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Mein elektronischer Schreibtisch
 
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Mein elektronischer Schreibtisch [Gebundene Ausgabe]

Reinhard Kaiser


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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Robert Schneider hat einen, Christoph Ransmayr auch. Martin Walser nicht. Peter Handke braucht keinen, und Ernst Jandl schreibt auch lieber mit dem Füller: Die Debatte, ob der Computer als Arbeitsgerät für Schriftsteller, Dichter und Übersetzer "hui" oder "pfui" ist, geht quer durch die Reihen derer, die sich in der Literatur einen Namen gemacht haben.

Vielleicht kommt Reinhard Kaisers Buch Mein elektronischer Schreibtisch daher genau zur rechten Zeit, um Frieden zu stiften in diesem Streit um Kuli, Reiseschreibmaschine und Keyboard. Denn sein Band hebt sich wohltuend von ähnlichen Publikationen ab, die den Leser entweder mit sprachlichen Meisterleistungen auf Kindergartenniveau für dumm verkaufen oder mit einer unbegreiflichen Fachsprache zwischen PCI-Bus, EDO-RAM, GDI und SCSI einnebeln. Anstatt die häufig überzogenen Anpreisungen der Computerindustrie nachzubeten, klärt Kaiser sachlich über Vor- und Nachteile von Computer & Co. auf und gibt besonnen Tips für den richtigen Umgang mit dem zuweilen sperrigen Arbeitsgerät.

Angenehm: Kaiser versucht gar nicht erst, irgendjemanden zur Schreibtischelektronik zu überreden oder zu bekehren. Wer noch nicht von seinem Bleistift lassen möchte, erfährt in diesem Ratgeber, wofür der Computer überhaupt nütze ist -- und wozu nicht (!) --, wer sich schon mit dem Gedanken an eine Anschaffung trägt, bekommt Tips für den Kauf -- gut zu wissen, daß man fürs bloße Schreiben durchaus nicht immer das neueste Modell braucht, das der Markt hergibt (das brauchen eigentlich nur Videospielfreaks). Wer bereits einen "Berechner" neben seine Schreibmaschine gestellt hat, findet im Elektronischen Schreibtisch eine ganze Fülle von Tips, wie sich der Umgang mit dem wesensfremden Mitarbeiter so angenehm wie möglich gestalten läßt.

Und diese Tips haben es in sich. Kaiser hat sich stellvertretend für alle, die gerne möchten, aber sich nicht trauen, tief in das tickende Uhrwerk von Windows und WinWord gegraben und Hinweise ans Tageslicht geholt, die einem Schreibenden wirklich nutzen: Wie vereinfache ich mir mit einem Scanner die Arbeit an einer Übersetzung, wie schalte ich störende Funktionen bei Word aus (zum Beispiel die skurrile "Rechtschreibhilfe") und wie behalte ich durch das kleine Bildschirmfenster den Überblick über meinen Roman? Kaiser beschreibt sehr sachlich, wie Kollege Computer die eigene Arbeit verändert (und zuweilen auch sabotieren kann) und geht auch eher unscheinbaren Problemen nach, etwa der Suche nach den Zeichen é, Ç, ë und Œ -- wieviele E-mails sind nie verschickt worden, weil ihr Autor das verrückte @ nirgendwo auf der Tastatur finden konnte... Gimmicks, die mit dem Schreiben am Rechner nichts zu tun haben und die Computerhandbücher dicke Backen kriegen lassen, lassen Kaiser hingegen kalt: Hier schreibt ein Kollege für Kollegen. Endlich einmal "Profitips", die diesen Namen verdienen.

Ganz ohne Fachvokabular kommt leider auch der Elektronische Schreibtisch nicht aus -- das meiste ist immerhin (irgendwo) erklärt. Dennoch: Ganz bei Null holt Kaiser seine Leser sicher nicht ab. Und ob die Rezepte, die er zuweilen anbietet, in jedem Fall funktionieren, könnte wahrscheinlich nicht einmal Bill Gates garantieren -- dazu sind Computer heute einfach zu komplex. Aber Kaisers Anleitungen führen im Zweifel zumindest auf die richtige Spur. Mac-Besitzern oder Autoren, die nicht mit Microsoft-Programmen arbeiten, kann ein ähnliches Buch bisher leider nur gegönnt werden; allen anderen kann man es getrost auf den Schreibtisch legen. --Stefan Albus

Kurzbeschreibung

Die Mittel des elektronischen Schreibens nutzen, ohne sich von ihnen dominieren zu lassen oder sich über neue Grenzen hinwegzutäuschen: Der Schriftsteller und Übersetzer Reinhard Kaiser, bereits mit Literarischen Spaziergängen im Internet unterwegs, hat aus seinen Erfahrungen zwischen Maus und Maschine eine allgemeine Vorschule des elektronischen Schreibens entwickelt. In ausführlichen Anleitungen zeigt er, wie sich der digitale Schreibtisch sinnvoll einrichten läßt - durch Anpassung und Erweiterung des Schreibprogrammes und des Betriebssystems (am Beispiel von Word und Windows), mit hilfreichen Ergänzungsprogrammen, nützlichen Zusatzgeräten und einem Internetzugang. Enthalten sind zahlreiche Hinweise auf ausgewählte Bücher, erprobte Programme, lohnende CDs, intelligente Web-Sites und ein ausführliches (nicht automatisch erstelltes) Register.

Über den Autor

Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen. 1968 Beginn des Studiums der Germanistik, Romanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie. Seit 1975 Übersetzer und Lektor für verschiedene Verlage. Seit 1989 Arbeit als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Rundfunkanstalten. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. Ernst Maria Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis 1993, Deutscher Jugendliteraturpreis 1997, Geschwister-Scholl-Preis 2000. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt/Main.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Vermessung meiner Vermessenheit - Es wäre vermessen, den eigenen Schreibtisch zum Modell für andere zu machen. Aber über den Schreibtisch schlechthin läßt sich kaum sinnvoll reden - auch nicht über den elektronischen. Wer an einem Tisch schreibt, derhat ihn sich auf seine Weise eingerichtet. Kein Schreibtisch ist wie der andere. Auch ich sitze an meinem, dem einzigen, auf dem ich mich einigermaßen auskenne, und frage mich, ob das, was ich über die Ordnung und Unordnung auf diesem Tisch, über die auf ihm und in seiner näheren Umgebung anzutreffenden Gerätschaften und den Umgang mit ihnen in Erfahrung gebracht habe und sagen kann, für andere, die an anderen Schreibtischen schreibend sich bemühen, überhaupt von Interesse ist. Jedenfalls will ich niemanden zur Schreibtischelektronik überreden oder bekehren. Mir ist der Wechsel von der elektrischen Schreibmaschine zum Computer, im ganzen gesehen, zwar ab dem dritten Tag vorteilhaft für meine Arbeit erschienen. Doch Bleistift, Kugelschrei ber, Füllfederhalter und Schreibmaschine stehen nach wie vor zur Verfügung. Es wäre vermessen, andere Schreibende über das, was ihnen wirklich nützlich sei, belehren zu wollen und ihnen in die Wahl ihrer Mittel hineinzureden. Leicht soll das Schreiben von derHand gehen. Das wünscht sich wohl jeder, der schreibt. Aber wie diese oft nur schwer zu erreichende Leichtigkeit am ehesten gewonnen wird, muß jeder selbst herausfinden. Der Computer eröffnet in dieser Hinsicht gewisse Chancen. Er bietet jedoch keine Garantie - so wenig wie irgendein anderes Schreibgerät. Und mit dem Spektrum der Möglichkeiten erweitert sich das Ausmaß der Zumutungen. Jeder, der schreiben kann, ist irgendwann einmal ausgiebig über das Schreiben belehrt worden: über die Gestalt, diedie Buchstaben annehmen sollen, und darüber, wie sie auf der Tafel, auf dem Papier aneinanderzureihen seien und wie die Hand dabei den Griffel, den Stift, den Füllhalter zu führen habe. In seinen Anfängen ist das Schreiben umlagert v on Regeln, Vorschriften, Verbindlichkeiten. Aber irgendwann, wenn aus Kleckserei und Drill Gewohnheit und Fertigkeit geworden sind, treten das Müssen und das Sollen zurück und die Selbstbestimmung hervor. Die elementare, von aller Welt nach den gleichen, allgemein gültigen Regeln geübte Tätigkeit des Schreibens wird nun wie nur wenige andere (das Lieben vielleicht) üppig urnlagert von individuellen Prägungen. Wie leicht oder schwer es in Gang kommt und im Fluß bleibt und bis zu welcher Höhe des Gedankens es sich aufzuschwingen vermag, hängt für jeden Schreibenden, gleichgültig, ob er über einem Buch, einem Brief, einem Zeitungsartikel, einer Dissertation oder irgendeinem anderen Schriftstück sitzt, von allerlei verwickelten Voraussetzungen ab. Stimmungen, Gewohnheiten,Vorlieben, Eigenheiten kommen ins Spiel und wirken an Fortgang und Gelingen nachhaltig mit. Mit den Belehrungen hat es nun ein Ende. Zum Glück ..."
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