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Mein Weg: Autobiographie
 
 
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Mein Weg: Autobiographie [Gebundene Ausgabe]

Tony Blair , Norbert Juraschitz , Dagmar Mallett , Helmut Dierlamm , Stephan Gebauer , Heike Schlatterer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (8. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570100715
  • ISBN-13: 978-3570100714
  • Originaltitel: A Journey
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 16,2 x 5,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 329.273 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Einen Ghostwriter wie in dem gleichnamigen Film von Roman Polanski hat Tony Blair für seine Memoiren nun offenbar doch nicht beschäftigt. Gewaltsam zu Tode gekommen ist bisher auch niemand in den drei Jahren ihrer Entstehung. Und wer sich von der Lektüre der 750 Seiten außergewöhnliche Enthüllungen und Einsichten erwartet, der sieht sich getäuscht. Selbstkritik ist einfach nicht die Sache eines Tony Blair, selbst wenn Demut jemandem wie ihm, der die Religion als eine noch größere Leidenschaft bezeichnet als die Politik, gut zu Gesichte stünde.

Und so kommt es, dass Blair, der über ein Jahrzehnt lang als britischer Premierminister nicht nur die Geschicke seines Landes sondern als getreuer Gefolgsmann der USA auch die der ganzen Welt mitbestimmt hat, trotz seines schmachvollen Abgangs erstaunlich selbstgewiss zu Werke geht. Die Darstellung seines kometenhaften Aufstiegs und die Bilanz der Errungenschaften, die er sich persönlich zugutehält, muten über weite Strecken an wie eine Apotheose. Dabei entspricht die Würdigung seiner politischen Weggefährten auf nationaler wie internationaler Ebene nicht immer der sprichwörtlich feinen englischen Art. Exemplarisch deutlich wird dies an der Disqualifikation seines Amtsnachfolgers und innerparteilichen Rivalen Gordon Brown, dem er jegliche emotionale Intelligenz abspricht, bzw. an den Animositäten gegen den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Obwohl er seinem einstigen Bewunderer Respekt für seine Radikalität bei der Umsetzung seiner innenpolitischen Reformpolitik zollt („ein wirklich harter Bursche“) und ihm echte Führungsqualitäten bescheinigt, bringt es Blair nicht fertig einzugestehen, dass der Bruch mit Schröder in allererster Linie außenpolitischen Differenzen geschuldet war. Von seiner Rolle als „Bushs Pudel“ will Blair ohnehin nichts wissen und beharrt stattdessen auf der Notwendigkeit der Beseitigung des Despoten Saddam Hussein. Auf den US-Präsidenten, den er zwar als schlichtes Gemüt darstellt aber als durchaus intelligenten und vor allem verlässlichen Idealisten mit den besten Absichten verteidigt, lässt er bis heute nichts kommen. Sein schlechtes Gewissen lässt lediglich die Absicht erkennen, die Millionenerlöse aus seinen Memoiren einem Kriegsopferfonds zur Verfügung zu stellen.

Lohnend ist die Lektüre von Mein Weg allemal. Nicht nur weil sie informativ und streckenweise ausgesprochen unterhaltsam ist, sondern auch weil sie von einem geradezu tragischen Realitätsverlust eines Mannes kündet, der einst so berühmt war für sein Gespür für die öffentliche Meinung. Wer zum Beispiel geglaubt hat, Blair habe ein für allemal der britischen Politik den Rücken gekehrt, irrt sich gewaltig. In seinen Memoiren ist nur von einem Rückzug aus taktischen Gründen die Rede: „vorerst jedenfalls“. – Arnold Abstreiter

Pressestimmen

Ein amüsantes, lesbares und wichtiges Buch (Tagesspiegel )

Eine enorm spannende Lektüre, die dem Leser einen faszinierenden Einblick in die letzten zwanzig Jahre britischer und Weltgeschichte vermittelt. (Die Weltwoche )

Die Memoiren Tony Blairs bieten für (fast) jeden etwas. (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Bothe
Format:Gebundene Ausgabe
Eins vorab: Ich war und bin ein Anhänger von Tony Blair, seit er 1994 Führer der britischen Labour Party wurde und 1997 Premierminister. Auch seine Politik - national, wie international - habe ich immer unterstützt; ja, auch die Kriege in Afghanistan und im Irak.

Aber (!), dieses Buch wird nicht zum Ruhme Tony Blairs beitragen. Tony Blair hat seine Biographie in thematische Abschnitte unterteilt und nicht in chronologische. Mich persönlich stört das nicht, aber vielleicht ist der eine oder andere Leser darüber etwas irritiert.

Er hat sein Leben in Themen zerlegt, wie zum Beispiel was er unter New Labour verstand, oder den Weg zur Macht, sein Verhältnis zur Macht, oder der Nordirland-Friedensprozess, oder sein Verhältnis zu Gordon Brown. Ich habe das Buch in einer Woche gelesen, weil es handliche und leicht zu lesende Kapitel hat.

Blair erzählt nicht, er argumentiert. Und das ist mein Problem, das ich mit diesem Buch habe: Er argumentiert! Man liest dieses Buch und fragt sich: Komm schon, wo ist denn mal ein Ausraster?, oder Was macht Dich wütend?. Ich habe es gelesen und mich gefragt: Tony, wo schlägt dein Herz? Und ich bin nach dem Buch genauso schlau wie vorher.
Das Buch ist keine Anklage und man hört auch wenig Zähneknirschen - zum Beispiel beim Abschnitt Gordon Brown - da liest man eher einen Stoßseufzer. Gut, Tony Blair geht mit den Medien ins Gericht, aber das kann man ja auch verstehen, weil die aus einem Liebling einen Angeklagten gemacht haben und das auch noch recht schnell, vor dem Irakkrieg schon.

Alles in Allem kann man sagen, dass dieses Buch durchaus lesenswert ist, vor allem wenn man wissen will, wie Blairs Sicht der Dinge ist und wie er tickt. Aber wer ein feuriges Testament, oder eine wütende Abrechnung erwartet, der ist falsch. Blair bleibt sich treu und er hätte das Buch auch überschreiben können mit: Cool Britannia und was ich daraus gemacht habe.
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Wenig selbstkritik 20. Mai 2012
Von Fabian B.
Format:Kindle Edition
Tony Blair, der ehemalige britische Premier und Wegbereiter des 'dritten Weges' der Sozialdemokratie hat seine Biografie geschrieben, in der es allerdings nicht an der Selbstgefälligkeit mangelt, die letztendlich dazu geführt hat, das sich das Wahlvolk von ihm abgewendet hat und 'New Labour' tief in den Keller gerutscht ist. Es scheint, als ob einfach alles, was Blair angepackt hat ' so beschreibt er es ' Hand und Fuß gehabt hat. Von Selbstkritik keine Spur. Da hat jemand im Laufe der Jahre auf dem Weg nach oben anscheinend jegliche Kritikfähigkeit eingebüßt.

Er erinnert in seiner Art ein Wenig an George W. Bush, dessen Biografie womöglich ähnlich einseitig und unkritisch ausfallen könnte. Nun ja, immerhin scheint es noch Menschen zu geben, die wohl wirklich durch keinerlei Widrigkeiten oder eindeutige Signale aus ihrem Umfeld an Selbstbewusstsein einbüßen. Insofern erinnert er an Gerhard Schröder, der sich bei seiner 'Agenda Politik' für die 'Neue Mitte' gerade an Blair und dessen moderner Konzeption von Sozialdemokratie orientierte. Diese Erkenntnis vielleicht die positivste, die man aus seinem Buch ziehen kann.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der ehemalige britische Regierungschef Toni Blair (Premierminister 1997-2007) legt ein Buch vor, welches umfassend, detailgenau, wahrheitsgetreu und authentisch ist. Es handelt sich allerdings um eine ausschliesslich politische Biographie, in denen Blair nur sehr sporadisch und oberflächlich auf sein Leben vor dem Eintritt in die Politik eingeht. Wenig erfährt man deshalb über seine Herkunft, seine Erziehung und seine Eltern, gar nichts auch über die Freuden und Krisen des Privatmanns Toni Blair, nichts über seine Geschmäcker in Sachen Musik, Sport, Essen, Kultur. Einzig und allein der politische Mensch Toni Blair ist Gegenstand des Buches, mit vereinzelten Einsprengseln über den Ehemann und Vater, der als erster britischer Premier während seiner Amtszeit auch noch (zum vierten Mal) Vater geworden ist.

Dafür schildert Blair seine poltische Laufbahn umso umfassender und mit viel Liebe zum Detail ohne dabei langweilig oder langfädig zu werden. Den grössten Teil des Buches nimmt seine Regierungszeit in Anspruch, welche für britische Verhältnisse lange währte und nicht nur von einem zu Beginn erdrutschartigen Wahlsieg geprägt war, sondern auch von vielen Erfolgen und Tiefschlägen während seiner Amtszeit. Blair verwendet viel Raum auf die Darstellung seiner politischen Ansichten, die sich vor seinem Wahlsieg 1997 sehr deutlich vom Labour-Mainstream unterschieden. Das politische Personal wird überwiegend freundlich geschildert, jedoch der langjährige Weggefährte und spätere Nachfolger Gordon Brown dürfte wenig Freude an Blairs Buch gehabt haben. Brown erscheint darin einerseits als hochintelligenter und argumentativ versierter Politiker, der jedoch zu stark in den alten, klassenkämpferischen Denkmustern der Labour-Partei verhaften blieb. Auf der anderen Seite zeichnet Blair von Brown das Bild eines Zauderers, den er wohl allzu lange als kaltblütiger und gefährlicher anschaute als es gerechtfertigt gewesen wäre. Die Diskussionen und Deals darum, wer von beiden, Blair oder Brown, den Parteivorsitz Labours übernehmen sollte, sind endlos und von gegenseitigen Taktierereien geprägt, die im Nachhinein wie politische Sandkastenspiele aussehen.

Das Buch ist interessanterweise streng thematisch aufgebaut und orientiert sich also nicht an der Zeitachse. Dies erschwert zwar die Orientierung des Lesers ein wenig, da ja eine politische Laufbahn eben immer auch auf einer Zeitachse abläuft und wir die Leistungen von Politikern durchaus im Rahmen einer Chronologie politischer Ereignisse wahrnehmen. Andererseits gewinnt die Darstellung durch die Unterteilung in thematische Kapitel und die Fokussierung auf die allerwichtigsten Fragen von Blairs Regierungszeit an Klarheit und Verständlichkeit der politischen Aussagen. Dies dürfte für einen Politiker wie Blair durchaus interessant gewesen sein, denn es ist erkennbar, dass Blair hier nicht nur einen Bericht aus seiner spezifischen Sichtweise vorlegt sondern auch eine Art politisches Testament und einen Rechenschaftsbericht, mit dem er sich quasi nicht nur vor seinem Land sondern auch vor der Geschichte rechtfertigt. Wenn nun der Eindruck entsteht, dass Blair seine Rolle als ausgesprochen wichtig und sein Handeln als nicht nur gut sondern auch als historisch sehr bedeutsam ansieht, dann ist dieser Eindruck genau richtig. Bescheidenheit ist nicht Blair's Ding. Ich denke, der Mann sieht sich ganz einfach im Recht und Gott an seiner Seite.

Folgende wichtige Themen werden u.a. in einzelnen Kapiteln beleuchtet: Der Pradigmenwechsel der Labourpartei (New Labour"); Prinzessin Diana und die Windsors; Der Frieden in Nordirland (eine wahrhaft historische Leistung Blairs und seiner Regierung!); Die Kosovo-Krise; Der 11. September und der Krieg gegen den Terrorismus; Das Engagement im Irakkrieg und die end- und erfolglose Suche nach irakischen Massenvernichtungswaffen; Innenpolitische Reformen; Politische Agonie und die Nachfolge Gordon Browns.

Am Ende hat man einen vertieften Einblick in die politische Vita eines durchsetzungsfähigen, entscheidungsfreudigen, pragmatischer Politikers gewonnen, dem ein gewisses Sendungsbewusstsein nicht abgeht. Gleichzeitig erschien mir Blair aber auch als ein Politiker, dem es ein ehrliches Anliegen war, die Gesellschaft voranzubringen, der gegen verluderte Sitten ebenso vorging wie gegen rassistische Herabsetzungen und der ganz zweifellos dafür steht, dass der anständige, tüchtige und verständnisvolle Mensch nicht nur seinen Platz in der Gesellschaft, aber auch die besten Chancen haben soll, in dieser Gesellschaft Erfolg zu haben. Damit erscheint mir Blair als zutiefst menschlicher Politiker, der nicht von sturem Klassendenken oder politisch-ideologischer Radikalität beseelt war sondern dafür eintrat, dass Menschen das Beste aus sich machen können. Die Einschätzung als menschlicher Politiker mag zynisch klingen angesichts der Tatsache, dass Blair mit George W. Bush den Irakkrieg vorbereitete und durchführte. Blair argumentiert im Buch dergestalt, dass er den moralischen Argumenten gegen einen Krieg eine anderes moralisches Argument gegenüberstellt: Saddam Hussein hatte in seiner 24jährigen Herrschaft bereits rund 1,3 Millionen Menschenleben auf dem Gewissen. Hat jemals vor dem Irakkrieg jemand dagegen protestiert? Haben Regierungen, Organisationen oder Pazifisten jemals das Letztmögliche versucht, um diesen andauernden brutalen Staatsterror zu unterbinden? Was wäre geschehen, wenn man Saddam Hussein einfach hätte weiterregieren lassen und wie viele Menschen wären bis heute in seinen Kerkern gefoltert worden und gestorben? Klar ist, dass Blair dem radikalen Pazifismus nichts abgewinnen kann. Welcher Weg damals der Richtige war und es in Zukunft sein wird, kann jeder und jede für sich selbst beantworten. Trotzdem sind die Reflexionen dieses bedeutenden britischen Premierministers in ihrer Ehrlichkeit und Schonungslosigkeit faszinierend und lehrreich.

Wenn ich meine, das Buch sei wahrheitsgetreu und authentisch dann sage ich das, weil Blair sein Werk (wie alle seine wichtigen Reden als Premier) ganz offensichtlich selbst verfasst hat und darin mit vielen Details aufwartet welche andere Personen aus seinem Umfeld betreffen. Sollte etwas dran nicht wahr sein, dann dürfte man doch erwarten, dass die Betroffenen Blairs Darstellung entgegentreten. Scheint bis heute nicht der Fall zu sein, oder ich hätte zumindest nichts davon gehört. Also, ich bleibe dabei: wahrheitsgetreu und authentisch - und das ist an sich schon wertvoll. Ein sehr gutes Buch!
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