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2.0 von 5 Sternen
weinerliche Regierungspropaganda, 29. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Mein Uganda (Broschiert)
Das Schicksal der Menschen in Uganda ist sehr berührend, sie haben unter den brutalen Diktatoren Idi Amin und Milton Obote wirklich schwerstens gelitten. Umso wichtiger ist es, dass diese Geschichte aufgearbeitet wird und dazu leistet dieses Buch sicherlich einen kleinen Beitrag.
Oft schreibt die Autorin "ich habe gehört, dass ..." oder lässt die Betroffenen selber in Anführungszeichen und direkten Reden ihre Erlebnisse schildern. Hier wünscht man sich weniger Hörensagen und mehr Recherche, vor allem von jemanden, der seit 25 Jahren das Land regelmäßig bereist. Daneben stößt dem Leser vor allem die maßlose Selbstüberhöhung der Autorin auf, vor allem die Episode, wo sie behauptet, den Zerfall der Diktatur dadurch maßgeblich beschleunigt zu haben, weil sie der englischen Regierung unter Margaret Thatcher Informationen über die Brutalität des Regimes zugespielt hat, und Frau Thatcher daraufhin den Druck auf das böse Regime erhöhte, bis es zerbrach, ist fast schon skurril.
Die Autorin verschweigt uns ihr besonderes Naheverhältnis zur katholischen Kirche nicht (sie war übrigens Politikerin der konservativen österreichischen Volkspartei/ÖVP, einem CDU/CSU-Äquivalent) und stellt besonders deren (sicherlich vorhandenen und anzuerkennenden!) sozialen Errungenschaften in Uganda in den Vordergrund. Aber sie wälzt das auf Kosten anderer positiver Entwicklungen etwas zu penetrant aus. Daneben bejubelt sie geradezu überschwinglich den gläubigen, christlichen Präsidenten Museveni, der Mitte der 80er Jahre wie ein Heilsbringer das Land und die Herzen der Menschen wie im Sturm erobert hätte. Sein afrikanischer Weg zur Demokratie erscheint ihr jeglicher Kritik erhaben, dabei verbirgt sich nicht viel mehr dahinter als ein altmodisches Einparteiensystem, das zum Glück heuer sein Ende fand.
Das die Autorin auf die brutalen Vorgaben des Internationalen Währungsfonds mit keiner Silbe eingeht, ist ärgerlich, denn der von ihr so verehrte Museveni erfüllte sie bereits in den 80er Jahren mehr als bereitwillig. Natürlich stimmt es, dass Museveni die Armut reduziert und die Volksgesundheit erhöht hat, doch ist er auch ein treuer Verbündeter George Bushs Republikaner. Ein differenzierteres Bild wäre bei aller Sympathie auch von einer konservativen Katholikin wünschenswert gewesen.
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