Mein teures Studium hat damals beim Erscheinen in Frankreich (aus dem Französischen übersetzt) für riesen Furore gesorgt. Denn die Studentin Laura D. beschreibt wie sie gezwungen war sich zu prostituieren, um sich ihr Studium zu finanzieren.
Das Buch ist also keine leichte Kost und nichts für Zwischendurch. Da ich selbst mal Studentin war, hat mich dieses Thema brennend interessiert, zudem hatte ich vor kurzem dem Film dazu gesehen und daraufhin nochmal zum Buch gegriffen. Das Leben scheint in Frankreich sehr teuer zu sein und viele Studenten- insbesondere Frauen sehen ihren letzten Ausweg in der Prostitution. So entschließt sich Laura ebenfalls diesen Weg zu gehen und sucht per Internet nach potentiellen Freiern.
Das Buch hat einen sehr ernüchternden Schreibstil. Emotionen kommen kaum herüber, es ist eher so als konnte Laura D. nur so ihre Erlebnisse nieder schreiben, indem sie sie wie einen Tatsachenbericht herüber bringt. Ereignisse reihen sich aneinander und immer steht natürlich Laura im Mittelpunkt, die sich immer wieder selbst versucht vor sich zu rechtfertigen, da sie keine andere Wahl hatte, als diesen Weg zu gehen. Natürlich werden auch die Geschichten rund um ihre Freier erzählt, die sich alles andere als schön lesen. Denn man hat das Gefühl, dass Laura nur auf alte, gierige Ekelpakete getroffen ist, die die unmöglichsten Phantasien haben.
Da Laura sich nur des Geldes wegen zu der Prostitution entschließt, ist sie natürlich während ihres Jobs alles andere als angetan. Manchmal reagierte sie so extrem, fast zickig- ein Wunder das sie da noch Geld erhalten hatte. Es lässt sich an dieser Stelle natürlich darüber streiten, ob es einen geldlich wirklich so schlecht gehen kann, dass man letzten Endes diesen Schritt gehen muss. Ich war selbst nie in der Situation (Gott sei Dank) und kann in dieser Hinsicht darüber natürlich nicht urteilen. Ich weiß nicht ob der Spruch "es gibt immer einen anderen Weg" so leicht umsetzbar ist. Denn ungeschminkt gesagt, Prostitution ist ein schneller Weg an sehr viel Geld zu kommen. Natürlich ist Laura diesem Geld auch erlegen. Je mehr sie erhält, umso mehr leistet sie sich auch und braucht immer neues. Wenn einen der Job also so dermaßen anekelt, warum dann das Geld mit vollen Händen ausgeben?
Mitunter war mir Laura als Person auch sehr unsympathisch. Fehler suchte sie grundsätzlich nie bei sich selbst. Sie wirkte in ihrer ganzen Art sehr, sehr überheblich und ich nahm es ihr einfach nicht ab, das sie bei ihrem ersten Job, das verschreckte Mädchen war und beim zweiten Job schon dermaßen abgebrüht- da passte was nicht zusammen.
Alles in allem ist "Mein teures Studium" ein erschreckendes Mahnbeispiel dafür, dass Studenten mitunter unter wirklicher Existenzangst leisten- besonders in Frankreich soll dies Gang und Gebe sein. Wem es interessiert, einfach lesen oder schaut euch den Film an- der ist relativ nah am Buch.