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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unterhaltsamer Roman zum Thema Trauerbewältigung, 20. September 2007
Als Dougs Frau Hailey bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt, bricht für Doug eine Welt zusammen. Obwohl er mit einer leicht chaotischen aber unglaublich liebenswerten Familie gesegnet ist, die ihn mit allen Mitteln versucht aus seiner Lethargie zu reißen, kapselt Doug sich ein Jahr völlig ab, verbringt fortan seine Tage mit Trauern und ergießt sich in Selbstmitleid. Selbst als Haileys Sohn im Teenageralter aus erster Ehe, Russ, an falsche Freunde und auf die schiefe Bahn gerät, bleibt Doug zunächst teilnahmslos und das; obwohl er weiß, dass der Junge keine andere Bezugsperson außer ihm hat. Als Doug einige Zeit später aus purer Verzweiflung eine Affäre mit der verheirateten Nachbarin anfängt, beschließt Dougs resolute und einfühlsame Zwillingsschwester Claire, dass es nun genug sei, zieht kurzerhand bei ihm ein und liest ihm liebevoll aber direkt die Leviten. Außerdem versucht sie, eine neue Frau für ihren Bruder zu finden. Wird ihr die Umsetzung dieses Plans gelingen?
Meine Einschätzung:
Obwohl mein perfektes Leben" von Jonathan Tropper meiner Meinung nach, kein Meilenstein im großen Bereich der Belletristik geworden ist; der fliegende Wechsel zwischen den Zeitformen, denen sich der Autor bedient, für mich als Leser etwas gewöhnungsbedürftig waren und auch manche Textpassagen etwas vulgär anmuteten, hat es der Autor jedoch trotzdem geschafft, mich mit dieser bittersüßen, oftmals rabenschwarzen Tragikromanze, jenseits der Kitschgrenze, zu fesseln, denn die Geschichte über Doug und seine chaotisch, liebeswerte Familie ist mit viel Herz geschrieben. Viele Gedankengänge der Protagonisten, allen voran Dougs, rührten mich zu Tränen; um mich gleich darauf wieder zum Lachen zu bringen, wenn Dougs zynischer Humor für kurze Momente die Oberhand gewann. Die Alltagssituationen eines Witwers, die der Autor seinen Protagonisten Doug durchleben und durchleiden lässt, sind sehr realistisch beschrieben und regen zum Nachdenken an. Selten habe ich bisher ein Buch über Trauer und Trauerbewältigung lesen können, dass so gekonnt tiefgründig geschrieben ist und trotzdem nie zu schwermütig wirkt. Diese gekonnte Leichtigkeit, mit der dieser Roman trotz des schweren Themas aufwartet, hat mich in ihren Bann gezogen und mich sehr berührt.
Fazit: Ein unterhaltsamer Roman! (NG)
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterhaltung vom Feinsten !, 21. September 2007
Ich hatte eine Frau. Ihr Name war Hailey. Ich habe sie verloren - und mich dazu.
Dies ist das persönliche Mantra des Protagonisten Douglas Parker in Jonathan Troppers Roman Mein fast perfektes Leben. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen schildert der Autor die schmerzvolle Zeit eines jungen Mannes nach dem Tod seiner Ehefrau.
Doug Parker steht ein Jahr nach diesem traumatischen Erlebnis noch immer vor dem Trümmern seines Lebens, lebt einsam in seiner Trauer in den Tag hinein, säuft und jagt Kaninchen in seinem Vorgarten. Er hat sich vom Leben völlig zurückgezogen und will eigentlich nur noch seine Ruhe, vor dem ganzen Mitleid und den Bemühungen seines Umfelds ihm zu helfen, während er in seinem Selbstmitleid versinkt. Das Schicksal jedoch meint es anders mit ihm und reißt ihn zusehends aus seiner Lethargie. Es beginnt damit, dass Doug wieder Lust auf Sex verspürt, was ihn zunächst in tiefe Gewissenskonflikte bringt. Dann ist da auch Haileys Sohn, der nun bei seinem ungeliebten leiblichen Vater leben muss, aber eigentlich nur bei Doug leben möchte, der Einzige der seine tiefe Trauer teilt. Da ist seine, nun sagen wir, leicht dominante Zwillingsschwester Claire, die trotz ihrer mannigfaltigen eigenen Probleme, dass Leben ihres Bruders wieder hin zur Normalität führen will; und seine liebenswert chaotische Familie, jeder mit seinem eigenen Päckchen, aber liebevoll an seiner Seite stehend.
Wie das Leben seines Protagonisten Doug Parker ist auch Jonathan Troppers Buch fast perfekt. Sein trockener Humor und seine plastischen Beschreibungen der aberwitzigsten Situationen hat mich Tränen lachen und die Tragik seiner liebenswerten Charaktere Tränen weinen lassen. Er schafft es einfach anzurühren. Sein Schreibstil ist einzigartig und mitreißend. Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen und habe es in Rekordzeit und in Nachtschicht verschlungen. Ein wunderbares Buch, dass mich bestens unterhalten hat!
Einziger Schönheitsfehler: Gegen Ende schießt die Story ein wenig über das Ziel hinaus, wie es eben oft bei amerikanischen Autoren passiert. Das Ende muss immer fulminant und dramatisch sein. Ein ruhigeres und unspektakuläreres Ende hätte den Roman zu einem der Besten überhaupt gemacht.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Haileysche Komet..., 25. Oktober 2008
Doug Parker ist 29 Jahre jung, Journalist und bereits Witwer. Seine Frau
Hailey starb vor einem Jahr bei einem Flugzeugabsturz. Seit dem Tod seiner
geliebten Frau leidet er und hat sich vom Leben komplett zurückgezogen.
Da steht die Polizei vor der Tür, mit seinem Stiefsohn Russ. Er ist total
zugekifft und wurde in eine Schlägerei verwickelt. Der Polizist berichtet,
dass das in der letzten Zeit öfter vorgekommen sei. Doug macht sich große
Sorgen, doch er hat Russ zurück zu seinem Vater Jim gegeben, weil er der
Verantwortung nicht gewachsen war.
Später steht ein großes Familienessen an, da Dougs kleine Schwester bald
heiraten wird. Doch ausgerechnet auf der Totenwache für Hailey lernte sie
ihren zukünftigen Mann kennen und Doug hasst die Vorstellung, dass Menschen
aus dem Tod Haileys persönlichen Profit schlagen können. So hat er wenig
Lust auf das Familientreffen, doch seine Zwillingsschwester schleift ihn
mit. Sie hat sich bei ihm eingenistet, weil sie ihren Mann verlassen will
und dabei noch schwanger ist. Das Essen geht gründlich schief und man lernt
eine Familie kennen, wie sie wohl jeder irgendwie kennt, alle stellen ihre
eigenen Probleme als Nr.1 dar und jeder will besser vor dem anderen
dastehen.
Nach und nach erfährt der Leser, wie Doug und Hailey zusammengekommen sind,
was sie für ein Leben hatten und wie sehr Doug seine Frau vermisst. Sein
einziger Kontakt zur Außenwelt, fern ab von seiner Familie, ist eine
Kolumne in der Zeitung, für die er arbeitet. Er schreibt hier über sein
Leben als junger Witwer. Diese Kolumne erfährt großen Zuspruch und Doug
bekommt dadurch Anfragen von Verlagen und Talkshows, doch so weit ist er
noch nicht. Sehr gerührt ist Doug, als Russ sich ein Tattoo stechen lässt,
den Haileyschen Kometen. Auch wenn Hailey dies gehasst hätte, so rührt es
ihn doch zutiefst, wie Russ die Erinnerung an seine wundervolle Mutter
aufrecht erhält.
Claire nimmt ihrem Bruder eines Tages das Versprechen ab, dass er wieder
anfängt zu leben. Doch schafft sie es, die selber gerade privat in einem
Zwiespalt steckt, ihren Bruder wieder zum Lachen zu bringen? Kann Doug Mike
und Debbie verzeihen? Rutscht Russ auf die schiefe Bahn ab? Und was hat
Russ Schulpsychologin Brooke in dieser Geschichte verloren?
In einer sehr bildreichen und humorvollen Sprache schreibt Jonathan Tropper
sehr flüssig und fesselnd über das Leben von Doug Parker, ein Jahr nach
dem Tod seiner Frau. 406 Seiten lesen sich weg wie nichts, man ist
emotional tief verbunden mit den Protagonisten, bei jedem auf eine andere
Art und Weise. Die Stilwechsel zwischen Erzählung, Emails sowie der Kolumne
von Doug lockern das Buch auf moderne Art und Weise auf.
Mein fast perfektes Leben ist eine wunderbare Geschichte für ein
Herbstwochenende unter der Decke mit Kakao, Kerzen und Schokolade. Es ist
eine Geschichte, die ein bisschen an P.S. ich liebe dich und deren Humor
an Jan Weiler erinnert. Eine Geschichte zum Lachen und zum Weinen, manchmal
will man auch beides gleichzeitig. Es ist ein Buch, das man am liebsten in
einem Rutsch durchlesen möchte, weil es einen perfekt vom Alltagstrott
fernhält, die Probleme der Protagonisten sind absolut menschlich und jedem
vertraut. Man leidet mit Doug mit, hadert mit seiner Familie, bewundert den
Mut von Claire, kann Debbie und Mike nicht verstehen und hat Mitleid mit
Russ, der seine Mutter verlor und zu seinem gehassten Vater zurück muss.
Ein Buch zum Zurücklehnen und Genießen. Ein Buch über ein fast perfektes
Leben, das eben nur fast perfekt ist dafür aber perfektes Lesevergnügen
bietet.
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