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Mein wunderschöner Schutzengel - Als Nellys Mama Krebs bekam: Eine Erzählung für Eltern und Kinder
 
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Mein wunderschöner Schutzengel - Als Nellys Mama Krebs bekam: Eine Erzählung für Eltern und Kinder [Broschiert]

Kerstin Hermelink , Eckhard Hundt

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Kurzbeschreibung

In Deutschland erkranken jährlich fast 50.000 Frauen an Brustkrebs viele davon in einem Alter, in dem ihre Kinder noch klein sind. Mein wunderschöner Schutzengel erzählt von der Konfrontation mit der Krankheit Krebs als einem Abenteuer, das mit Mut und Phantasie von Eltern und Kindern gemeinsam bestanden werden kann.An Nellys siebtem Geburtstag fehlen die Marzipantiere auf der Torte. Mama schläft einfach weiter ohne zu gratulieren, und Papa macht ein trauriges Gesicht. In der Nacht sieht Nelly ihre Mama weinen. Nellys Mama hat erfahren, dass sie Krebs hat, und für die Familie beginnt eine Zeit der Veränderung.

Auszug aus dem ersten Kapitel. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Nelly wird sieben Wenn die Bäume fast keine Blätter mehr haben und es immerzu regnet, dann freue ich mich, denn dann kommt bald mein Geburtstag. Da wache ich morgens auf und denke: „Jetzt ist es soweit - heute habe ich Geburtstag!“ Ich kann es immer kaum glauben, obwohl es doch jedes Jahr einmal wirklich so ist. Schnell springe ich aus dem Bett und ins Wohnzimmer, wo ich meine Geschenke finde. Dann laufe ich weiter in die Küche, und dort steht auf dem Frühstückstisch ein Schokoladenkuchen, den Mama gebacken hat. Auf dem Kuchen stehen kleine Tiere aus Marzipan, die auch Mama gemacht hat. Das sieht schön aus, und die Tiere stehen so im Halbkreis auf dem Kuchen, als ob sie mir alle gratulieren wollten. Mama und Papa kommen aus ihrem Bett und umarmen mich. Ich glaube, sie sind an meinem Geburtstag auch ein bisschen aufgeregt, denn sie sind gar nicht so verschlafen wie sonst, sondern ganz wach und packen mit mir die Geschenke aus und freuen sich. Ich dachte, so würde es immer sein, wenn ich Geburtstag habe, bis ich erwachsen bin. Aber dann war es einmal doch ganz anders. Das war vor drei Jahren, als ich sieben Jahre alt wurde. Ich war wieder ganz früh aufgestanden und ins Wohnzimmer gelaufen. Da lagen sie, die Pakete mit meinen Geschenken. Und in der Küche stand mein Geburtstagskuchen mit seinem Überzug aus Schokolade – aber wo waren die Marzipantiere? Es war kein einziges Tier auf dem Kuchen, nicht einmal das winzigkleinste Schweinchen. Hatte Mama sie vielleicht nur noch nicht aufgestellt, und sie warteten hier irgendwo in der Küche? Ich schaute mich um, konnte sie aber nicht entdecken. Da kam Papa und umarmte mich. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, mein allerliebstes Nelly-Kind!“, sagte er, und dann: „Mama lassen wir erst mal schlafen, okay?“ Aber es war mein Geburtstag, da konnte Mama doch nicht einfach weiterschlafen, fand ich, und das sagte ich auch zu Papa. Aber Papa schaute mich ernst an und meinte: „Mama hat letzte Nacht nicht so gut geschlafen, weißt du. Lass uns beide mal ohne Mama Geschenke auspacken. Wenn du aus der Schule kommst, ist Mama ja da.“ Damit war ich eigentlich gar nicht einverstanden, aber Papa schaute mich so an – beinahe traurig sah er aus. Da sagte ich nichts mehr dagegen. Nachmittags feierten wir und spielten Spiele. Alle meine Freundinnen waren da und auch Kay. Er wohnt in der Wohnung nebenan. Wir kennen uns schon, seit wir beide Babys waren. Als ich abends im Bett lag, fand ich, dass es ein schöner Geburtstag gewesen war. Da fielen mir die Marzipantiere wieder ein. Sie waren nicht mehr aufgetaucht und ich hatte sie ganz vergessen, aber jetzt hätte ich doch zu gern gewusst, wo sie diesmal geblieben waren. Und wie ich darüber nachdachte, fiel mir auch noch ein, dass Mama gar nicht richtig fröhlich gewesen war, so wie sonst an meinem Geburtstag. „Jetzt kann ich ganz bestimmt nicht einschlafen“, dachte ich, und stand auf. Eigentlich wollte ich nur noch einmal das Perlenspiel anschauen, das ich zum Geburtstag bekommen hatte, aber dann huschte ich auf Zehenspitzen aus meinem Zimmer. Die Wohnzimmertür stand einen Spalt offen. Ich lugte durch den Spalt, und da saßen Mama und Papa, aber nicht so wie sonst. Papa hatte seinen Arm um Mama gelegt, und Mama hielt ihre Hände vor ihr Gesicht und weinte! Papa sah so aus, als ob er auch gleich weinen würde. Plötzlich klopfe mir das Herz bis zum Hals. Ich hatte Mama noch nie weinen sehen. Ich wusste zwar, dass Erwachsene auch manchmal weinen. Trotzdem ist es sonderbar, wenn die Eltern beide weinen oder beinahe weinen, und man weiß nicht warum. Warum waren sie wohl so traurig? Ich nahm mir fest vor, morgen gleich danach zu fragen, und schlich zurück ins Bett. Im Traum sah ich meine Schokoladentorte. Die Marzipantiere standen daneben und weinten. Plötzlich war da ein riesiger böser Wolf. Er öffnete sein Maul und verschlang mit einem Biss die Torte.

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