Hallo!
Ich habe den Vital-Coach nun seit ein paar Wochen.
Der erste Eindruck ist positiv. Man denkt zwar anfangs, dass das ganze etwas kompliziert ist, aber sobald man die Einführung "überstanden" hat (auf jeden Fall etwas Zeit dafür einplanen, das dauert ein Weilchen), wird alles sehr einfach. Bei dieser Einführung wird man u. a. nach seinen persönlichen Daten (Gewicht, Alter, etc.) und nach Gewohnheiten gefragt, damit das Programm feststellen kann, was euer Energiebedarf für einen Tag ist.
Jeden Tag hat man 4 Ziele:
Eine Mindestanzahl an Schritten,
mindestens eine Aufgabe erledigen,
mindestens 30 Minuten Bewegung und
Perfekte Ernährungsbalance.
In der ersten Coaching-Lektion werden einem einige Fragen gestellt, unter anderem, wieviele Schritte man pro Tag geht (abschätzen). Das ergibt dann zunächst die Mindestanzahl an Schritten.
Aufgaben gibt es 10 pro Tag zur Auswahl, eine davon eine "Überraschungs-Aufgabe". Die Aufgaben befassen sich grundlegend mit entweder Essen oder Bewegung. Die Aufgabenstellung reicht von ~ "Recherchiere im Internet o. ä., wie man Suppe macht" bis zu "Such dir eine Treppe und laufe 30 Stufen rauf und wieder runter". Natürlich auch verschiedene Schwierigkeitsgrade.
Generell ist der Ablauf folgendermaßen:
Am Beginn des Tages steckt man sich den mitgelieferten, zugegeben extrem großen, Schrittzähler irgendwohin, wo es passt (ja, Frauen, die Röcke tragen, haben hier ein Problem ;) ).
Über den Tag verteilt oder am Ende des Tages gibt man dann ein, was man gegessen hat. Die gängigsten Lebensmittel sind enthalten (ich hatte bisher keine großen Probleme aufgrund von fehlenden Sachen). Ist einmal etwas nicht dabei, ist das auch kein Problem. Das Programm misst den Energiegehalt des Essens in "Symbolen" (die wohl Atome darstellen sollen?!), wobei ein Symbol für ca. 50 Kalorien steht. Ist also ein bestimmtes Lebensmittel nicht dabei, kann man auch einfach etwas Äquivalentes einfügen, das macht keinen Unterschied. Hier liegt schon ein kleiner Kritikpunkt: Das Programm kontrolliert die Ausgewogenheit des Essens nicht, nur den Energiegehalt. Man könnte also den ganzen Tag nur Fett essen und keiner würde es merken ;) Auf eine ausgewogene Ernährung muss man also selbst achten.
Ich kontrolliere außerdem vor allem bei den kompletten Mahlzeiten selbst nach, ob die angegebene Kalorienzahl stimmt (z. B. 350 Kalorien für Spaghetti Bolognese - meine Portionen entsprechen meistens eher 500 Kalorien). Das lege ich zumindest erstmal jedem ans Herz, das kann ganz schöne Diskrepanzen geben. Später kann man das dann lassen, wenn man ungefähr weiß, wie groß Portionen sind etc.
Als nächstes kommt dann die Eingabe der täglichen Aktivität, die von ständigem Herumlaufen wie z. B. beim Einkaufen bis zu Schwerstarbeit reicht, natürlich mit Zeitangabe. Daraus werden dann zusätzlich benötigte Kalorien errechnet.
Wenn man eine bestimmte Anzahl an Aufgaben erledigt hat, bekommt man als Belohnung jeweils eine neue Coaching-Lektion. Diese sind meistens relativ interessant.
Außerdem gibt es noch Minispiele wie ein Multiple-Choice-Quiz. Auch hier kann man was lernen, das ist nicht zu verachten.
Der BMI wird überwacht, d. h. wenn man sein Gewicht verändert, wird er neu berechnet und man erfährt, ob man sich gut gemacht hat.
Vorteile: vor allem denkt man daran, sich mehr zu bewegen. Ich bin (war? ;) ) totaler Bewegungsmuffel. Das Programm versucht eben, die schlechten Gewohnheiten zu verändern: Treppe benutzen statt Aufzug, zum Supermarkt laufen statt mit dem Auto fahren, und so weiter.
Mein BMI ist an der extrem unteren Grenze des Akzeptablen (kaum Muskeln, wenig Fett). Ich habe wohl auch täglich zu wenig gegessen, wie ich gemerkt habe, und obendrein noch zu wenig Sport gemacht. Aber durch den Vital-Coach bewege ich mich jetzt viel mehr - die Gewohnheiten verschwinden langsam. Manchmal erwische ich mich doch noch dabei, wie ich mit der Rolltreppe fahre, aber immer öfter fällt mir gerade noch rechtzeitig ein, die richtige Treppe zu benutzen. Das ist echt schwerer, als man denkt.
Und durch das Eingeben vom Essen (ich mache es immer direkt danach) sehe ich jetzt auch zu, dass ich genügend esse. Ich habe mich lange Zeit müde gefühlt, und ich glaube mittlerweile, dass das tatsächlich am wenigen Essen lag - langsam geht es bergauf und ich kann morgens viel besser aufstehen. Das ist eine enorme Erleichterung für mich, die starke Müdigkeit hat mich lang belastet.
Ist am Ende vom Tag Ernährung und Stoffwechsel in Balance, bekommt man einen "Entfernungsbonus" von einigen Kilometern, der zur Gesamtzahl an Kilometern die man durch Schritte angesammelt hat hinzugerechnet wird.
Nachteile - nicht sehr viele. Schade finde ich halt, dass die Ernährung nur vom Energiegehalt her überwacht wird;
Einmal war eine Aufgabe etwas komisch beschrieben, so dass ich nicht ganz wusste, was das Programm von mir will. Das war aber nur einmal so.
Und die Gesamtzahl an gelaufenen Kilometern ist mir auch etwas suspekt. Bei mir kommt nur etwa die Hälfte der Kilometer vom tatsächlichen Laufen. Die anderen 50% kommen von diversen Entfernungsboni von Aufgaben, Ernährungsbalance, etc. - also bin ich nicht WIRKLICH einmal durch den Panama-Kanal gelaufen.
***Nachtrag***
Eine Sache ist mir noch eingefallen: Furchtbar nervig finde ich, dass man nicht selbst einen Tag beenden kann. Bei mir kommt es durchaus häufiger vor, dass ich bis nach 24 Uhr wach bleibe. Ich trage Schritte etc. direkt vor dem Ins-Bett-Gehen ein. Dann geht aber ein Tag komplett ohne Schritte "verloren" - der Coach beendet nämlich "automatisch" um 24 Uhr den Tag! Das wäre nicht unbedingt ein Problem, wenn mein Rhythmus konstant so bliebe (sehr spät aufstehen, sehr spät ins Bett gehen). Das tut er aber nicht. Das ist etwas nervig, aber auch nicht so schlimm - es geht ja darum, seine Gewohnheiten zu verändern, und nicht darum, bürokratisch-pingelig genau Essen und Sport einzutragen.
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Man sollte also vom Vital-Coach kein Wunderheilmittel gegen hohes Übergewicht erwarten, aber Bewegungs- und/oder Ernährungsmuffeln ist hier auf jeden Fall ein gut gemachter Anreiz gegeben.
Ich würde den Vital-Coach glaube ich jedem empfehlen, der sich nicht genügend bewegt.
So, das wars - etwas viel, ich weiß, aber es gibt auch viel zu sagen zur Gesundheit. Falls noch Fragen bestehen, einfach als Kommentar stellen, ich versuche immer zu antworten.
PS: Gestern habe ich mich nochmal gewogen - mein Mitbewohner hat eine Körperfettwaage.
Man kann diesen Dingern zwar nicht hundertprozentig vertrauen, aber seit ich den Vitalcoach habe, habe ich zugenommen: Knapp 1,5 kg um genau zu sein, und laut der Waage kein Fett, sondern Muskeln!