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Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört
 
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Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört [Audiobook] [Audio CD]

Thomas Mann
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: Lesung mit Musik (21. Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867175640
  • ISBN-13: 978-3867175647
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 233.461 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Dies ist wirklich eine Rarität." (Der Standard )

"Eine Sternstunde des Radios - eine Entdeckung für Mann-Leser." (DER SPIEGEL )

"Ein Sammlerstück, ohne Zweifel." (WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG )

Kurzbeschreibung

Hochkarätiger kann man ein Wunschkonzert kaum besetzen: Im Frühsommer 1954 kommentierte Thomas Mann für die Sendereihe "Wer wünscht was?" des Süddeutschen Rundfunks seine Lieblingsstücke klassischer Musik und las aus den Romanen "Der Zauberberg" und "Doktor Faustus". In dieser Rarität aus den Archiven führt Sie der berühmte Schriftsteller selbst von Richard Wagners "Lohengrin"-Vorspiel über Ludwig van Beethovens "Leonoren-Ouvertüre", Lieder von Franz Schubert und Robert Schumann bis hin zu Claude Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune". O-Ton mit Musik. Sprecher: Thomas Mann

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Es ist nichts Neues, dass die Musik in Thomas Manns Leben und damit seinen Werken eine große Rolle gespielt hat. Und so war ihm sicher auch die Einladung des Süddeutschen Rundfunks im Rahmen der Sendereihe "Wer wünscht was?" im Jahre 1954 willkommen, seine Lieblingsstücke klassischer Musik vorzustellen und darin einzuführen. "Ich stehe zu der Sache sehr freundlich und schreibe Ihnen hier das Programm meines Wunschkonzerts auf", antwortet Mann auf die Anfrage des SDR hin in gewohnt manirierter Art. Schließlich hatte er einmal bekannt: "Wo ich bin, ist die deutsche Kultur."

Dass dann drei Titel angesichts des einstündigen Sendeformats gestrichen wurden, sei hier am Rande erwähnt (in Klammern):

1. Wagner - Vorspiel zu Lohengrin
(2. César Franck - Symphonie)
3. Debussy - L'après-midi d'un faune
4. Drei Lieder
Schubert - Winterreise: Im Dorf (und Der Lindenbaum)
Schumann - Zwielicht
(5. Schubert - Trio op. 99 in B-Dur)
6. Beethoven - Leonoren-Ouvertüre No. 3

Der 79-jährige Mann notiert in seinem Tagebuch nach vollbrachter Arbeit: "Fühlte mich meist auch körperlich sehr hinfällig. Dennoch gelang das musikalische Programmgespräch für den Südd. Rundfunk im Studio Zürich, teils improvisiert, teils gelesen recht gut."

Der Wert der CD liegt für mich vor allem in den Archivaufnahmen des deutschen Großautors - die Musikeinspielungen sind hingegen mE zu vernachlässigen, weil zum Teil Eigenproduktionen des Süddeutschen Rundfunks (und nicht wie vom Th. Mann zum Beispiel gewünscht von Furtwängler). Stören kann die mediokre, wenn nicht ausgesprochen miserable O-Tonqualität der Musikeinspielungen (vermutlich Schellackplatten).

Und so hat die CD mit ihren 57 Minuten Spielzeit vor allem wohl Sammlerwert für den Thomans-Mann-Liebhaber.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Muss für Thomas-Mann-Fans 14. September 2010
Von Amazon bestätigter Kauf
Im Sommer 1954 kommentierte und präsentierte Thomas Mann im Süddeutschen Rundfunk bei einer Wunschsendung seine Lieblingsstücke der klassischen Musik.
Diese CD stellt ein unvergleichliches (und qualitativ sehr akzeptables!) Tondokument dar, in dem der berühmte Autor seine Auswahl erläutert und bisweilen erklärend aus seinen Werken zitiert; dort stellt er ja häufig einen intensiven Bezug zur Musik her (Dr. Faustus etc.). Es ist faszinierend, Manns Sprachduktus "live" zu erleben und auf diese Weise auch seine Freude und Begeisterung für die klassische Musik miterleben zu dürfen.
Wer Thomas Mann mag, der muss diese CD besitzen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es ist kein Geheimnis, dass Thomas Manns Verhältnis zur Musik nicht nur ein inniges und intensives, ein wie er selbst gesteht - Liebesverhältnis" war, sondern auch eines, das in wechselseitiger Beziehung zu seinem Werk stand. Umso interessanter mutet nun die neu als CD im Hörverlag veröffentlichte Aufnahme eines 1954, ein Jahr vor seinem Tod, von dem Autor selbst kommentierten Wunschkonzerts im Süddeutschen Rundfunk. Sie ermöglicht den Blick in die Schreibstube - in das Denken, Weben und Fühlen - des bedeutendsten deutschen Erzählers und mutet wie ein musikalisches Vermächtnis des 79-jährigen an die Nachwelt an.

Vom Dionysischen zum Apollinischen
Mit dem Vorspiel zum 1. Akt der Oper Lohengrin" führt uns der Dichter gleich in medias res zur Hauptinspirationsquelle seines Schaffens: Richard Wagner. Erinnerungen an die ersten Besuche des Lübecker Stadttheaters werden da wach, wo der junge Thomas Mann die ersten und unauslöschlichen Eindrücke vom Gralsmotiv empfangen hatte - die gleichen, welche später die Figur des kleinen Hanno in den Buddenbrooks" über die raue Wirklichkeit des Daseins hinwegheben: Es war über ihn gekommen mit seinen Weihen und Entzückungen, seinem heimlichen Erschauern und Erbeben, seine plötzlichem, innerlichem Schluchzen, seinem ganzen überschwänglichen und unersättlichen Rausche...". Schon Nietzsche hatte die opiatische, narkotische Wirkung" des Vorspiels in seiner dionysischen Gewalt erkannt, die Hannos Lebens- und Willenskraft - noch am Vorabend seines schulischen Versagens - untergraben. Wie zum Trotze beschwört Mann indes in Anlehnung an Richard Strauss das vollendete Formbewusstsein des Vorspiels, bevor er der Musik demütig weicht.

Ut musica poesis
Das pastorale Erlebnis, das Claude Debussys impressionistisches Prélude à l'après-midi d'un Faune" in Töne fasst, stand Pate bei Hans Castorps Traum im Kapitel Fülle des Wohllauts" aus dem Roman Der Zauberberg". Auch hier belebt die Musik in ihrer elektrisierenden und inspirierenden Wirkung das Seelenleben eines seiner Hauptprotagonisten, dem im Stumpfsinn und in der Eintönigkeit des Davoser Sanatoriums gefangenen Castorp, dem sich ein Grammophon als ein strömendes Füllhorn heitern und seelenschweren künstlerischen Genusses" erweist. Die Töne der völligen Selbstvergessenheit, der hohen Idylle in glänzender Natur und des absoluten Stillstands der Zeit verwandeln sich in Thomas Manns Prosa in Worte der Fülle des Wohllauts", die der Meister mit hörbarem Genuss und entzückter Stimme vorträgt, was zur Sternstunde der Kunst selbst gerät. Wenn der Roman eine Symphonie" (T. Mann) sein soll, werden aus Tönen Worte: Ut musica poesis.
Bekenntnis zur Romantik

Doch vor allem - damit keine Missverständnisse aufkommen - bekennt sich Thomas Mann explizit und unmissverständlich zur Romantik und dem deutschen Lied. Franz Schuberts Winterreise", der schönste" Zyklus, der von der unerwiderten Liebe eines einsamen und ausgestoßenen Träumer und Wanderer in einer von restaurativer Kälte geprägten Zeit handelt, liegt da nahe, ließen sich doch wohl auch hier viele Parallelen zu Thomas Manns Biographie herstellen. Spricht aus dem eher unscheinbaren Lied Nr. 17 Das Dorf" der verbitterte, rastlose und desillusionierte Flüchtling, dem kein Exil zur Heimat wurde?: Ich bin zu Ende mit allen Träumen. / Was will ich unter den Schläfern säumen?" Oder verklärt die Musik tatsächlich die tiefe Melancholie und Verzweiflung" (T. Mann)?
Auch Eichendorffs von Robert Schumann im Liederkreis vertontes Gedicht Zwielicht" gehört nicht unbedingt zu den berühmtesten, dennoch hat es sich einen Platz im Herzen des Zauberers errungen. Misstrauen, das Bewusstsein einer Übergangszeit, Bedrohung durch den Krieg prägen es. Doch wie sehr dem 79-jährigen Schriftsteller die Eichendorff'sche Dichtung der Leichtigkeit und Unbeschwertheit abgeht, verrät er - beinahe entrüstet und unwillig - im Nachsatz.
Huldigung der Schönheit und der Form

Ein wenig ironisch erscheint es, wenn Thomas Mann sein Wunschkonzert mit einer Ouvertüre, der Leonoren-Ouvertüre Beethovens, beschließt und sich mit ihr - ganz apollinisch - der erhabenen Humanität und Brüderlichkeit der Klassik zuwendet. Auch hier hat der Held seines Romans Dr. Faustus", Adrian Leverkühn, ein früh prägendes Fidelio-Erlebnis, das bei allen Bedenken gegen das einfach Gute und Schöne" die letzte - wie eine Apotheose aufsteigende - Botschaft des letzte Weisheiten berührenden Autors bleibt.

Thomas Mann - obwohl von Alter und Krankheit gezeichnet - versteht das Spiel von Offenlegung und Verschleierung, von asketischer Selbstbeschränkung und subtiler Verführungskunst einerseits und der großbürgerlichen Verantwortung des Dichterfürsten andererseits. So stellt das bewegende Dokument Thomas Manns Verhältnis zur Musik mikroskopisch und doch eindrucksvoll dar. Es offeriert mehr als nur einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt des Zauberers, sondern stellt ein Abbild von dessen tiefer Verwurzelung in der geliebten Welt der Töne dar. Für sein Verhältnis zur Musik gilt, was für alles galt, was er liebte: Sehnsucht ist darin und schwermütiger Neid und ein klein wenig Verachtung und eine ganze keusche Seligkeit." Thomas Mann, Tonio Kröger")

Dem Hörverlag sei gedankt für das umfangreiche, informative, weitere Anregungen und Quellen aufgreifende Booklet sowie die Aktualisierung durch historische Aufnahmen (u.a. von Bruno Walter mit den Wiener Philharmonikern aus dem Jahre 1936) aus der privaten Plattensammlung von Thomas Mann.
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