Der liebe Herr Nachbar im gleichnahmigen Büchlein ist anfangs, völlig klar, ganz nett. Über manche Eigenheiten der neu hergezogenen, Familie wird hinweggauscht oder man erklärt sie für normal bzw. erwähnt sie in den Briefen gar nicht. Bis es dem einen mit den Gepflogenheiten des anderen zu dumm wird, und der darauffolgende schärfere Ton im nächsten Brief Anlass zu einer sich zuspitztenten Nachbarschaftsfede gibt. Da soll seine Frau den Hund des Nachbarn mit "Tötungsabsichten" in den Keller gelogt haben. Die berühmte Geschichte mit den überhängenden Zweigen ist genauso Grund zum Zanken wie, die "mutwillige Zerstörung der eigenen Terrasse durch den ans heimische Grundstück angrenzenten Apfel(?)baum. Ist der Streit in "Mein lieber Herr Nachbar" erst mal buchstäblich vom Zaun gebrochen nimmt der Briefwechsel immer obskursere Formen der Beschuldigungen an.
Ich muss sagen das mir das lesen, wegen der teils sehr derben Witze, Spass machte, am Ende aber jeder Brief eben komischer wurde, letztendlich sich das ganze aber vorhersehbar und immer gleich entwickelte. Trotzdem eine nette ungewohnte Lektüre, die aber nicht viel länger hätte sein dürfen