Die Hauptperson dieses Romans, Inspector Lynley gedenkt sich zu verloben. Seine Auserwählte ist die junge Deborah. Deborah ist die Tochter von Cotter, dem Butler von Lynleys besten Freund St. James.
Der adelige Inspector möchte die Verlobung auf dem feudalen Stammsitz seiner Familie - Gut Howenstow - feiern. Zusammen mit Deborah, St. James und seiner Bekannten Helen sowie Cotter macht er sich auf den Weg.
Auf dem Gut befinden sich auch noch Lynley's Mutter, sein kokainabhängiger Bruder Peter mit seiner Freundin Sasha sowie St.James Schwester Sidney und ihr Freund Justin.
Statt zu einer hamonischen Feier kommt es zu Eifersüchteleien und offenen Konflikten.
Dann geschieht im Dorf ein grausamer Mord. Ein Journalist wird getötet. Nicht einfach so, sondern auch noch kastriert. Die Frau des Opfers ist die Tochter des Gutsverwalters. Dieser wird kurze Zeit später als vermeintlicher Täter festgenommen. Da er seinen Schwiegersohn wegen seiner Untreue gehaßt hat, hatte er ein Motiv.
Lynley beginnt zu ermitteln obwohl er eigentlich nicht zuständig ist. Unterstützt wird er dabei von seinem Freund St. James, einen forensischen Wissenschaftler sowie von Hellen und Deborah. Sie versuchen die Unschuld des Verwalters zu beweisen und den richtigen Täter dingfest zu machen. Dies ist eine äußerst schwierige Aufgabe, da sich im Laufe der Ermittlungen herausstellt, daß viele Menschen ein Motiv gehabt hätten. Außerdem kommt es zu einem weiteren Mord.
Soviel zum Inhalt. Nun zu meiner eigenen Einschätzung:
Ich habe eine zwiespätltige Meinung zu diesem Buch.
Fangen wir mit dem Negativen an:
Hauptmanko ist es, daß es erst nach 130 Seiten spannend wird. Vorher werden alle handelnden Personen eingehend beschrieben und die Verhältnisse untereinander erklärt. Man erfährt von der unglücklichen Liebesgeschichte zwischen St.Jamens und der jungen Deborah, von deren Flucht in die Vereinigten Staaten und der jetzigen Liebe zu Inspector Lynley. Die aus dieser Liebe resultierende Anspannung und Eifersucht zwischen St. James und Lynley zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch. Außerdem wird dem gestörten Verhältnis Lynleys zu seiner Mutter und zu seinem Bruder sehr viel (zu viel) Platz eingeräumt.
Eigentlich finde ich es ja gut, wenn den handelnden Personen Leben eingehaucht wird dadurch, daß man viel über sie erfährt. In diesem Buch jedoch wird es meiner Meinung nach übertrieben und es überlagert häufig die eigentliche Kriminalstory. Dadurch ist das Lesen häufig anstrend und nervig. Man wartet auch neue Erkenntnisse über den Mordfall und erfährt nur wieder Einzelheiten aus dem Leben von z.B. Deborah.
Hat man es jedoch geschafft, bis zur 130. Seite auszuhalten ohne das Buch zur Seite zu legen, wird man durch eine spannenden "typisch englischen" Kriminalroman mit vielen überraschenden Wendungen entgschädigt. Die Handlung fesselt den Leser und regt zum Mitraten (wer ist der Täter?) an. Es gibt viele Handlungsstränge, verschiedene Spuren und immer neue Erkenntnisse und Verdächtige.
Fazit
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Auch wenn man sich anfangs nicht sicher sein kann, ob man tatsächlich einen Kriminalroman in der Hand hat, hat man am Ende des Buches das Gefühl, gut unterhalten worden zu sein.