Das war echt überfällig. Endlich ein Buch, dass das Multitaskingleben einer berufstätigen Mutter authentisch beschreibt, dabei weder vor Selbstmitleid zerfließt noch die Moralkeule schwingt und auch noch brüllend komisch ist.
In pointierten Anekdoten, glossiert nach Schlagwörtern von A bis Z, erzählt die Autorin vom ganz normalen Wahnsinn einer berufstätigen Mutter. Vom Chef, der ' obwohl er selber Kinder hat ' die Konferenzen immer schön auf die Zeit legt, wo Kinder zum Schlafen fertig gemacht werden, von jungen Kollegen, die schon vor dem Mutterschutz geifernd am Stuhl sägen, von der Muttermafia (nicht-arbeitende Mütter), die den Job der berufstätigen Müttern als Egoismus ansehen, der den Nachwuchs zwangsläufig verwahrlosen lässt.
Dowideit, die offenbar weiß, wovon sie redet, schildert realitätsnah die Diskrepanz zwischen einst ausgemalten Träumen (durchgestylte Supermama, mit coolem Kinderwagen, die Alltag, Erziehung, Einkauf, Sexualleben mit Links geregelt bekommt, wie früher die anspruchsvolle Karriere ja auch) und Wirklichkeit (fettige Haare, vollgekotzte Kostümjacken, hartnäckiges Hüftgold, Sex nur noch an besonderen Feiertagen und Beschwerden von allen Seiten).
Für berufstätige Mütter ist das Buch ein echter Trost, für jene, die es noch werden wollen, eventuell ein ziemlicher Schock.