"Weißt Du wie viel Sternlein stehen, an dem großen Himmelszelt?" - Dieses schöne Kinderlied führt den Erwachsenen nicht nur ihre Unkenntnis der großen Zahl der Sterne vor Augen, es erinnert auch daran, dass sie die wenigsten Sterne und Sternenbilder beim Namen kennen. Die meisten Erwachsenen kennen den Polarstern und den Großen Wagen, vielleicht noch Orion und das große Himmels-W Kassiopeia. Aber dann wird es dünn. Beim Betrachten eines hell leuchtenden Sternehimmel bedauern Eltern oft, ihren Kindern nicht mehr erläutern und zeigen zu können. In der Sachbuchreihe "Mein erstes ..." ist nun das Bestimmungsbuch "Mein erstes Welcher Stern ist das?" zur Astronomie erschienen. Der verunglückte Titel sollte die Leser nicht abschrecken. Das Autorenpaar Thorsten und Susanne Dambeck hat ein sehr informatives Sachbuch für Nachwuchs-Sternegucker geschrieben.
In der ausführlichen Einleitung erhalten die Kinder einen Überblick über den Aufbau des kleinformatigen Buches und praktische Tipps für die Himmelsbeobachtung. Unter anderem werden sie daran erinnert warme Kleidung anzuziehen, außerdem sollen sie ihre Taschenlampe mit Butterbrotpapier abzukleben, um die eigene Nachtsicht nicht zu beeinträchtigen. Zunächst werden Sternbilder vorgestellt, die das ganze Jahr zu sehen sind. Zu jedem Sternenbild gibt es eine erläuternde Zeichnung und Informationen, wo und wann man es sehen kann. In kleinen Schaukästen gibt zusätzliche Informationen über die Sagen, die dem Sternenbild den Namen gegeben haben, berühmten Astronomen oder andere interessante Informationen.
In den folgenden Abschnitten werden die Sternbilder des Winters und des Sommers vorgestellt sowie die in Deutschland sichtbaren Tiere des Tierkreiszeichens erläutert. Thorsten und Susanne Dambeck gehen auch kurz auf den Unterschied zwischen Astronomie und Astrologie ein, widmen ein umfangreiches Kapitel unserem Sonnensystem und stellen Kometen, Meteoriten und Satelliten sowie die Raumstation "ISS" vor. Im abschließenden Kapitel werden dann noch weitere Phänomene am nächtlichen Himmel, zum Beispiel Nebel aus Staub und Gas, die Milchstraße und Sternehaufen, gezeigt.
Die Texte sind kurz aber voller Informationen, die zum Weiterforschen animieren. Das Buch ist für Kinder ab sieben Jahren gedacht, doch die große Zahl an Fachbegriffen und Fremdwörtern wird die Hilfe von Erwachsenen nötig machen. Die Begeisterung der Autoren für die Phänomene des Himmels wird auch durch den häufigen Gebrauch einiger Superlative ("schönstes Sternenbild", "schönster Sternehaufen", "schönster Gasnebel") deutlich. Die Kinder wird das kaum stören, sie lassen sich hoffentlich für die Sterneguckerei begeistern.
Auf dem vorderen Vorsatz ist eine doppelseitige Sternenkarte abgebildet, die zur Orientierung am nächtlichen Himmel dienen soll. Diese Karte ist leider nur eingeschränkt nutzbar, da durch den Falz in der Mitte von der Karte ein gutes Stück nicht einsehbar ist. Das Sachbuch wurde mit Illustrationen von Gunther Schulz und Wolfgang Lang reich bebildert. Diese Zeichnungen tragen viel zur Anschaulichkeit des Buches bei. Die vielen professionellen Fotografien sind eindrucksvoll, einige sind in Falschfarben gedruckt und daher noch dramatischer. Im Anhang des Buches gibt es dann noch ein nützliches Stichwortregister, das die Orientierung in dem Buch erleichtert.
Das Bestimmungsbuch "Mein erstes Welcher Stern ist das?" ermöglicht Kindern, eine horizonterweiternde Reise in den Himmel zu machen!
(c) Maren Gierth von Literaturtipp.com