Dies ist eine sehr subjektive Rezension, mit der ich Henry Wanyoike vielleicht Unrecht tue, aber ich wage es dennoch: Noch nie in meinem Leben habe ich einen Menschen getroffen, der auch nur annähernd so selbstlos, fröhlich, motivierend, meisterlich und nicht zuletzt sportlich ist wie Henry Wanyoike, dessen Leben in diesem Buch beschrieben wird. Es ist eine fantastische Leistung, sein Leben nach der Erblindung so (welt-)meisterlich umgestellt zu haben und jede Leserin und jeder Leser wäre voller Bewunderung für die Lebensleistung des Henry Wanyoike. Aber mir persönlich ist diese beinahe pathetische Überhöhung zu einem 100 % perfekten Menschen zu schwülstig. Es hätte mich mehr beeindruckt, wenn ich auch die menschlichen Schwächen erfahren hätte, die Henry W. sicher auch mit sich trägt. So erhielt ich den Eindruck, dass von diesem fantastischen Läufer ein massiv positiv verklärtes Bild eines sehbehinderten Menschen geschildert wird. Ich hatte beim Kauf auch auf Hinweise zum Training des Langstreckenläufers gehofft. Dass es sich hierbei jedoch nicht um eine Trainingsanleitung handelt, hätte ich im Interesse an einer bewegenden Geschichte gerne akzeptiert. Durch die scheinbar unreflektierte Betrachtungsweise des Erzählers wich mein Interesse an dieser Story jedoch immer mehr. Schade!