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Mein ferner lieber Mensch: Liebesbriefe
 
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Mein ferner lieber Mensch: Liebesbriefe [Gebundene Ausgabe]

Anton Tschechow , Olga Knipper , Jean Benedetti , Tina Delavre
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 413 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (Mai 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100095030
  • ISBN-13: 978-3100095039
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 13,7 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 719.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Die Begegnung mit Olga und die Verbindung mit ihr war für Tschechow ein wundervolles Geschenk des Schicksals« (Natalia Ginzburg). Olga war 30, als die Bekanntschaft mit Tschechow begann, er 38 und schon im vorgerückten Stadium seiner Tuberkulose. Gerade fünf Jahre hatten die beiden miteinander, von April 1899 bis zu seinem Tod im Juli 1904. Der traurigen Tatsache, daß sie über viele Monate des Jahres getrennt waren -Olgas Karriere als gefeierte Schauspielerin und Publikumsliebling hielt sie in Moskau, während Tschechow zumindest während der langen Wintermonate seiner Krankheit wegen auf Jalta lebte -, verdanken wir heute diese faszinierende Korrespondenz: Hunderte von Briefen haben die beiden über die Jahre gewechselt. Vereinbart war ein Brief pro Tag, aber da die Post oft unverhältnismäßig lange dauerte, viele Briefe sich kreuzten, was prompt zu Mißverständnissen und nicht ganz ernst zu nehmenden Vorwürfen der Vernachlässigung führte, waren Telegramme oft der Ausweg. Diese Briefe sind nicht nur sehr liebevoll, spontan, phantasievoll-zärtlich, sondern auch kulturgeschichtlich sehr informativ, weil Olga Tschechow über sehr vieles berichten mußte, u.a. über Theaterproben, Aufführungen, die Reaktion von Presse und Publikum, den Moskauer Alltag und das gesellschaftliche Leben. Die Briefe besitzen einen Zauber, der ganz unmittelbar und heutig ist.

Über den Autor

Anton Tschechow wurde am 29. Januar 1860 als Sohn eines kleinen Händlers in der südrussischen Hafenstadt Taganrog geboren. Er studierte Medizin und machte sich schon während des Studiums mit humoristischen Geschichten einen Namen. 1890 unternahm der bereits lungenkranke Tschechow eine Reise auf die Sträflingsinsel Sachalin, um von den Bedingungen im Strafvollzug im Zarenreich zu berichten. Bereits während seines Arztpraktikums wurde sein Stück "Onkel Wanja" uraufgeführt. 1892-1899 lebte Tschechow als Landarzt und Schriftsteller auf seinem Landgut in Melicho bei Moskau. 1899 siedelte er wegen seiner Lungentuberkulose nach Jalta um. 1901 heiratete er Olga Knipper, eine Schauspielerin, die oft die Titelrollen in seinen Stücken auf der Bühne des Moskauer Künstlertheaters spielte. Tschechow starb am 15. Juli 1904 in Badenweiler.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Mann und eine Frau schreiben sich über vier Jahre lang fast täglich Briefe oder Telegramme. Dabei schreibt die Frau öfter und mehr. Merkwürdig gerade, da wir wissen, dass der Mann der Dichter war.

Diese Briefe sind wie Tagebucheinträge. Aber sie sind nicht an sich selbst gerichtet, weil sie den Spiegel suchen, in dem sich jeder reflektiert. Wir lesen von den Selbstzweifeln und spüren darin die Suche nach Trost wie wir auch von den Erfolgen erfahren, um bei dem Anderen Anerkennung zu gewinnen.

Die Briefe enthalten oftmals Beschreibungen des trivialen Alltags: Einerseits eine Selbstvergewisserung zu den existenzieller Umständen des eigenen Daseins und andererseits der Versuch, durch Anteilnahme Nähe und Vertrauen zu erzeugen.

Sie unterzeichnen ihre Briefe mit ungewöhnlichen Signaturen, die die besondere Intimität offenbaren, ihre Rolle in der Beziehung bezeichnen und ihre Verletzlichkeit ausstellen - denn warum sonst sollte man von sich selbst in der 3. Person sprechen.

Und wenn man weiß, wer Anton Tschechow und Olga Knipper sind, dann sieht man auch die Leerstellen, wo sich beide fremd bleiben, heikle Themen umschiffen.
Zum Beispiel Mascha, die bei Tschechow auch nach der Heirat, immer präsent war, verlangte Olga Knipper viel ab. In ihren Briefen wird das fast nie deutlich. Mascha ist da als Selbstverständlichkeit einbezogen.
Obwohl der Briefwechsel für sich spricht, gibt gerade hier das Nachwort die entsprechenden Hintergrundinformationen zur besonderen Rolle von Tschechows Schwester Mascha als seine Haushälterin und Managerin - ein Arrangement, in das sich Olga Knipper nur widerstrebend fügte.

Aber schafft dieser Briefwechsel Verständnis, warum Tschechows Texte - auch 100 Jahre nach seinem Tod - so aktuell sind? Für mich erschloss sich das jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Etwas erkannte ich jedoch in mancher seiner Figuren wieder: die Scheu, vielleicht Angst oder gar Unfähigkeit vor dem Preisgeben der Gefühle gegenüber der geliebten Anderen.
Mit diesem Briefwechsel vermittelte der Herausgeber für mich aber in jedem Fall das Credo, das Tschechow Trepljow in "Der Möwe" sagen ließ:
"Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass es nicht auf alte und nicht auf neue Formen ankommt, sondern darauf, dass man schreibt, ohne an irgendwelche Formen zu denken, dass man schreibt, weil da etwas frei aus der Seele hervorströmt."

Christiane Peter
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19 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ausgangspunkt für diese Unternehmung ist der eigentlich umfangreiche Briefwechsel zwischen der Schauspielerin Olga Knipper und dem Schriftsteller Anton Tschechow, dessen am Einband erwähnte Faszination und Bewegung teilweise einigermaßen erstaunt, gemessen an dem in den Briefen über Gebühr strapazierten Bild der auftretenden Langeweile, ob des nicht alltäglich zustandekommenden Worteaustauschs. Wie auch immer, der Herausgeber selbiger, Jean Benedetti, meint in seiner Vorbemerkung, er habe „versucht, den Verlauf ihrer Beziehung nachzuzeichnen, dabei Material zu Freunden und Bekannten ausgelassen, das eine Unmenge von Fußnoten erforderlich gemacht und den Lesefluß gestört hätte." Warum aber sollten im Text mitlaufende kleine hochgestellte Zahlen den Lesefluß stören? Sollte ein Leser sein Interesse nicht auf sämtliche Verweise lenken wollen, so werden ihn die Zahlen nicht dazu zwingen. Wenn schon leseflußstörend, so sind es die in ihrer Häufigkeit geradezu ärgerlichen Hinweise auf die „redaktionelle Bearbeitung", die sich Benedetti im Rahmen seines Versuchs gestattete. Unbefriedigend drängt sich die Frage auf, welche Inhalte einem durch die gesetzten drei Punkte in den eckigen Klammern vorenthalten werden, zumal gerade Briefe in ihrer gesamten Länge, eingerechnet aller Gedankensprünge und Themenwechsel interessant zu verfolgen sind. Es ist ganz schlicht eine Unart Briefe zu kürzen, respektive in Auswahl zu präsentieren, es sei denn es werden einzelne Passagen als Belegstellen für eine übergeordnete Idee herangezogen. Das Nachzeichnen einer Beziehung zweier Menschen als übergeordnete Idee braucht aber keine „redaktionelle Bearbeitung", - die verbrieften Dokumente sprechen für sich.

Andrea Traxler

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