Seit seinem ersten Roman, bin ich großer Nicholas Sparks Fan. Ich habe seine Romane verschlungen. Mich hat seine Art zu Schreiben fasziniert, wenn ich einmal angefangen habe, konnte ich garnicht mehr aufhören zu lesen und so war ich meistens in 1-2 Tagen durch mit einem Buch. Auch waren die Geschichten sehr emotinal und haben mich jedes Mal aufs neue berührt. Ich bin kein Mensch der nah am Wasser gebaut ist, aber bei Sparks hatte ich oft mit den Tränen zu kämpfen.
Bei keinem anderen Autor war ich so tief in der Geschichte drin, wie bei Sparks.
Bereits der letzte Roman hat mich absolut entäuscht, das war in meinem Augen eine schlechte Kopie von " der Feind in meinem Bett", umso mehr habe ich mich auf den neuen Sparks gefreut.
Aber auch dieser hat mich so entäuscht, ich weiß nicht was passiert ist, vielleicht sollte Sparks mal eine künstlerische Schaffenspause einlegen. Verständlich wenn man den Druck hat, jedes Jahr ein neues Buch "nachzuliefern", dass irgendwann mal die Luft raus ist.
Die Story an sich verspricht eigentlich sehr viel: ein junges Teenagerpaar, schwer verliebt, trennt sich aufgrund äußerer Einflüsse.
Jahrzehnte später begegnen sie sich wieder und stellen fest, dass ihre Gefühle nach wie vor vorhanden sind.
Eigentlich ein Rohdiamant, den Sparks nur schleifen müsste, aber in meinen Augen gelang ihm das nicht.
Ich habe noch nie einen Roman gelesen, bei dem zwischen so vielen Charakteren hin und hergesprungen wird. Was hat sich Sparks dabei nur gedacht?
Warum bleibt Sparks nicht bei der eigentlichen Geschichte des Romans?
Das Buch war anstrengend zu lesen, teilweise wechselt pro Buchseite auch der Blick auf die Charaktere.
Hier nur ein kleiner Überblick der Charaktere zwischen denen Sparks springt:
Amanda und Dawson ( die Haufptfiguren ), Dawsons Cousins und deren Partnerinnen, Amandas Mutter, der gemeinsame väterliche Freund Tuck und dessen verstorbene Frau, Amandas Mann Frank und deren gemeinsame Kinder, die Partnerin des Sohnes , die Witwe des Mannes den Dawson getötet hat, deren Sohn, etc. etc. etc.
Gerade wenn man wieder in der Grundstory drin ist, switched Sparks wieder um.
Beim Lesen dachte ich mir oft: " Oh neh nicht schon wieder!" " Wer war sie jetzt nochmal ?" " Was hat der jetzt damit zu tun?" usw.
Am besten legt man sich beim Lesen ein Blatt Papier zur Seite und gestaltet einen Art Stammbaum, damit man den Überblick behält.
Durch dieses ständige "switchen" wird man einfach nicht warm mit Amanda und Dawson, immer wenn man in die Geschichte der Beiden eintaucht, wird man wieder herausgerissen. Das finde ich mehr als schade. Es hat den Anschein, dass Sparks nicht genug Stoff für den Roman hatte und alles mögliche reingepackt hat, um das Buch voll zu bekommen.
Auch in dem Buch gibt es wieder einen Geist. Stöhn! Ich weiß nicht ob Sparks seine spirituelle Ader entdeckt hat, aber was sollen jetzt immer diese Geister?
Ich hoffe beim nächsten Mal bleibt mir wenigstens der erspart.
Als ich dachte es kann nicht schlimmer kommen, wusste ich nicht, dass das dicke Ende noch bevorsteht.
Für alle die, die nicht wissen wollen wie der Roman endet bitte nicht weiterlesen!
Amandas Sohn benötigt nach einem schweren Autounfall innerhalb von 24 Stunden ein Spenderherz. Just in diesem Moment stirbt Amandas einzig wahre Liebe Dawson und natürlich hat er das passende Spenderorgan für Amandas Sohn.
Ich hatte das Ende schon seitenweise vorher befürchtet. Das ist schon hart an der Grenze zum Groschenroman.
Der Roman hat nichts mit den alten Sparks Romanen gemein.
Als ich mit dem Roman fertig war, war ich wirklich wütend und entäuscht.
Ich denke Leser, die zum ersten Mal eine Sparks Roman in der Hand halten, werden das weniger kritisch beurteilen, aber ich vergleiche eben und habe eine hohe Erwartungshaltung, die eben nicht erfüllt wird.
Natürlich muss sich jeder selbst eine Meinung bilden. Die Geschmäcker sind Gott sei Dank ja verschieden.
Ich wünsche mir bald nochmal einen richtigen Sparks in der Hand zu halten, glaube aber im Moment nicht so richtig daran.