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Mein erfundenes Land
 
 

Mein erfundenes Land (Broschiert)

von Isabel Allende (Autor), Svenja Becker (Übersetzer)
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zwei Ereignisse waren es, welche die große Erzählerin Isabel Allende dazu brachten, ihr Erinnerungsbuch Mein erfundenes Land über Chile zu schreiben. Zum einen war da die Bemerkung ihres Enkels Alejandro, der angesichts seiner ihr Spiegelbild betrachtenden Oma beruhigend versicherte: „Keine Angst, altes Haus, drei Jahre lebst du mindestens noch.“ Die ihr so geschenkte Lebenszeit wollte Allende nutzen. Zum anderen gab es die Frage eines Unbekannten nach einer Lesung, welche Rolle eigentlich Heimweh in ihren Romanen spiele. Die Frage nahm Allende die Luft. „Bis dahin war mir nicht klar gewesen, dass mein Schreiben eine beständige Übung der Sehnsucht ist“, heißt es in Mein erfundenes Land. Dass diese Sehnsucht sich auf Südamerika bezieht, auf Chile, dass sie durch den Militärputsch 1973 gegen ihren Verwandten Salvador Allende „verlor“ und gegen das Exil eintauschen musste, wird auf jeder Seite deutlich.

Eine der ersten Erinnerungen Allendes an Chile sind die an ein Haus, das sie nie gesehen hat, und das dank ihrer Phantasie trotzdem längst Teil der Weltliteratur geworden ist. Es ist das Geburtshaus ihrer Mutter, der Schauplatz von Allendes großartiger Familiensaga Das Geisterhaus. Wie viel wahre Geschichte sich hier im Roman verbirgt, begreift man erst, wenn man Mein erfundenes Land gelesen hat. Man kann das Buch also als Ergänzung zu Allendes Romanen lesen. Man kann es aber auch lesen als spannendes Bekenntnis einer Frau, die sich seit ihrer Kindheit immer fremd gefühlt hat in dem, was man Heimat nennt -- und als faszinierende Beschreibung eines faszinierenden Landes am Rande der Welt.

„Das Heimweh ist mein Laster“, schreibt Allende in ihrem bewegenden Buch. „Es ist ein schwermütiges Gefühl und auch ein wenig kitschig, wie die Rührung. Fast scheint es aussichtslos, das Thema ohne Sentimentalitäten in Angriff zu nehmen, aber ich will es versuchen. Falls ich ausrutsche und in Kitsch verfalle, seien Sie gewiss, dass ich mich einige Zeilen später wieder aufrappeln werde.“ Genau dieses „Berappeln“ ist Allende in Mein erfundenes Land auf grandiose Weise gelungen. In manchen ihrer Romane nach dem Geisterhaus gibt es mehr Kitsch als hier. Endlich wieder einmal ein Buch der Autorin, das man von der ersten bis zur letzten Seite ohne faden Beigeschmack verschlingen kann. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Kurzbeschreibung

»Isabel Allende zu lesen heißt den Duft Lateinamerikas zu riechen, eine Großfamilie kennen zu lernen und mit skurrilen Geschichten überhäuft zu werden ... Wer etwas über Geschichte und Politik Chiles, über die Menschen des Landes erfahren möchte und nicht zuletzt über Allendes außergewöhnliche Familie: Die Autorin erzählt es ... Mit so viel Aufrichtigkeit, Sprachwitz, Humor und Ironie, daß es eine Freude ist.« Kölner Stadtanzeiger

Charmant und schwungvoll erzählt Isabel Allende von ihrer Heimat, jenem langgestreckten Land am Rand der Welt, das sie nach dem Militärputsch 1973 verlassen mußte. Ausgehend von ihrer eigenen Geschichte und der ihrer Familie schreibt sie vom Stolz, von der Großzügigkeit und der Borniertheit ihrer Landsleute, von Machos und mutigen Frauen, von all dem, was ihr Chile liebenswert und unausstehlich macht - vor allem aber davon, was es bedeutet, ein Land zu verlieren und ein Zuhause zu finden.


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57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Liebeserklärung an Chile!, 5. Juli 2006
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Mein erfundenes Land (Gebundene Ausgabe)
Isabel Allende ist 1942 als Tochter chilenischer Diplomaten in Lima geboren. Den Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie nach der Trennung ihrer Eltern im urgroßelterlichen Haus in Santiago de Chile -- dieses Haus ist das literarisch unsterbliche "Geisterhaus" aus Isabel Allendes gleichnamigem ersten Roman. Ihre Erinnerungen "Mein erfundenes Land" holen nicht nur dieses alte, großbürgerliche Gemäuer in die Wirklichkeit. Sie hat auch bei allen ihren Romanfiguren Anleihen bei ihrer weitverzweigten Verwandtschaft genommen.


Die Allendes gehörten zur obersten Schicht Chiles, gaben lange Zeit im gesellschaftlichen und politischen Leben den Ton an. Nach dem Militärputsch Pinochets im Jahr 1973 wurde die große Familie Isabel Allendes jedoch über die weite Welt verstreut. Die Journalistin und spätere Schriftstellerin lebt nun schon länger in Kalifornien als sie in Chile gelebt hat und doch ist Chile unbestritten ihre Herzensheimat!

Diese besondere Mischung aus Abstand und Nähe macht das Buch zu einem ganz besonderen biographischen Bericht. Was sie über ihr Ursprungsland berichtet, ist einerseits eine liebevolle Hommage an das Land und seine Bewohner, andererseits bemüht sie sich um Objektivität und hat durch die langen Jahre im Exil einen Außenblick, der diesem Buch Substanz verleiht.

Abgesehen von einigen wenigen Plattitüden wie "In ihrer Jugend sind die chilenischen Frauen leidenschaftliche Liebhaberinnen, später dann die Säulen der Familie, gute Mütter und gute Gefährtinnen für ihre Männer, für die sie häufig viel zu schade sind...", ist "Mein erfundenes Land" eine wunderschön zu lesende, seelenvolle Liebeserklärung an Chile.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Lust auf Chile!, 16. Oktober 2008
Von Nicole Buttgereit (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Zugegeben, ich bin nicht objektiv, ich mag Isabel Allende einfach. Wenn man "Das Geisterhaus", "Von Liebe und Schatten" oder "Paula" gelesen hat, kommen einem manche Passagen bekannt vor. Das stört aber keineswegs. Der Leser erinnert sich gerne an die eine oder andere Anekdote. Die Autorin versucht, einen historischen Abriss über ihr Heimatland Chile zu geben, ohne einen wissenschaftlichen Anspruch zu erheben. Sie erzählt einfach drauf los, schiebt immer wieder eigene Familienepisoden oder Assoziationen ein. Dabei lässt die zum Auswandern gezwungene Schriftstellerin den Leser ihr Heimweh spüren und geht dennoch kritisch mit ihrem Heimatland um. Sie erklärt in Kurzfassung die Tragödien um Salvador Allende und schließlich Pinochet. Sie verweist auf Werke ihrer Kollegen Llosa und Marquez. Wenn sie von der sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Chilenen spricht, hat man Lust, einfach bei ihr vorbeizuschauen auf ein "Teechen" und das Buch macht - bei aller Tragik - Lust auf Chile und ganz Lateinamerika!
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes Zeugnis einer Schriftstellerin über den Grund und Hintergrund ihres Schreibens, 2. September 2007
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Mein erfundenes Land (Gebundene Ausgabe)
Das Leben und die Geschichte Isabel Allendes bewegt sich zwischen zwei Daten, von denen das erste nie richtig ins Weltbewusstsein gelangte, dennoch ihr Leben von Stund` an veränderte: am 11. September 1973 putschte Augusto Pinochet die demokratisch gewählte sozialistische Regierung von Salvador Allende unter tatkräftiger Hilfe des CIA und des damaligen amerikanischen Außenministers Henry Kissinger aus dem Amt und legte für lange Jahre Dunkelheit über ihr geliebtes Chile.
Am 11. September 2001 zerstörten islamistisch-faschistische Terroristen die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York und gaben nicht nur den USA, sondern der gesamten demokratisch-westlichen Welt das Gefühl, im Innersten getroffen worden zu sein.
"In diesem Moment hat sich vieles verändert. In einer Krise kann man nicht neutral bleiben. Diese Tragödie hat mich mit meinem Identitätsgefühl konfrontiert, und ich spüre, dass ich heute Teil der bunten Bevölkerung Nordamerikas bin, so wie ich früher Chilenin war."

Doch ihr "erfundenes Land" lässt sie nicht los. Die Frage eines jungen Mannes aus dem Publikum während einer Tagung von Reiseschriftstellern, die Isabel Allende eröffnete, welche Rolle das Heimweh in ihren Romanen spiele, inspiriert sie, genau darüber nachzudenken. Am Ende dieses wunderbaren und für Allende-Fans sehr aufschlussreichen Buches spricht sie ihre Leser direkt an:
"Ich hoffe, dieser lange Diskurs beantwortet die Frage jenes Unbekannten über mein Heimweh. Glauben Sie nicht alles, was ich sage, ich neige zum Übertreiben und kann - ich habe Sie gleich gewarnt - nicht objektiv sein, wenn es um Chile geht; na, sagen wir besser, ich kann fast nie objektiv sein. Jedenfalls ist das Wichtigste meiner Reise durch diese Welt nicht in meiner Biographie oder meinen Büchern nachzulesen, es vollzog sich fast unmerklich in den verborgenen Kammern des Herzens. Ich bin Schriftstellerin, weil ich mit einem guten Ohr für Geschichten zur Welt kam und mit einer exzentrischen Familie und dem Los einer umherschweifenden Pilgerin gesegnet bin. Das Schreiben hat mir Gestalt gegeben: Wort für Wort habe ich die Person erschaffen, die ich bin, und das erfundene Land, in dem ich lebe."

Dazwischen beschreibt Isabel Allende auf 200 Seiten die bewegte Geschichte ihrer Familien, die, wie im "Geisterhaus" angedeutet, immer auf das Engste mit der Geschichte und dem Geschick Chiles verbunden war. Sie öffnet Einblicke in geschichtliche Zusammenhänge, beschreibt mit beeindruckenden Worten die Schönheit der gegensätzlichen Landschaften und Klimazonen Chiles, erwähnt die wesentlichen Stationen ihres Lebens, ohne ins Private zu gehen. Es gibt keine Details aus ihren beiden Ehen, kein Gerede über andere Menschen, es gibt Fakten, aber die sind mit Leidenschaft erzählt und dokumentiert.
Und es gibt eine Fülle von lustigen und manchmal skurrilen Familienanekdoten, von denen man einige aus ihren Romanen wiedererkennt.

"Mein erfundenes Land" ist ein Buch über eine leidenschaftliche Liebe zu einem Land, in dem man dennoch nicht mehr leben kann und will:
"Ich habe ein romantisches Bild von Chile, das zu Beginn der siebziger Jahre auf Eis gelegt wurde. Über Jahre glaubte ich, mit der Rückkehr zur Demokratie werde alles wie früher sein, aber selbst dieses konservierte Bild war eine Illusion. Vielleicht hat es diesen Ort, nach dem ich mich zurücksehne, nie gegeben. Bei meinen Besuchen muß ich das wirkliche Chile mit dem sentimentalen Bild abgleichen, das mich fünfundzwanzig Jahre hindurch begleitet hat. Weil ich schon so lange im Ausland lebe, neige ich dazu, die Tugenden der Chilenen zu überzeichnen und ihre unangenehmen Züge zu vergessen."
In einem schmerzhaften Prozeß nimmt sie die Realität in ganzer Schärfe wahr, aber sie übersieht nicht die zarten Pflanzen der Hoffnung, die wieder sprießen in einem Land, das trotz aller "Modernisierung" vielleicht doch seinen wesentlichen Charakter noch nicht verloren hat.


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