Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Erschütternd, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Mein teures Studium: Studentin, 19 Jahre, Nebenjob: Prostituierte (Broschiert)
Rein literarisch betrachtet gewinnt das Werk sicherlich keinen Blumentopf, allerdings studiert die Autorin auch Sprachen, keine Literatur, und hat die deutsche Übersetzung sicherlich nicht verbrochen. Sobald man über den saloppen, umgangssprachlichen Stil hinwegsieht, hat man ein spannendes, trauriges und wütend machendes Buch vor sich liegen, welches während der kurzweiligen Lektüre diverse Emotionen auslöst. Unverständnis über ihre Qualen zum Semesterbeginn: sie nimmt über zehn Kilogramm ab, da sie sich nicht genügend Nahrung leisten kann und man fragt sich, warum sie durch keine Behörde unterstützt wird. Ungeduld, warum sie ihren geizigen, reichen Partner nicht endlich verlässt. Ekel, wenn es um ihre Freier geht, denen sie sich notgedrungen hingibt. Misstrauen, wenn sie beim ersten Kunden noch vollkommen paralysiert ist, beim zweiten schon, wie soll man sagen, abgefuckt an die Sache herangeht und die, mh, Sache schnell in die Hand nimmt. Vom Paulus zum Saulus? Dennoch, ich glaube ihr. Das Buch soll auf die schwierige Situation der französischen Studenten hinweisen, nach Schätzungen sollen sich über 40.000 verkaufen. Schockierend, ein Armutszeugnis für die Behörden. Ob es in Deutschland besser aussieht, vermag ich nicht zu beurteilen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Lesenswertes Buch, 31. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Mein teures Studium: Studentin, 19 Jahre, Nebenjob: Prostituierte (Broschiert)
Ein interessantes Thema, ein interessantes Buch. Das Lesen ging sehr flott dahin, weniger aus literarischem Interesse als aus der Geschichte, die sehr spannend erzählt ist. Auch wenn mich bei der Lektüre immer wieder mal Zweifel befielen, ob denn Laura D. nun wirklich so arm ist wie sie ihre Situation im Buch beschreibt. Auch wenn die finanzielle und soziale Lage für viele Studenten heutzutage sicher nicht so rosig aussieht, werden doch auch hier von der öffentlichen Hand immer wieder Ausgaben gekürzt. Aber ich denke mir, das allein kann nicht der Grund sein, sich zu prostituieren. Vielmehr fand ich Gründe für diese Tätigkeit bei Laura D. auch in ihrer Vaterbeziehung, die ja mehr als problematisch ist, nicht zuletzt bezeichnet er sie einmal bei einem heftigen Streit als 'ein Stück Scheiße', und ignoriert sie dann auch in weiterer Folge. Auch ihr Freund Manu scheint sie wohl nicht sehr zu schätzen oder gar zu lieben. Obwohl er über mehr Geld verfügt als sie, beharrt er sehr pingelig darauf, dass sie ihm ja ihren Teil der Miete pünktlich und bis zum letzten Cent berappt, ebenso auch die Kosten für Lebensmittel. Dass sie sich später dann von ihm trennt, macht die Sache für sie dann allerdings nicht leichter. Sie gleitet dann erst recht in die Falle der Sexarbeit ab. Dass dann später eine neue Beziehung mit einem Mann, der es gut mit ihr meint, sie aber zum Ausstieg aus dem Gewerbe überreden und überzeugen will, das aber nicht schafft, in die Brüche geht, ist auch irgendwie verständlich. Dass die Kunden alles eher widerliche Kotzbrocken sind, mag anhand der im Buch vorkommenden doch eher wenigen Beispiele ein wenig verwundern, dürfte aber vielleicht der moralischen Intention des Buches geschuldet sein. Dass Kunde Joe dann gegen Ende des Buches Laura in einer Art 'Showdown' in der Kabine eines Sexshops eine Art sexuelle Apokalypse mit ca. zwanzig Männerschwänzen, die da auf die arme Laura eindringen, inszeniert, fand ich dann doch ein wenig zu dick aufgetragen und hält auch der Erzähllogik kaum stand. Die beiden Nachworte, eines der Soziologin Eva Clouet, die die anonym gebliebene Laura D. zur Veröffentlichung ihrer Geschichte angeregt hat, und das zweite eines deutschen Journalisten erhellen dann doch ein bisschen das Umfeld und geben einigen Einblick sowohl in die soziale als auch in die psychische Lage der sich prostituierenden StudentINen. Da wird dann auch ein wenig auf die Hintergründe eingegangen, die eben nicht nur in der sozialen Misere ' wenngleich diese natürlich keineswegs klein- oder schönzureden ist! ' liegen, sondern eben auch sehr mannigfaltig sind, und nicht zuletzt auch in ihren eigenen sexuellen Erfahrungen und Wünschen (traumatisierende frühkindliche Erfahrungen, enttäuschende Partnerschaften, Neugierde, unreflektierter Konsumismus etc.) ihre Ursache haben dürften. Fazit: ein trotz aller Schwächen ein lesenswertes und nachdenklich stimmendes Buch!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
5.0 von 5 Sternen
schockierend, ehrlich und nicht immer nachvollziehbar, 14. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Mein teures Studium: Studentin, 19 Jahre, Nebenjob: Prostituierte (Broschiert)
Ein wirklich gutes Buch. Ich habe es in einem Tag durchgelesen, was in letzter Zeit sehr selten bei mir vorkommt. Einerseits wirkt die Schilderung sehr autentisch. Und natürlich auch ziemlich schockend. An einigen Stellen bleibt und ist das Handeln von Laura unverständlich. Nach wie vor kann ich nicht nachvollziehen dass sie sich in die Prostitution begeben hat. Auch der dazugehörende Grund, ein Typ ist mir völlig unverständlich. Aber so ist das mit den Menschen, man kann sie nicht immer verstehen. Dennoch kann man mitfühlen. In jedem Fall empfehlenswert!!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|