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Keine Angst, er liebt sie schon, seine Landsleute. Nur hält die Liebe nicht sehr lange vor. Heiliger Zorn befällt ihn gleich zu Anfang angesichts sonnenlahmer italienischer Behörden und ihrer Hilfestellung bei der Beschaffung eines Ersatzführerscheins. Eco aber, dessen Auto schon dreimal gestohlen wurde, wäre nicht Eco, fielen ihm nicht so ganz nebenbei einige wertvolle Tipps für die Autoindustrie ein, ihre Fahrzeuge mit Codewörtern auszustatten, um dieser erzitalienischen Vorliebe zur Beschaffung eines fahrbaren Untersatzes einen Riegel vorzuschieben. Dann wieder wird ihm glasklar die ökologische Tragweite der Autoumverteilung bewusst: schließlich verschwinden die Autos auf's Land, somit dient der Klau im Grunde der Entlastung unserer Städte. Economiser Eco.
So geht das in einem fort -- seine Grämlichkeit macht dabei Vergnügen und ist zudem anregend wie Pellegrino. Ob das die Begegnung mit einem pakistanischen Taxifahrer in New York ist, der partout nicht begreifen will, warum Italien mit niemandem im Kriege liegt, oder das Bedauern des Autors darüber, dass das Venedig Thomas Manns zugunsten von Fußgängerzonen und Fastfood-Ketten geopfert wurde, alles gerät bei Eco zum knappsten philosophischen Exkurs.
Seine spitzen Anmerkungen zum Thema mobiles Telefonieren, in dem die Italiener Weltmeister sind, machen aus jedem Macho schlagartig eine Minisalami. ("Wer das Handy als Machtsymbol heraushängen will, zeigt damit in Wirklichkeit doch nur allen seine verzweifelte Lage als Subalterner, der gezwungen ist, in Habachtstellung zu bleiben, auch wenn er gerade einen Beischlaf vollzieht").
Umberto Eco, Chefankläger und witziger Sittenwächter in Sachen kultureller Niedergang, legt eine Essaysammlung aus vierzig Jahren vor, eine wütende Liebeserklärung an seine Heimat, über die man nur staunen und lachen kann. --Ravi Unger
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