- Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
- Verlag: Eichborn (1999)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3821814624
- ISBN-13: 978-3821814629
- Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13 x 2,6 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.854.541 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Vielleicht kommt Reinhard Kaisers Buch Mein elektronischer Schreibtisch daher genau zur rechten Zeit, um Frieden zu stiften in diesem Streit um Kuli, Reiseschreibmaschine und Keyboard. Denn sein Band hebt sich wohltuend von ähnlichen Publikationen ab, die den Leser entweder mit sprachlichen Meisterleistungen auf Kindergartenniveau für dumm verkaufen oder mit einer unbegreiflichen Fachsprache zwischen PCI-Bus, EDO-RAM, GDI und SCSI einnebeln. Anstatt die häufig überzogenen Anpreisungen der Computerindustrie nachzubeten, klärt Kaiser sachlich über Vor- und Nachteile von Computer & Co. auf und gibt besonnen Tips für den richtigen Umgang mit dem zuweilen sperrigen Arbeitsgerät.
Angenehm: Kaiser versucht gar nicht erst, irgendjemanden zur Schreibtischelektronik zu überreden oder zu bekehren. Wer noch nicht von seinem Bleistift lassen möchte, erfährt in diesem Ratgeber, wofür der Computer überhaupt nütze ist -- und wozu nicht (!) --, wer sich schon mit dem Gedanken an eine Anschaffung trägt, bekommt Tips für den Kauf -- gut zu wissen, daß man fürs bloße Schreiben durchaus nicht immer das neueste Modell braucht, das der Markt hergibt (das brauchen eigentlich nur Videospielfreaks). Wer bereits einen "Berechner" neben seine Schreibmaschine gestellt hat, findet im Elektronischen Schreibtisch eine ganze Fülle von Tips, wie sich der Umgang mit dem wesensfremden Mitarbeiter so angenehm wie möglich gestalten läßt.
Und diese Tips haben es in sich. Kaiser hat sich stellvertretend für alle, die gerne möchten, aber sich nicht trauen, tief in das tickende Uhrwerk von Windows und WinWord gegraben und Hinweise ans Tageslicht geholt, die einem Schreibenden wirklich nutzen: Wie vereinfache ich mir mit einem Scanner die Arbeit an einer Übersetzung, wie schalte ich störende Funktionen bei Word aus (zum Beispiel die skurrile "Rechtschreibhilfe") und wie behalte ich durch das kleine Bildschirmfenster den Überblick über meinen Roman? Kaiser beschreibt sehr sachlich, wie Kollege Computer die eigene Arbeit verändert (und zuweilen auch sabotieren kann) und geht auch eher unscheinbaren Problemen nach, etwa der Suche nach den Zeichen é, Ç, ë und -- wieviele E-mails sind nie verschickt worden, weil ihr Autor das verrückte @ nirgendwo auf der Tastatur finden konnte... Gimmicks, die mit dem Schreiben am Rechner nichts zu tun haben und die Computerhandbücher dicke Backen kriegen lassen, lassen Kaiser hingegen kalt: Hier schreibt ein Kollege für Kollegen. Endlich einmal "Profitips", die diesen Namen verdienen.
Ganz ohne Fachvokabular kommt leider auch der Elektronische Schreibtisch nicht aus -- das meiste ist immerhin (irgendwo) erklärt. Dennoch: Ganz bei Null holt Kaiser seine Leser sicher nicht ab. Und ob die Rezepte, die er zuweilen anbietet, in jedem Fall funktionieren, könnte wahrscheinlich nicht einmal Bill Gates garantieren -- dazu sind Computer heute einfach zu komplex. Aber Kaisers Anleitungen führen im Zweifel zumindest auf die richtige Spur. Mac-Besitzern oder Autoren, die nicht mit Microsoft-Programmen arbeiten, kann ein ähnliches Buch bisher leider nur gegönnt werden; allen anderen kann man es getrost auf den Schreibtisch legen. --Stefan Albus
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