Christian Oster Mein blindes Schicksal
Berlin Verlag ISBN 3827006368
Dieser Roman ist traurig, merkwürdig und auf irgendeine Weise verrückt.
Wir begegnen unserem Helden mit seiner Freundin, die er seine Frau nennt, auf der Fahrt zum Geburtstag eines fernen Verwandten. Sie mögen so um die dreißig Jahre alt sein.
Laure niest und dieses Niesen löst ungeahnte Gefühle in dem Icherzähler aus. Er fühlt sich ihr gerührt nahe, denn mit dem Niesen hat es eine Bewandtnis: alle Frauen, mit denen er es bisher zu tun hatte, haben ihn verlassen oder er hat sie verlassen, denn er hat einen Dauerschnupfen!
Der Schnupfen ist über lange Strecken das einzige Thema der Erzählung. Dass Laure Fieber hat, dass sie ein Fieberthermometer braucht, dass sie schließlich zusammen in ein Hotel einkehren, das ist der einzige Handlungsstrang.
Laure fühlt sich so krank durch die Erkältung, dass sie nur noch ihre Ruhe haben will. Sie wünscht sich, dass er alleine weiter fährt und ihr das Auto und das gemeinsame Handy da lässt.
Nachdem er sich zunächst noch voller Besorgnis um sie gekümmert hat, nimmt er getrost und verwundert alles hin und folgt ihrer Aufforderung.
Unser Held macht sich alleine auf die Weiterreise. Was er dabei erlebt, das wird uns im zweiten Teil des Romans erzählt.
Einmal ist es die Begegnung und Bewirtung durch vollkommen Fremde, die uns irritier; dann folgt der Kauf eines Handys, um Laure anzurufen. Da sie nie abnimmt, will sie offensichtlich gar nichts mehr von ihm wissen.
Das Verhalten von Serge ist oft zögerlich und unentschlossen.
Er bietet ein wenig das Bild von einem tumben Tor. Alles, was passiert, ereignet sich ganz unspektakulär.
Ein dumpfes und ergebenes Leben wird uns vorgeführt. Es persifliert mit vielen komischen Details den Alltag.
Selbst das verstörende Ende entbehrt in der gleichmütigen Darstellung nicht einer gewissen Komik.
Der Stil ist dröge und wird von staccatogleichen Sätzen gekrönt.
Christian Oster gilt in Frankreich als Erfolgsautor.
Wenn alle seine Figuren so ein trockenes und ohne große Höhepunkte begnadetes Leben führen, dann trifft er wohl im Kern einen Stil, der dem Leben abgeguckt zu sein scheint.
Für den Liebhaber dieser Art Satire ist es eine schöne und unkomplizierte Geschichte!