John Carter Cash erinnert sich in Mein Vater Johnny Cash an Erlebnisse mit dem weltberühmten Country-Musiker. Eine detaillierte Biographie ist das Buch nicht, eher ein Bildband, ein Coffee Table Book. Außerdem finden sich in diesem Band herausnehmbare Elemente, etwa ein Kochrezept für das Johnny Cash Chilli, der Songtext von Like the 309 sowie Fotos und Briefe. Wirklich herausnehmbar ist dabei nicht alles, denn wenn etwa die Valentinskarte an seine Frau June aus dem Buch gelöst wird, lässt sie sich anschliessend nicht mehr ohne weiteres an der Seite befestigen. Ein ähnlich geartetes Buch über Kurt Cobain
Kurt Cobain Intim hat das besser gelöst und enthält auch sinnvollere Gimmicks als das Cash Buch.
John Carter Cash hat ein sehr berührendes Buch über seinen Vater geschrieben. Es gab viele Niederlagen und Siege in Johnny Cashs Leben, auch wenn in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem die Siege bleiben, so der Autor. Gläubig, ernst, stets freundlich zu seinen Fans und privat auch mal sehr humorvoll und nicht allzeit in schwarz (im Buch finden sich viele Beispiele dazu, etwa Johnny Cash beim Herumalbern mit einer Sahnetorte oder seiner Frau June). Cash Junior zeigt Fotografien, Zeichnungen und Texte die sein Vater erstellt hatte, um auch jenseits der Musik kreativ zu sein, wie eben auch bei dem bereits erwähnten Chilli und dem vegetarischen Burger der Familie Cash-Carter. Amüsant wie Vater und Sohn gemeinsam kochten: Fleischwurst auf Brötchen, Fleisch auf Brötchen oder Tiefkühlpizza. Traurig die Kämpfe gegen die Speed- und Tablettensucht der Musik-Legende, berührend eine Szene, in der June und Johnny für einen Gestrauchelten beten.
Die herausnehmbaren Elemente in diesem Buch können zwar etwas bieten, das e-Books nicht leisten können, ganz durchdacht wirken sie teilweise aber nicht. Auch ohne diese Beigaben ist dieser schöne Bildband eine gefühlvolle, gelungene Würdigung von Johnny Cash. So wie auch seine Platten sowohl von Farmern irgendwo im Nirgendwo in den USA aber auch bei einem Punk-Rock-Fan in Hamburg stehen können (wie es John Carter Cash so treffend zusammenfasst) dürfte auch dieses Buch den alten wie den neuen Fans des Man in Black hervorragend gefallen!
160 Seiten, Hardcover, Farbe, 200 Abbildungen, 10 herausnehmbare Faksimiles, Übersetzung: Werner Roller & Claire Roth, Knesebeck 2011