Er war berühmt. Und schließlich gründet er mit seiner Frau eine Familie, der neue Mittelpunkt seines Lebens. Vom Glauben an Gott hat er sich als junger Mann ohne Gewissensbisse und Schmerzen losgesagt. Er lebt so, wie alle leben, und alle leben aufgrund von Prinzipien, die nichts mit dem Glauben zu tun haben. Die Glaubenslehre, so meint Tolstoi in jungen Jahren, hat keinen Teil am Leben der Menschen.

Als Tolstoi auf die 50 zugeht, werden jedoch die Augenblicke der Mißstimmung immer häufiger: sein Leben steht still und es tauchen die immer gleichen Fragen auf: wozu all die Sorgen? Und was dann? Das ganze Leben ist nüchtern betrachtet ein einziger Betrug und man kann nur leben, solange man vom Leben berauscht ist. Der Verstand sagt ihm, dass das Leben ein Unsinn ist, und dass nichts dabei herauskommt. Die früheren Freuden des Lebens versteht er jetzt als Täuschung und Betrug, die nur dazu dienen, das Entsetzen vor dem Tod zu betäuben. Die Frage, die ihn fast zum Selbstmord treibt, ist eine ganz einfache - wie alles Wesentliche im Leben einfach ist. Was kommt heraus aus dem, was ich tue, aus meinem Leben? Hat mein Leben einen Zweck, der durch den Tod nicht aufgehoben wird?

Tolstoi begreift, dass dieses Leiden an der Sinnlosigkeit etwas äußerst Lebenswichtiges ist und dass die sich immer wiederholenden Fragen beantwortet werden müssen. "Solange ich nicht weiß, wozu ich etwas tue, kann ich nicht leben." Es ist also soweit gekommen, dass er - ein gesunder, glücklicher Mensch - fühlt, dass er so nicht mehr weiterleben kann. Wer die Sinnlosigkeit einer Handlung einmal erkannt hat, muss früher oder später aufhören, sie auszuüben. Wer in seinem Tun keinen Sinn erblickt, kann nicht glücklich sein.

Tolstoi wägt jahrelang intensiv und immer wieder zweifelnd die Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ab. Die Wissenschaften und die Philosophie können ihn nicht befriedigen. Dann wendet er sich den einfachen Menschen zu. Diese gehen meist zu allen Zeiten den epikureischen Weg. Sie fühlen die Hoffnungslosigkeit des Lebens und genießen erst recht einstweilen die Güter, die sie erreichen können. Viele andere wiederum gehen den Weg der Schwachheit. Sie verdrängen die existentielle Sinnfrage und leben einfach weiter, wie bisher, in der vollen Erkenntnis, dass nichts dabei herauskommt.

Nach einem jahrelangen selbstquälerischen Suchen findet Tolstoi schließlich zurück zur alten Lebenskraft. Er gewinnt die weise Einsicht, dass mit der Vernunft alleine niemals die Frage nach dem Sinn zu beantworten ist. Wie aber dann? Der Glaube an Gott ist es, der uns Sinn geben kann, einen Sinn, den wir nie ganz vernünftig begreifen können. Nicht umsonst haben Menschen zu allen Zeiten an etwas Göttliches geglaubt. Gott hat den Menschen in die Welt gebracht und Aufgabe des Menschen ist es, seine Seele entweder zu retten oder zu vernichten und nach Gottes Geboten zu leben. Sinnvoll lebt der, der sich von allen zerstreuenden Lüsten des Lebens lossagt, arbeitet, demütig dem eigenen Leben gegenüber und barmherzig zu anderen Menschen ist. Tolstoi flüchtet aber nicht einfach zum orthodoxen kirchlichen Glauben. Er beharrt darauf, dass die Religion Wahres verkündet, aber auch genug Falsches. Aufgabe der Vernunft ist es zu jeder Zeit, dies auch gegen die Religionswächter herauszufinden. Ohne Gott hat das Leben keinen Sinn.

Neben dem Glauben wird Tolstoi von einer anderen weisen Einsicht zurück ins Leben gebracht. Es ist die Einsicht, dass der Sinn des Lebens bei den einfachen Leute zu finden ist. Die vernünftige Erkenntnis verführt eher zu müßigem Räsonnement. Begreifen kann ich das Leben nur, wenn ich ein einfaches Leben führe. Es gibt eben keinen anderen Sinn im Leben, als zu arbeiten, im Einklang mit der Natur und zum Nutzen auch der anderen Menschen zu leben. Wie beim weisen Prediger Salomo besteht das wahre Leben für Tolstoi darin, die Momente der Freude und des Glückes zu genießen, die mir das Leben bietet, aber auch das Unglück in Ruhe hinzunehmen. Geist, Ehrenhaftigkeit, geraden Sinn, Herzensgüte und Sittlichkeit trifft man meist bei den einfachen Menschen an.

Ob wir Heutigen Tolstoi hier zustimmen, sei dahin gestellt. Die Gottesfrage verweist aber auf etwas Zeitloses, dem keiner von uns entkommen wird. Denn das Leben bleibt letztlich immer unergründlich und ein Geheimnis. Es bleibt bedeutungsoffen und geschieht immer in einem "Raum" des Verstehens. Menschen mit Herz und Verstand, Gefühl und Ratio können die letzten Fragen des Lebens stets nur nebulös erkennen. Der Fehler der Vernunft ist es, zu meinen, einen festen Lebenssinn ein für allemal fest bestimmen zu können. Der Glaube an Gott ist sicher eine, wenn nicht die einzige Möglichkeit in der sich ein Mensch der - im Offenen stehenden - Sinnfrage angmessen nähern kann. Wer an Gott nicht glauben kann, muss auf diese letzte Frage seines Lebens eben eine andere Antwort finden oder eben verdrängen. Dies ist das eigentliche Menetekel unserer heutigen, gottlosen Zeit.

Wer das Buch mehr als nur mit freundlichem Interesse liest, wer berührt und getroffen ist, der steht oder stand wohl selbst schon einmal offen vor diesen existentiellen Fragen nach dem Sinn seines Lebens. Immer muss der Mensch alleine damit fertig werden, denn darüber, was sinnvoll, gut und notwendig ist, kann nicht das richten, was die Leute reden und tun, sondern nur ich selbst in meinem Herzen. Das Buch gehört zu den wirklich wenigen Büchern der Weltliteratur, die einen nachdenkenden Leser fürs ganze Leben begleiten sollten. Erstens: wenn man das ganze Brimborium des Lebens beiseite schiebt, bleiben nur wenige, ewige und ganz einfache Fragen übrig. Und dazu gehört die Frage nach dem Sinn unseres Lebens. Zweitens brauchen wir solche Bücher um uns selbst im Zwiegespräch mit dem Autor an dieser Frage immer wieder abzumühen.
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am 1. März 2011
Immer wieder sehnte ich mich nach einem Gesprächpartner, der an einem Punkt im Leben angekommen ist, wo scheinbar nichts mehr einen Sinn ergibt und der aus diese "Sinneskrise" heraus, das Leben neu "angepackt" hat. Ich hatte viele Fragen an diesen Menschen und dann kam mir "Die Beichte" in die Hände. Ich war erstaunt teilweise meine Gedanken, Erfahrungen, Schlussfolgerungen und Gefühle darin zu finden. Obwohl seit Tolstois Beichte fast 120 Jahre vergangen sind und unsere Gesellschaft sich weitgehend modernisiert und technisiert hat, scheint es, dass wir in der Frage nach dem Sinn des Lebens kein Stück weiter gekommen sind. Als müsste jeder Mensch irgendwann durch die große "Depression" hindurch, um sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Das "Gespräch" mit Tolstoi hat mir geholfen zu wissen, dass ich mit meinen Empfindungen, Zweifeln, Suche etc. nicht alleine bin - und das tat gut.
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am 1. Februar 2015
...nachdem er den Glauben daran bezeugt hat, dass er beim heiligen Abendmahl den wirklichen Körper und das wirkliche Blut Christi zu sich genommen habe.Tolstoi wird bewusst, wie oberflächlich er gebeichtet und die nötigen Texte dahergesagt hat. Auf seiner Sinnsuche vertieft er sich in religiöse Fragen und eigentlich wider seinen eigenen Willen ins Studium der Heiligen Schrift. Im Wissen, dass es längst nicht für alles Erklärungen gibt.

Zunächst erinnert sich der Autor von "Meine Beichte" an seine Jugend und die Jahre als er als junger Mann Gott geleugnet hat. Er war ehrgeizig und strebte nach geistiger Vervollkommnnung, er wollte als "besser" wahrgenommen werden, er strebte an stärker zu sein, berühmter, reicher als alle anderen. So lebt er etwa 15 Jahre dahin als Schriftsteller für Ruhm und Geld. Mit 26 heiratet er und gründet eine Familie.
In der Mitte seines Lebens gerät er in eine Krise. Immer eindringlicher drängen sich die Fragen auf: weshalb und warum er lebe, auf die er keine Antwort findet. Es bedrückt ihn, die Bedeutung, den Sinn des Lebens nicht zu begreifen aber er ist auch nicht in der Lage die Augen zu verschliessen vor dem, was ihn umtreibt.
Trotz seiner Zweifel und seinem Leiden die sein Leben in den Grundfesten erschüttern, dringt er in die tiefen der "Wahrheit" des Glaubens vor, zwischen Nicht-Wissen und Nicht-Verstehen. Und er erkennt, dass der Glaube die Kraft des Lebens ist.

Die Veröffentlichung dieses Buches wurde 1882 verboten und als 1901 der Roman "Die Auferstehung" vorlag wurde Leo Tolstoi vom Heiligen Synod exkommuniziert. Seine Anschauungen zogen den Widerstand politischer und kirchlicher Einrichtungen auf sich.

Diese tiefgründige im eigentlichen Sinne zeitlose Lektüre ist wirklich empfehlenswert.
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am 10. März 2011
In dieser verlorenen Welt, wo alles verloren scheint, entdeckt man immer wieder einen Lichtblick, einen Gedanken, der nicht vergebens war, der uns eine andere Seite aufzeigt...Sehr gutes Buch.
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am 11. Mai 2013
Wer sich für das Leben des Lew Tolstoj interessiert, wird an diesem Buch seine Freude haben.

Es erzählt die Geschichte von einer persönlichen Krise bishin zur Überwindung ebendieser mit Hilfe des Christentums. Dabei bleibt das Buch selbstverständlich relativ eintönig, doch die knapp 100 Seiten lassen sich schnell lesen und zu einer interessanten Erkenntnis kommen.
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am 23. Oktober 2009
Tolstoi schildert mit einigen Gleichnissen die Entwicklung, die er in der Beantwortung einer Frage genommen hat. Diese Frage ist die Frage nach dem Sinn des Lebens und stellt sich in verschiedenen Formen dar. So kann man fragen:

"Was folgt aus dem, was ich heute tue und was ich morgen tun werde, was folgt aus meinem ganzen Leben?"

oder

"Warum muss ich leben, warum wünschen und handeln?"

oder

"Liegt in meinem Leben ein Sinn, welcher nicht durch den unvermeindlichen, immer bevorstehenden Tod vernichtet wird?"

Strategien, mit denen das Bewusstsein der Sinnlosigkeit des Lebens bewältigt werden können, sind Unwissenheit, Epikureismus, Suizid oder einfach Schwäche.
Erste Antwortversuche auf die Frage nach dem Sinn des Lebens unternimmt er mit Hilfe der Erfahrungswissenschaften, jedoch merkt er bald, dass ihre Antworten nur im Endlichen liegen können, die Frage greift jedoch ins Ewige. So findet er bald zur Kirche und zur Religion.
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am 9. Oktober 2009
Verstand, der nach dem Sinn des Lebens sucht und mit erstaunlicher Schärfe Antworten findet. Das läßt einen nicht kalt!
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