Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unterhaltsamer Roman zum Thema Trauerbewältigung, 20. September 2007
Als Dougs Frau Hailey bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt, bricht für Doug eine Welt zusammen. Obwohl er mit einer leicht chaotischen aber unglaublich liebenswerten Familie gesegnet ist, die ihn mit allen Mitteln versucht aus seiner Lethargie zu reißen, kapselt Doug sich ein Jahr völlig ab, verbringt fortan seine Tage mit Trauern und ergießt sich in Selbstmitleid. Selbst als Haileys Sohn im Teenageralter aus erster Ehe, Russ, an falsche Freunde und auf die schiefe Bahn gerät, bleibt Doug zunächst teilnahmslos und das; obwohl er weiß, dass der Junge keine andere Bezugsperson außer ihm hat. Als Doug einige Zeit später aus purer Verzweiflung eine Affäre mit der verheirateten Nachbarin anfängt, beschließt Dougs resolute und einfühlsame Zwillingsschwester Claire, dass es nun genug sei, zieht kurzerhand bei ihm ein und liest ihm liebevoll aber direkt die Leviten. Außerdem versucht sie, eine neue Frau für ihren Bruder zu finden. Wird ihr die Umsetzung dieses Plans gelingen?
Meine Einschätzung:
Obwohl mein perfektes Leben" von Jonathan Tropper meiner Meinung nach, kein Meilenstein im großen Bereich der Belletristik geworden ist; der fliegende Wechsel zwischen den Zeitformen, denen sich der Autor bedient, für mich als Leser etwas gewöhnungsbedürftig waren und auch manche Textpassagen etwas vulgär anmuteten, hat es der Autor jedoch trotzdem geschafft, mich mit dieser bittersüßen, oftmals rabenschwarzen Tragikromanze, jenseits der Kitschgrenze, zu fesseln, denn die Geschichte über Doug und seine chaotisch, liebeswerte Familie ist mit viel Herz geschrieben. Viele Gedankengänge der Protagonisten, allen voran Dougs, rührten mich zu Tränen; um mich gleich darauf wieder zum Lachen zu bringen, wenn Dougs zynischer Humor für kurze Momente die Oberhand gewann. Die Alltagssituationen eines Witwers, die der Autor seinen Protagonisten Doug durchleben und durchleiden lässt, sind sehr realistisch beschrieben und regen zum Nachdenken an. Selten habe ich bisher ein Buch über Trauer und Trauerbewältigung lesen können, dass so gekonnt tiefgründig geschrieben ist und trotzdem nie zu schwermütig wirkt. Diese gekonnte Leichtigkeit, mit der dieser Roman trotz des schweren Themas aufwartet, hat mich in ihren Bann gezogen und mich sehr berührt.
Fazit: Ein unterhaltsamer Roman! (NG)
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein fast perfektes Buch, 19. September 2007
Die Inhaltsangabe ist schnell wiedergegeben: Ein 29 jähriger Mann verliert durch einen Flugzeugabsturz seine Frau und kämpft schwer mit seiner Trauer. Seine schräg-skurile Familie führt ihn zurück ins Leben.
Eigentlich hat mich das Buch so gar nicht interessiert. Schließlich erwartet den geneigten Leser eine weitere Tragik-Komödie im Stile von "P.S. Ich liebe dich". Da ich es aber geschenkt bekommen habe, habe ich mich dann doch aufgerafft es zu lesen.
Was soll ich sagen? Ich war ehrlich gesagt positiv überrascht. Natürlich besitzt der Roman den literarischen Tiefgang einer Pfütze. Und dem geneigten Leser ist nach mindestens dem ersten Kapitel klar, wie alles endet. Aber der Weg dahin ist doch mit Rosen und Dornen gepflastert.
Zum einen sind die Kapitel schön kurz gehalten, so daß ich immer wieder angehalten wurde "doch noch schnell ein Kapitelchen zu lesen". Zum andere bestehen die Kapitel aus einzelnen Momentaufnahmen, wobei der Autor locker flockig Zeitsprünge unternimmt. So beginnt der Roman 13 Monate nach dem Tod der geliebten Ehefrau, springt zurück zum ersten Kennenlernen, landet dann wieder im "Heute" nur um dann zur Hochzeit der Schwester zurückzuspringen.
Das mag zu Anfang verwirrend sein, man gewöhnt sich aber recht schnell an diesen ungewöhnlichen Schreibstil. Aber der Hälfte des Buches konnte sich J. Tropper auch dazu durchringen, endlich eine chronologische Reihenfolge einzuhalten.
Natürlich bedient der Roman auch viele Klischees - die überspannte Mutter, der "vertrottelte" Vater, die durchgeknallten Schwestern, der rebellische Stiefsohn - das hatten wir alles so schon mal - aber dennoch werden diese Figuren vom Autor neu und schmissig skizziert.
Insgesamt eine rabenschwarze Tragik-Komödie, deren oftmals ordinäre Wortwahl die "empfindlichen" Gemüter unter den Lesern beleidigen wird. Dennoch hat mir das Buch Spass gemacht und ich wurde bestens unterhalten.
Wer "P.S. Ich liebe dich" oder "Himmelblau und Rabenschwarz" mochte, wird auch mit Troppers "fast perfektem Leben" seine Freude haben.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterhaltung vom Feinsten !, 21. September 2007
Ich hatte eine Frau. Ihr Name war Hailey. Ich habe sie verloren - und mich dazu.
Dies ist das persönliche Mantra des Protagonisten Douglas Parker in Jonathan Troppers Roman Mein fast perfektes Leben. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen schildert der Autor die schmerzvolle Zeit eines jungen Mannes nach dem Tod seiner Ehefrau.
Doug Parker steht ein Jahr nach diesem traumatischen Erlebnis noch immer vor dem Trümmern seines Lebens, lebt einsam in seiner Trauer in den Tag hinein, säuft und jagt Kaninchen in seinem Vorgarten. Er hat sich vom Leben völlig zurückgezogen und will eigentlich nur noch seine Ruhe, vor dem ganzen Mitleid und den Bemühungen seines Umfelds ihm zu helfen, während er in seinem Selbstmitleid versinkt. Das Schicksal jedoch meint es anders mit ihm und reißt ihn zusehends aus seiner Lethargie. Es beginnt damit, dass Doug wieder Lust auf Sex verspürt, was ihn zunächst in tiefe Gewissenskonflikte bringt. Dann ist da auch Haileys Sohn, der nun bei seinem ungeliebten leiblichen Vater leben muss, aber eigentlich nur bei Doug leben möchte, der Einzige der seine tiefe Trauer teilt. Da ist seine, nun sagen wir, leicht dominante Zwillingsschwester Claire, die trotz ihrer mannigfaltigen eigenen Probleme, dass Leben ihres Bruders wieder hin zur Normalität führen will; und seine liebenswert chaotische Familie, jeder mit seinem eigenen Päckchen, aber liebevoll an seiner Seite stehend.
Wie das Leben seines Protagonisten Doug Parker ist auch Jonathan Troppers Buch fast perfekt. Sein trockener Humor und seine plastischen Beschreibungen der aberwitzigsten Situationen hat mich Tränen lachen und die Tragik seiner liebenswerten Charaktere Tränen weinen lassen. Er schafft es einfach anzurühren. Sein Schreibstil ist einzigartig und mitreißend. Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen und habe es in Rekordzeit und in Nachtschicht verschlungen. Ein wunderbares Buch, dass mich bestens unterhalten hat!
Einziger Schönheitsfehler: Gegen Ende schießt die Story ein wenig über das Ziel hinaus, wie es eben oft bei amerikanischen Autoren passiert. Das Ende muss immer fulminant und dramatisch sein. Ein ruhigeres und unspektakuläreres Ende hätte den Roman zu einem der Besten überhaupt gemacht.
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