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Produktinformation
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Aber die knurrige Lakonik des älteren Krug klingt gelegentlich schon durch. Bereits der kleine Manfred hat begriffen, dass man die guten Sachen im Leben immer nur träumt, "die schlechten sind wirklich passiert". Krug gelingt das Kunststück, die kleinen Katastrophen in der großen zu erzählen, ohne diese auszublenden. Die Kriegserlebnisse wirken, aus der naiven Kinderperspektive geschildert, keineswegs harmloser, sondern nur umso eindrücklicher. "Wie soll so ein Schuß unterscheiden, ob ein Russe in die Luft fliegt oder ein Deutscher?"
Natürlich ist das alles auch ein prima Trick, um sich das Wohlwollen des Lesers zu erschleichen: Denn man muss ihn einfach lieb haben, den nichtsnutzigen kleinen Frechdachs, den die politischen und privaten Umstände zu einem Leben zwischen Ost und West, zwischen Vater und Mutter zwingen. Einziger Fixpunkt in Manfreds Leben ist Oma Lisa aus Duisburg. Sie steht zwar mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß und lässt nichts aus, was katholisch ist, aber mit ihrer unbeirrbaren Liebe gibt sie dem Jungen die Kraft, an sich selber zu glauben.
Im Grunde ist Mein schönes Leben so etwas wie eine verspätete Liebeserklärung Manfred Krugs an seine Großmutter. Und an deren Mutter Johanna, eine taubstumme Frau aus einfachsten Verhältnissen. In zwanzig "Stücken", die immer wieder in die fortlaufende Erzählung eingeschoben werden und durch die Schriftgröße vom übrigen Text abgesetzt sind, imaginiert Krug -- der seine Urgroßmutter nie kennen lernte -- das Leben Johannas, dieser tapferen Frau aus Kattowitz, die vier Kinder alleine aufzog. Vor allem in diesen Passagen erweist sich der Schauspieler Krug auch als ein großartiger Erzähler.
Die Autobiografie endet dort, wo für uns Leser der Lebensweg der öffentlichen Figur Manfred Krug beginnt: Mit dem Eintritt in die Schauspielschule im Jahre 1954. Aber was der Schauspieler uns bis dahin erzählt hat, ist mindestens so spannend und bewegend wie das, was Krug in den darauf folgenden Jahrzehnten erlebt hat und das war auch nicht ohne, wie ein Blick in Krugs DDR-Bilanz Abgehauen zeigt. Dem Vernehmen nach arbeitet Krug bereits an Teil zwei seiner Memoiren. Man darf sich jetzt schon darauf freuen. --Axel Henrici
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... dieses Buch lohnt sich allemal zu lesen, auch für solche, die sich gar nicht sonderlich für Herrn Krugs Leben interessieren. Allerdings ist sehr viel freie Zeit von Nöten, denn hat man erst einmal mit lesen angefangen, lässt ein dieses Buch nicht mehr los. Und daran ist nur Krugs wunderbarer Schreibstil schuld. Er beschönt nichts, sondern erzählt nüchtern seine Kindheit und seine Jugend wie er sie erlebt hat, geprägt von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und den harten Jahren des Wiederaufbaus. Durch seine permanente Pendlerei zwischen seiner Mutter in Hennigsdorf bei Berlin und seiner geliebten Oma Lisa in Duisburg, erhalten wir außerdem einen einmaligen Einblick in die politischen und sozialen Unterschiede zwischen Ost- und Westzone, später DDR und BRD.
Besonders gerührt haben mich jedoch die Abschnitte über seine taube Urgroßmutter Johanna. Insgesamt erzählt er uns in zwanzig „Stücken" ihr hartes Leben als alleinerziehende Mutter von vier Kindern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Dabei bedient er sich eines cleveren Spannungseffektes, in dem er das Buch mit seiner Urgroßmutter beginnt und ihr Leben in weiteren über das Buch verstreute Kapitel fortsetzt. Um also mehr über diese starke und liebenswerte Frau zu erfahren, ist man regelrecht gezwungen auch das restliche Buch zu lesen.
Lobenswert und originell fand ich auch die Handhabung mit dem Bildmaterial. Statt langweiliger Fotoblocks sind die Bilder auf den Innenseiten des Klappdeckels sowie auf dem Schutzumschlag abgebildet und durchnummeriert und tauchen später passend zur Erzählung neben dem Text auf.
Dieses Buch garantiert Lesegenuss, weshalb ich es nicht nur Krug-LiebhaberInnen, sondern auch all jenen empfehle, die ihn bisher nicht mochten bzw. ein neutrales Interesse ihm gegenüber hegen, aber auch jeder Leseratte, welche sich für das tägliche Leben während des Zweiten Weltkrieges sowie dem späteren Aufbau in Ost und West interessiert.
Ihre Lebensgeschichte wird als Kontrapunkt und in einem anderen Sprachstil zwischen das "wirkliche Erleben" geschnitten. Ein Buch in Buch sozusagen, das, für sich genommen, schon eine Kostbarkeit ist.
Manfred Krug hat sich zum Ziel gesetzt, den Leser nie zu langweilen. Er will unterhalten. Das ist ihm auf eine Weise gelungen, die man einmalig nennen kann.
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