Das Buch liest sich wirklich hervorragend und ist zudem auch unheimlich aufschlußreich. Die Entwicklung, die diese Frau durchmacht, erinnert mich an
so viele verschiedene Dinge, die ich längst vergessen hatte. ...man kann es gar nicht mehr aus der Hand legen...aber ein bißchen Kritik muß ich schon noch anbringen... eine Kleinigkeit wäre, daß die Bilder in schwarz/weiß den Entwicklungsprozeß nicht so unterstreichen wie in Farbe. Das würde hauptsächlich am Anfang des Buches, wenn sie die ersten Fortschritte macht, die Aussage klarer werden lassen. Ich weiß schon, daß das gar nicht so ausschlaggebend ist, da die Bilder nur eine nebensächliche Versinnbildlichung in dem Buch sind. Aber ich frage mich, welche Farben diese einheitlichen dunklen Schatten wohl haben.
Sehr gut gefallen mir die Auszüge aus ihrem Tagebuch. Besonders am Anfang, wenn bei den Gedankengängen die kindliche Seite immer wieder in Reimform durch den Text bricht und stellenweise sogar ganz in Kinderreime übergeht. Solche Verse schieben sich mit einer Intensität in den Denkprozeß, daß man dagegen ziemlich machtlos ist.
Was mir noch auffiel, ist die Veränderung der Schriftgröße mit fortschreitender Erzählung. Die Größe der Zeichen und die spärliche Beschriftung der Seiten unterstreicht für mich die Wichtigkeit der anfänglichen persönlichen Einstellungsfortschritte. Ab der zweiten Hälfte wird die innere Haltung der Person nicht mehr so drastisch verändert wie in der ersten Hälfte. Dafür verfeinert sich der Umgang mit dem eigenen Ich und durch die detailliertere Beschreibung gewinnen die Entwicklungen zu Anfang einen ganz anderen Stellenwert. Das alles unterstreicht die Schriftgröße, meine ich.
Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, nicht nur weil ich daraus lernen kann, sondern auch durch die extrem persönlichen Einblicke in eine andere Person, die sich mit solcher Kraft für die Balance ihrer Persönlichkeit bemüht.
Es spornt einen an, nicht nur an sich zu arbeiten, sondern sich für sie zu freuen!