Als Kolumnist, Reisender in Sachen Literatur und genauer Beobachter und literarischer Begleiter seiner multilingualen Familie ist Jan Weiler mittlerweile vielen Deutschen ein Begriff und, mit Verlaub gesagt, schon so etwas wie eine Institution in Sachen Trost und Rat in Familienangelegenheiten geworden.
Egal, ob er nun von seiner Frau mit den italienischen Wurzeln berichtet oder von dem bei ihm zu Hause wohnenden Pubertier (seine Tochter), von dem kleinen Sohn oder (am allerliebsten) von seinem herrlich radebrechend deutsch sprechenden Schwiegervater Antonio, immer darf der Leser nicht nur Zaungast sein sondern sich als Mitglied der verzweigten Familie fühlen und spüren, dass die Probleme überall ziemlich gleich sind.
In seinem aktuellen Buch "Mein neues Leben als Mensch" begibt sich Jan Weiler auf die Spur des Geschenkekaufs, geht der Frage nach (guten) Manieren nach, wird von seiner Tochter fast in den Wahnsinn getrieben und von seinem Schwiegervater getröstet, möchte seinen Kindern ein schönes Osterfest bereiten und zehrt davon noch Weihnachten und beschäftigt sich mehrfach mit Hamstern.
Komisch und sehr realistisch sind seine Blicke auf den deutschen Küchentisch, der im Zentrum der Familie steht. Oder zumindest stehen könnte. Absolut witzig sind viele seiner Anekdoten und Pointen und ganz klar weiß Jan Weiler, wovon er berichtet und worüber er schreibt, hat er viele Dinge doch so oder so ähnlich erlebt oder kenn wenigstens jemanden, der jemanden kennt, der so etwas erlebt hat. Unbedingt lesen und verschenken!