(Fast) ohne Punkt, aber mit jeder Menge Kommas erzählt uns Jotam von seiner Familie: von Vater Assi, der israelischen Version des Tarnkappenbombers, der sich auf Knopfdruck ins Nichts auflösen kann und wochenlang nicht mehr gesichtet wird, von Alma, seiner wunderbaren Mutter mit traumatischer argentinischer Vergangenheit, die die Seitensprünge ihres Ehemanns nur mit der moralischen Unterstützung ihres hexenhaften Freundinnenclubs übersteht, von Miriam, der wunderschönen Großmutter, den KZs der Nazis entkommen, über deren Brüste der Großvater immer wieder ins Schwärmen gerät, wenn er einen zuviel im Tee hat, von Tante Beatrix, die zur Briefmarkensammlung ihres Vaters eine ganz spezielle Beziehung hat, von Nimrod-Abrahm, der eine große Musikerkarriere für ein ultra-orthodoxes Leben aufgegeben hat, von seiner Frau Sima, die das bis auf den Punkt mit der fortwährenden Fruchtbarkeit auch anstandslos mitmacht und, und, und...
Eine Familie voll vitaler Menschen, die mit geballtem Humor, enormer Streitlust und einem Sinn für das Absurde im Leben, all das versuchen zu meistern, was das Leben regelmäßig fast unerträglich macht. Ein Roman auch, und das macht ihn so lesenswert, über die verscheidenen kulturellen und politischen Wurzeln des Staates Israel, über die Lasten der Überlebenden, ihrer Kinder und Kindeskinder, über die tiefen Gräben in der israelischen Gesellschaft, aber auch über die ungeheure Lebenskarft all derer, die in diesem Land ihr kleines, großes Leben zu leben versuchen.
Auch wenn er nicht glücklich endet, dieser Roman ist ein fulminanter Angriff auf sämtliche Lachmuskeln.