Im Allgemeinen halte ich es für äußerst sinnvoll sich zunächst, soweit vorhanden, durch Autobiographien einer bestimmten Thematik zu nähern. Sich Dank Berichten Betroffener mit Krankheiten etc. auseinanderzusetzten zu können,garantiert häufig auf eindrucksvollste Art und Weise Einblick in Prozesse, die beim bloßen Lesen wissenschaftlicher Abhandlungen in ihrer individuellen Härte zwangsläufig im Verborgenen bleiben (müssen), meines Erachtens aber ein primäres Anliegen der an Information interessierten Person sein sollten. Im Vorwort wird dieses Buch ausdrücklich Angehörigen und Therapeuten zur Lektüre empfohlen, eine Meinung, die ich in keinster Weise teilen kann. Man hat im Wesentlichen das Gefühl, daß die Autorin mit ihren Schilderungen eher an der Oberfläche kratzt, als daß sie den Problemen auf den Grund geht. Ihre Darstellung halte ich sowohl sprachlich, als auch inhaltlich für banal (z.B. im Gegensatz zur Autobiographie von Marya Hornbacher). Ein für mich eher enttäuschendes Buch , das seiner selbstgewählten Aufgabe, nämlich einen sehr persönlichen Einblick in den Teufelskreis "Magersucht" zu gewähren und Hilfestellung zu geben kaum gerecht wird - was gerade wegen der zunehmenden Aktualität des Themas sehr wichtig wäre.