- ich denke da nur an "Ein guter Sohn", mag wohl auch am Thema liegen, denn wer glaubt einen waschechten Horrorthriller vor sich zu haben, der so richtig unter die Haut geht, täuscht gewaltig. Dieser hier konnte bei mir gerade mal ein schwaches Kribbeln verursachen, die Personen waren mir einfach zu klischeehaft, Faith eine hübsche Frau mit unterdrücktem Selbstwertgefühl versucht aus der Ehe mit dem erfolgreichen Schönheitschirurgen Ross auszubrechen. Er, superintelligent und zwangsneurotisch, macht ihr das Leben zur Hölle, will sie durch ein Anästhetikum namens Ketamin, eine Art Halluzinogen, gefügig zu machen. Ich möchte natürlich keine wichtigen Details verraten, manche Szenen waren ziemlich gestellt und unrealistisch, am Ende hatte ich sogar den Eindruck dass P. James, auf Teufel komm raus, versuchte, das Beste aus dem Stoff herauszupressen - ein Versuch, der leider mißlang. Er sollte sich wohl doch eher auf den Horrorbereich beschränken, wo er einer der ganz großen ist, bestes Beispiel dafür eines der älteren Bücher "Die Prophezeiung".
Man sollte trotz der beschriebenen Mängel nicht zu hart urteilen, der Roman hat mich gut unterhalten - zum schnellen Weglesen zwischendurch auf jeden Fall geeignet, mehr nicht. Erwartet man aber eine durchdachte, lebensnahe Geschichte wird`s für den Autoren etwas haarig. Als großer Fan halte ich ihm trotzdem die Treue.
Ich verstehe nicht warum bei einem Autoren wie James der so viele positive Resonanzen hat, bisher nicht mehr seiner vierzehn! Spannungsromane ins Deutsche übersetzt wurden.