Jakob Wassermann ist ein wirklich bedeutsamer, wie nobler Autor: als Literat verfügt er über einen exzellenten Stil, derem Sog man nicht entrinnen kann oder mag. Jeder einzelne Satz ist ungewöhnlich reich, der Wirklichkeit auf den Leib geschrieben, leicht und magisch. Zu Lebzeiten weit bekannt, nach hartem Vegetieren den Durchbruch geschafft, doch immer zerissen und leidend an dem Falschen der Zeit: dem Inhumanen, dem Antisemitismus, mit der Ahnung was nach den dreißigern kommen wird und damals schon unerträglich war. Die Trefficherheit mit der er das Verhältnis Deutsche und Juden beschreibt, sprengt einem immer wieder die Schuppen aus den Augen. Nichts ist unwahrer geworden - war aber schon damals wahr und konnte nur von einem senistiven Autor wie Wassermann in Sprache gefasst werden. Man findet dies nicht bei Thomas Mann und auch nicht bei Stefan Zweig.